Geschrieben am 21.07.2011 von .

Rückwege in den Stau

Von Dreien, die nach Hause fahren.

Da ist er, der Moment, an den ich vor einem Urlaub immer ganz kurz denken muss. Dieses *schnipp* – und alles ist vorbei, diese Sekunden, die mir in all der Vorfreude noch so wahnsinnig weit weg vorkommen, obwohl ich genau weiß, dass ich an eben diesem Moment in die andere Richtung blicke und denke, wie lange die Vorfreude, ja wie lange allein der Hinweg nach Paris schon wieder her ist. Zeit ist etwas sehr Seltsames. Das macht mir ein bisschen Angst. Geschickterweise haben wir auch unsere Heimwege so geplant, dass in der Nähe von Bourg en Bresse noch eine Übernachtung bei unseren durchgeknallten französischen Freunden nebst identisch alten Kindern anliegt. Moi, l’aspirateur du vin. Alors, Deckel auf, alles rein und rauf da und vollgetankt!

Packen ist doof.

Vor allem, wenn man so packen muss, dass in einer (wenn auch recht großen) klassischen Stufenhecklimousine drei Menschen Platz zum Schlafen haben sollen. Neben all dem Gepäck. Der geschrottete Pavillon ist schon in den großen Abfalltonnen des Platzes hier in Cavalaire sur Mer versenkt, jetzt gilt es, Schlafsäcke und Kofferkrams so zu versenken, dass nicht allzuviel wieder hinten auf dem Decken festexpandert werden muss. Ich lasse meine Mädels das Gepäck mit dem ganzen Körpergewicht komprimieren, die Luft aus dem Strandkrams rausdrücken und packe selbst (den Überblick behaltend) lieber allein alles ins Auto. Das habe ich in den letzten 10 Jahren gelernt, denn Kombi? – Braucht man nicht!

Traurigkeit. Ich kann ganz schlecht loslassen, mich nur ganz schwer verabschieden. Bei aller Freude auf Zuhause, bei aller Sehnsucht nach meinem Schatz und bei allen lustigen Optionen heute Abend noch bei unseren langjährigen internationalen Freunden ist in meinem Herzen immer ein kleines bisschen Wehmut, wenn Dinge zu Ende sind. Das ist klassischerweise bei einem langsam zu Ende gehenden, schönen Urlaub noch wesentlich schlimmer. Hm. Und jetzt ist er da, der Moment. Geliehenes Verlängerungskabel wieder abgeben, ein mittleres Vermögen in bar und ohne Abzüge (plus Strom) an der Rezeption berappen und ein letztes mal den vierstelligen Code der Schranke eintippen. Piep. Au revoir, Cavalaire sur Mer, es war großartig hier!

Meine immer und überall anwesenden Schicksalsengel der blendenden Unterhaltung enttäuschen mich auch diesmal nicht, als ich die Tanksäule nicht zum Fördern überreden kann. Knopf drücken. Kommt nix. Error. Der freundliche Herr an der weit entfernten Kasse resettet alle Sicherungen uns bittet mich, es noch einmal zu versuchen. Wieder an der Säule (die Schlange der tankwilligen Gasverbrenner wird länger) sehe ich, dass ich die ganze Zeit den roten NOT AUS Knopf mit dem grünen Förderknopf verwechselt habe. Oups. Wie unangenehm. Aber auch jetzt fließt nur ein halber Liter in meinen komplett leeren 80-Liter-Tank! Und was macht der Franzose im nächsten Auto? Anstatt zu schimpfen, steigt er aus, rüttelt hier, wackelt da und drückt dort – und plötzlich fließt das eiskalte Gesöff. Dankbar möchte ich meine Hand auf seine legen, um ihn am nun funktionierenden Förderknopf abzulösen, aber er winkt lachend ab. Das bringe er nun auch zu Ende, sagt er. Mensch, wann habe ich das letzte mal einen Tankwart gehabt? :-D

