Unsere letzte Nacht im Camp war sehr ruhig. Fern von allen Stromaggregaten und arbeiteten Mechanikern zelteten wir direkt am nahen Seeufer. Gut erholt machen wir uns früh morgens auf den Weg nach Buenos Aires. Durch eine breite mehrere km lange Allee verlassen wir Santa Rosa de la Pampa. Ganz anders als am Vortag ist die Landschaft sehr grün. Auf den weitläufigen Wiesen und Feldern grasen hunderte Rinder und Pferde mit ihrem Nachwuchs. » weiterlesen
Worauf habe ich mich da nur eingelassen? „Ja gerne“, antwortete ich unüberlegt auf das Angebot, in einem Dakar-Buggy mitzufahren. Und das habe ich nun davon. Etwas beengt kauere ich auf dem Beifahrerplatz. Mein Puls rast schon vor der Abfahrt in die Höhe. Ein Teammitglied zurrt mich im Schalensitz fest. Philippe Gache (Foto, re.), Fahrer und Teamchef von SMG nimmt neben mir Platz und startet den Motor. Mit einem dumpfen Dröhnen erwacht der 3,0-Liter-Dieselmotor zum leben. » weiterlesen
Der Tag beginnt mir einer Irrfahrt durch Mendoza. Wie in allen südamerikanischen Städten, die wir bisher auf unserer Reise durchquert haben wimmelt es auch hier von Einbahnstraßen. Zusammen mit unserem dürftigen Kartenmaterial ergibt das eine Falschfahrgarantie. Dennoch schaffen wir es aus eigener Kraft die richtige Route nach San Rafael zu finden. Aufgrund eines Navigationsfehlers verfehlen wir das Ziel der Wertungsprüfung und erreichen bereits gegen Mittag das Camp. Das kommt mir sehr gelegen. So kann ich das erste Mal seit zwei Wochen richtig entspannen und die Seele baumeln lassen. Ich schlendere ins Versorgungszelt, genieße eine gekühlte Cola und lasse meine Gedanken schweifen. » weiterlesen
Rückreise ins Land der Gauchos. Nach unserem neuntägigen Aufenthalt in Chile kehren wir heute über die Ruta 7 nach Argentinien zurück. Laut meines Reiseführers soll dies die meistbefahrene Verbindung zwischen beiden Ländern sein. Leider bestätigt sich diese Aussage. Das Verkehrsaufkommen ist hoch und wir kommen nur zäh voran. Zu allem Überdruss befinden sich auf dem Weg zahlreiche, nur einspurig befahrbare Baustellen, die den gesamten Dakar-Tross immer wieder ausbremsen. Einmal warten wir 25 Minuten ehe die Straße wieder freigegeben wird. Glücklicherweise haben wir keinen Zeitdruck, ganz anders als die mächtigen Renntrucks, die ihre Startzeit zur Wertungsprüfung einhalten müssen und nervös hinter uns von links nach rechts schaukeln. » weiterlesen
Zurück in die Zivilisation. Die heutige Etappe bringt uns in die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile. Rund sechs Millionen Einwohner leben in der größten Stadt des Landes. Da unser Camp 40 Kilometer außerhalb liegt, entscheiden wir uns, für diese Nacht in ein zentral gelegenes Hotel einzuchecken. Denn wir wollen den Flair Santiagos spüren. Bis wir das Hotel finden, vergeht allerdings einige Zeit. In den vielen verwinkelten Straßen verlieren wir schnell die Orientierung und irren hilflos hin und her. Als wir völlig vom richtigen Weg abgekommen sind, entscheiden wir an der Tankstelle nach dem Weg zu fragen. Der Tankwart steht an der Zapfsäule und ist im Gespräch mit einigen Freunden. Nach kurzen aussichtlosen Erklärungsversuchen springt einer der fünf Männer ins Auto und koordiniert uns zielgenau durch die belebten Straßen der Großstadt. „Allein hätten wir das nie gefunden“, denke ich. Nach rund zehn Minuten treffen wir am Hotel ein. Wir legen eine kleine Ruhepause ein, anschließend schlendern wir in das nahe gelegene Studentenviertel, indem es zahlreiche Restaurants und Cafes gibt. Wir geben der Versuchung nach, lassen uns auf einer einladenden Terrasse nieder und entspannen in der Sonne. Alle Strapazen der letzten Tage und Wochen sind plötzlich weit entfernt. » weiterlesen