Das ist Michel. Michel hat gerade seinen gut bezahlten Managerjob an den Nagel gehängt, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Nun gibt er Verkaufstrainings an einer katholischen Privatschule, 15 Stunden in der Woche, und ist nicht mehr wohlhabend, aber extrem glücklich. Wieder einmal bin ich heute gezwungen, ausschließlich Französisch zu sprechen. Er kann nur “Ja ja isch weiß”, und wehe, Franzosen sprechen Englisch… da verstehen Sie dann noch weniger. Doch irgendwie, mit Händen und Füßen, geht das mit dieser Sprache. Während er den Grill hoch mit Brennholz bestapelt, um anschließend (wie immer) das gesamte Grillgut und die halbe Umgebung unkontrolliert in Flammen zu setzen trinken wir Bier und Martini und sprechen über Themen, die schon auf Deutsch nicht die einfachsten sind :-) Nach 4 Jahren nicht gesehen haben wir alle eine Menge zu erzählen…

Immerhin werde ich ein bisschen von meiner großen Tochter unterstützt, die in der Schule Französisch lernt (und mich schon in Saint Tropez davor bewahrt hat, 50 statt der benötigten 15 Briefmarken zu erwerben). Okay, ich langweile Sie nun allerdings nicht mit gesprächsintensiven und landschaftlich wie architektonisch schönen Marktbesuchen, Nasenbluten, Kaffees in Billard-Pubs und Harry Potter auf Französisch (Hogwarts heißt hierPoudlard, muuuhahahah :-D :-D :-D ). Die selbstlose Gastfreundschaft dieser vier lieben Menschen ist unübertroffen, und ich freue mich, nach so vielen Jahren noch immer hier und da Kontakt zu ihnen zu haben! So. Vier Uhr am Samstag, schon wieder vier Uhr. Wie auf dem Hinweg, nur diesmal nicht mitten in der Nacht. Und ab dafür.

Es sind diese Kilometerangaben rechts unten in meinem Lisa-Navi, die mich manchmal verzweifeln lassen. Da gebe ich “Heimatort” ein, und die Dame rechnet und rechnet (das ist schon mal nicht gut), fragt mich dann, ob ich Mautstraßen vermeiden möchte (nein) und orakelt mir anschließend Entfernungen und Fahrzeiten (10:19 Stunden), die ich eigentlich gar nicht sehen will. Wenn wir keine Pause machen (haha), sind wir kurz vor halb drei da. Aber sei’s drum, die ganze Nacht liegt vor uns, mit schön wenig Verkehr und viel entspannter Musik im CD Wechsler. Und wenn ich irgendwann müde werde fahre ich einfach auf einen Rastplatz und schnarche ein paar Stunden im Liegesitz. Ich habe ja sauber gepackt, das sollte also gehen.

Doch bevor ich endgültig das Gas immerhin bis 130 km/h durchtreten darf schickt uns Lisa wieder mal durch Gegenden, die noch nie zuvor ein Mensch betreten hat. Ich finde das immer wieder faszinierend, jedes vernünftige Bauchgefühl WEISS einfach, dass es irgendwo einen besseren und schnelleren Weg gibt. Aber nein, die Dame sagt wo es langgeht, und das anzuzweifeln wäre in Ermangelung von weiteren Straßenkarten unklug. Also poltern wir über ein paar schmale Betonpisten, durch Naturschutzgebiete und dichte Wälder. Ein scheues Reh äst am Wegesrand.  Ein Bussard zieht seine Kreise. Bis irgendwann inmitten der Einöde plötzlich und unvermutet die absurde Behauptung aufgestellt wird, in 1000 Metern befinde sich eine Autobahn. Lachend mache ich ein Foto. Und bin 1000 Meter später auf einer Autobahn, dazu noch auf der richtigen! Ich mag Navigationssysteme. Sie würzen den Weg.

Sie erinnern sich vielleicht an den Hinweg? Der Rückweg gestaltet sich ähnlich. Eine müde und ständig gähnende Große, eine übermüdete und daher pausenlos vor sich hin plappernde Kleine, ein lachender und gut gelaunter Sandmann und im Wechsler die grandiose CD Clandestino vom Splatter-Ethno-Papst Manu Chao. Gekauft auf dem besagten Markt in Bourg en Bresse. Egal. Der alte Audi V8 rollt und rollt, und der französische Wetterbericht erzählt uns von herannahenden Regengebieten bis runter an die Côte d’Azur. Alles richtig gemacht. Und schon nach nur drei Stunden erscheint der Grenzübergang Mülhausen am Horizont und entlässt die drei Reisenden in deutsche Landen (Baden Württemberg), deutsches Wetter (Regen und 16 Grad), ein deutsches Mobilnetz (Vodafone.de) und – in deutsche Staus!!!

War es nicht VÖLLIG klar??? Da fahre ich zwei Wochen und mehrere 1000 Kilometer durch Europa, an den überlaufenen Mittelmeerküsten entlang, Bergpässe rauf und runter und durch touristisch erschlossene Innenstädte, und nix staut sich nirgends. Und nur ein paar Kilometer hinter der Grenze steht alles. Steht. Warum? Weil man irgendwo auf der A5 beschlossen hat, am Wochenende eine Brücke abzureißen. Also erst von zwei auf eine Spur zurückführen (doof), diese eine dann vor der abzureißenden Brücke auf die Ausfahrt zu lenken (noch doofer) und diese Ausfahrt dann ohne Umleitungsschilder an einer T-Kreuzung mit roter Ampel enden zu lassen (totaler Wahnsinn). Ja sind die denn nicht ganz dicht? 12 Kilometer an einem Samstag Abend in den Sommerferien. An einer roten Ampel. Soweit zur Prognose “Wir sind irgendwann heute Nacht zu Hause”. Pha. Nerv!

In die Nacht reinfahren. Großartig. Nach gefühlt 42 weiteren Baustellen auf eben jener A5 haben wir bald wieder die gut ausgebaute und fast menschenleere A7 unter den Reifen des Audis und finden auch die gute Laue wieder. Recken und strecken alle zwei Stunden sowie Kaffee und Cola wirken bei mir außerdem Wunder. Ich bin glockenwach und gleite mit 140 durch den Hessischen Nieselregen. Zwei CDs mit deutschen Schlagern aus den 60ern treiben mir im Dreiminutentakt Tränen vor Lachen in die Augen und ich bin froh, dass meine beiden Mädels irgendwann friedlich zusammengerollt in ihren Schlafsäcken schnarchen. So ein Big Mac Menü bei den goldenen Bögen ist ein prima Schlafmittel. Ich selbst werde und werde nicht müde. Kennen Sie das? Irgendwann steht dann da als verbleibende Zeit nur noch 2 Stunden auf dem Display, und schwupps – hat man doch gar kein Bedürfnis mehr nach Schlaf. Auch nicht, wenn es schon 3:00 Uhr Morgens ist und sogar die Radiomoderatoren unzusammenhängenden Schwachsinn brabbeln…

Aus der Nacht wieder rausfahren. Rein und raus habe ich noch nie gemacht. Um 4:00 Uhr wird es wieder hell, und NDR2 beglückt uns nach zwei Wochen mal wieder mit Nachrichten. Die schlafende Tochterschaft erwacht langsam und fragt murmelnd, wo wir denn seien. Mit Hamburg hatten sie wohl noch nicht gerechnet :-) Wir erreichen Kiel um 5:00 Uhr, es nieselt leicht und ist unangenehm kühl. Ich werfe der leise pöbelnden Katze noch ein paar Brekkis in den Topf (die soll gefälligst warten, bis sie dran ist), und wir drei lassen den Audi und das Gepäck nun noch mal in Ruhe. Kissen schnappen und ab ins herrlich bequeme Bett. Das hat ein bisschen was von Partyheimkehren, und so ähnlich fühle ich mich auch und kann noch nicht gleich einschlafen. Irgendwann sacke ich aber weg und träume von einer gleißenden gelben Sonne, von grünen Pinien auf weißen Felsen, von blauem Himmel und türkisem warmem Wasser. Und von ganz weit entfernt höre ich die Holländerin den alten Song von Neil Young singen, mit rauchiger Stimme, und die Melodie verschwindet leise in den Wellen.

Sandmann


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Sandmann

Jens Tanz

Ich schreibe kein Tagebuch, sondern den regelmäßigen Wahnsinn im Alltag eines Autofahrers. Unterwegs im VW K70, Passat Kombi, Audi V8 und einigen anderen skurrilen Fahrzeugen, das prägt...