Mit der Nacht kommt auch die Kälte über das Camp in Copiapo. Die Temperaturen fallen deutlich ab und ich bin froh einen warmen Pullover eingepackt zu haben. Der Himmel ist glasklar und über mir scheinen die Sterne so hell, wie ich es noch nie gesehen habe. Im Hintergrund schimmern die Dünen der Atacama-Wüste im Mondlicht. Ein wirklich malerischer Anblick. Der Sternenhimmel über der Atacama-Wüste ist weltbekannt. Hier gibt es zahlreiche Sternwarten. Auf unserer Tagesetappe von Copiapo nach La Serena sind die drei wichtigsten Himmelbeobachtungsstationen der südlichen Hemisphäre angesiedelt. Sie heißen Las Campanas, La Silla und El Tololo. » weiterlesen
Na das geht ja gut los. Mitten in der Nacht werde ich von dem tyrannischen Dröhnen eines Rennauspuffs geweckt. Seit gut zehn Minuten raubt mir das Geräusch jetzt schon den Schlaf und ich verliere langsam die Geduld. Ich reiße den Zelteingang auf, klettere ins Freie und will den Übeltäter zur Rede stellen. Genau in diesem Moment zeigt mir der Nissanfahrer die Rückleuchten seiner Krawallkiste und fährt zu seinem Stellplatz am anderen Campende. „Wenigstens ist jetzt wieder Ruhe“, denke ich mir und schlafe weiter. Um viertel vor sechs klingelt der Wecker, denn wir wollen heute früh los. Ich fühle mich wie gerädert, bin müde und habe Magenschmerzen. Diese beziehen sich auf eine kleine Schale Meeresfrüchte, die ich am Vorabend versehentlich bestellt und dann auch verspeist hatte. So lasse ich heute Morgen das Frühstück ausfallen und begnüge mich mit einer Tasse Kaffee, als Stärkung für den Weg nach Copiapo. » weiterlesen
Heute ist Rest Day. Also ein Tag Ruhepause vom stressigen Renntreiben. So bleibt mir Zeit um einmal ganz entspannt durchs Biwak zu schlendern. Das Camp erinnert mich an ein großes Ferienlager aus meiner Jugendzeit. In kleinen Gruppen stehen die Zelte der jeweiligen Teammitglieder zusammen. An der “Grundstücksgrenze” fachsimpeln sie mit ihren Kollegen der Gegenseite. Die Stimmung ist gut.
Morgens und abends trifft man sich im u-förmigen Versorgungszelt. Dort wird ein ausgewogenes Frühstück und Abendessen serviert. Zum Start in den Tag gibt es Rührei, Brötchen mit Wurst und Käse sowie Hörnchen mit Marmelade, Honig und auf chilenischer Seite sogar Nutella. Ergänzend kann man zwischen frischem Obst oder Müsli mit Joghurt wählen. Zum trinken gibt es Kaffee oder Tee. Wer viel Kraft für die nächste Etappe tanken möchte, kann schon morgens aus zwei verschiedenen Nudelgerichten wählen. Das wird vor allem von Motorradfahrern gern angenommen. » weiterlesen
Heute ist Halbzeit unserer Dakar-Reise durch Südamerika und wir treten in unserer Mercedes R-Klasse die “Rückreise” an. Von Iquique geht es zurück in die Hafenstadt Antofagasta, in der wir bereits vor zwei Tagen unser Nachtlager errichtet haben. Unser Reiseführer verrät, dass die Tagesroute durch das trockenste Gebiet der Welt führt. Er bezeichnet diese Gegend sogar als “lebensfeindliche Wüste”. Und er behält Recht. Auf dem rund 380 km langen Weg in Richtung Süden, sehe ich keine einzige Grünpflanze. So stelle ich mir die Mondoberfläche vor. Gesplitterte Gesteinsbrocken bedecken das gesamte Areal. Auf der rechten Seite grenzt der Pazifische Ozean, links das Andenmassiv. » weiterlesen
Am siebten Tag unserer Dakar-Reise erwachen wir am schönen Sandstrand des Pazifischen Ozeans. Das Camp ist herrlich gelegen. Nach dem Frühstück kommt es zur ersten Kontaktaufnahme mit der einheimischen Bevölkerung. Rund 200m außerhalb des Nachtlagers warten wir auf unseren Mitfahrer, der für eine Nacht, Schlafsack und Iso-Matte gegen ein gemütliches Hotelbett getauscht hat. Wegen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Hotelpersonal und Taxifahrer, verspätet er sich deutlich. Als wir am Straßenrand ausharren, kommt eine kleine Gruppe Chilenen auf uns zu. Es entsteht ein interessantes Gespräch. Die Verständigung klappt mit Unterstützung einiger Gesten fast problemlos. Schnell geben die Südamerikaner ihre Zurückhaltung auf und wir machen gemeinsame Erinnerungsfotos. In diesem Land ist die Euphorie gegenüber der Rallye Dakar doch nicht so gering, wie ich zunächst fälschlicherweise annahm. Sie ist sogar sehr groß. Der einzige Unterschied im Vergleich zum Nachbarland: In Argentinien feiert mehr Menschen den Rallye-Tross. » weiterlesen