Meinungen zu Rückwege in den Stau

  1. Am:
    22.07.11
    Um:
    00:28
    Von:
    mrkane

    na, mittlerweile sicherlich wieder im deutschen zu Hause angekommen…

    Und wen seh ich da gerade im Fernsehen?
    Beim Bericht bei n24 standest du auf dem KaSi am Fotos machen :)

    Und nun mal gute nacht, bis eben noch gearbeitet für die Uni…

  2. Am:
    22.07.11
    Um:
    12:27

    Ay mrkane,

    in der Tat, wir sind im kalten und regnerischen Deutschland angekommen. Was für ein Mistwetter, da muss man ja depressiv werden! :-( Bah.

    Was war das für ein Bericht? Über die Rallye? Stimmt, da war ein Fernsehteam, die haben mich schräg von unten gefilmt! Lustig… Sah ich gut aus? ;-)

    Sandmann

  3. Am:
    22.07.11
    Um:
    14:28
    Von:
    werner

    Hi Sändi ;-)
    Sag mal sehe ich das auf den einen Nachtfoto richtig – gelbe Scheinwerfer? Wie die alten Franzosen?? Cool…

  4. Am:
    24.07.11
    Um:
    17:29

    Ay Werner,

    jep, gelb. Original Audi Ersatzteile, H4 Lampen mit einer gelben Kappe drauf, Frankreich-Ausführung. Ein brillantes Licht bei Dunkelheit und bei Nebel, kontrastreich und warm. Und vor allem im Zuge der EU-Angleichungen wieder geduldet :-) Ich mag das grell-blaue Licht der Xenonlampen nicht.

    Sandmann

  5. Am:
    24.07.11
    Um:
    19:01
    Von:
    bronx.1965

    Hallo Sandman, eine echte Wonne, Deine Urlaubsbeiträge zu lesen.Du scheinst ein guter Papa zu sein,der mit seinen Kindern auch etwas unternimmt. Das gefällt mir sehr. Unser Urlaub beginnt in einer Woche.Andere Richtung, Ostsee, mit Gehäuse am Haken eines knapp 20-jährigen Omega ein nicht minder spannendes Unterfangen.Wenn ich die Geschichten Deines Audi lese muß ich oft herzlich lachen. Unser 2.6er heißt nämlich auch “Diva”, weil er immer für eine Überraschung gut ist. Im letzten Winter generalüberholt, sollte “Sie” diesmal keine Überraschungen bereithalten.Habe mir nach der Lektüre Eures Urlaubs vorgenommen, auch mal ein paar Sachen hier herein zu stellen. Nur muß mir mein großer dabei helfen, da ich der totale Internet-späteinsteiger bin, NULL Ahnung. Grüße,Marco&Familie

  6. Am:
    25.07.11
    Um:
    09:54

    Ay Marco,

    freut mich, dass dir die Berichte gefallen und dich neugierig auf weitere Erfahrungen und ihre Berichterstattung gemacht haben.
    HIER allerdings kannst du nichts mal einfach so schreiben. Dieser Blog gehört der Auto Bild, und nicht jeder Außenstehende (und es sind hier eine Menge Leser unterwegs) genießt das Privileg, außer Kommentaren auch etwas schreiben zu dürfen. Aus nachvollziehbaren Gründen.
    Wenn du schreiben möchtest, mit Fotos und allem Drum und dran, nimm mal Kontakt zu mir über meine private Website auf. Die findest du hier (klick). Wenn ich ein bisschen Einblick in deinen Schreibstil bekomme, kann ich dir da Autorenrechte einräumen und du kannst – wie einige andere auch – Gastbeiträge formulieren. Ist ein bisschen Arbeit, macht aber Spaß. Wir lesen uns :-)

    Sandmann

  7. Am:
    25.07.11
    Um:
    14:31
    Von:
    bronx.1965

    Hallo Sandman,
    Autsch, da bin ich wohl ins Fettnäpfchen getreten. Ich fand Deine Geschichten super und habe (ich unwissender)gedacht, das geht so einfach. Danke für den Tip. Das mit der Website werd ich tun. Muss mir nur noch etwas Support holen.
    Danke, es grüßt der Marco.

  8. Am:
    25.07.11
    Um:
    14:42

    Ay Bronx,

    ließ dich ein bisschen in WordPress ein, und der Rest ist dann recht schnell erklärt…
    Weißt ja, wo du mich findest. :-)

    Sandmann

  9. Am:
    25.07.11
    Um:
    15:17
    Von:
    werner

    Ich muß mich Bronx anschließen. Deine Beiträge sind immer mit dem bestimmten Etwas gewürtzt. Schräg sitzen mit der Hand in der Hüfte ist meistens garantiert (inkl. dem stechenden Schmerz was man auch Seitenstechen nennt). Beneidenswert ist es schon, wie Du durch die Weltgeschichte gondelst – würde gerne mal so ein Monat mit Dir tauschen…
    lg.
    Werner

  10. Am:
    26.07.11
    Um:
    14:21

    Bester Werner,

    danke schön. Nach Flaschenweise Kritik ist auch ein Lob mal gern gehört :-)
    Ich weiß allerdings nicht, ob du einfach so rundheraus behaupten solltest, mit mir tauschen zu wollen. Und dann noch für einen Monat! Argh.

    Was ihr hier bekommt sind Blitzlichter, Ausschnitte aus einem Leben. Ein Tagebuch. Du siehst die lustigen Seiten, manchmal auch die traurigen Seiten, aber du siehst immer nur das, was ich dich sehen lassen will. Glaube mir, es ist in der Realität nicht immer alles so lustig, ich düse auch nicht ständig in der Weltgeschichte herum und hab Spaß… denn ich habe eine Familie zu ernähren (für meine Reisen bekomme ich kein Geld, nicht mal für die offiziellen nach Californien oder Spanien), ein Häuschen zu bezahlen, eine Fernbeziehung und viel zu wenig Zeit. Es gibt Möglichkeiten, aus meiner Passion einen Beruf zu machen. Aber das ist eine andere Geschichte.
    Bis dahin.

    Sandmann

  11. Am:
    28.07.11
    Um:
    07:53
    Von:
    werner

    Morgen,

    Ich sag nur soviel: Selbstständiger Familienvater von 3 Töchter & Frau, Finanzamt und Sozialversicherung im Genick, meine 2. Beziehung auf 4 Rädern und der Tatsache, dass in 2 Jahren der Mietvertrag entgültig aus ist – so wie es heuer läuft überlege ich nicht viel, sondern will nur weg… Meine Arbeit kann ich auch von Mexiko aus machen was sowieso viel besser wäre – In der Nacht Arbeiten und unter Tags Siesta…

    So und nun mach ich hier Schluß und wechsle zum nächsten Thema ;-)

  12. Am:
    28.07.11
    Um:
    09:01

    Bester Werner…

    da kann ich nur sagen: Augen auf und LOS. Ich bin 40 und krempel in diesen Monaten auch mein ganzes Leben einmal komplett um. Alles. Aber das ist eine andere Geschichte. Will sagen:
    Wenn du wirklich raus willst – dann fädel das ein. Ich ziehe meinen Hut vor Menschen, die ihr Leben aus verschiedenen Gründen in die Hand nehmen und komplett einen neuen Weg einschlagen.
    Schlimm finde ich die ewigen Jammerer, die nur rumheulen, aber nichts ändern. Aber du scheinst da anders zu sein.
    Werden wir es erfahren…? :-)

    Sandmann

  13. Am:
    29.07.11
    Um:
    18:52
    Von:
    bronx.1965

    Hey Werner,
    ich kann Dir nur sagen dass man alles schaffen kann. Auch wenn man denkt, man schafft es nicht. Ich hab das durch, Frau weg, Haus weg, Krebs mit Chemo, trotzdem weiterarbeiten (was glücklicherweise möglich war),wenn auch manchmal sehr schwer. Nicht jammern, ich habe gesiegt und genieße heute mit meinen Jungs und meiner Schnecke JEDEN Tag.

    Hey Sandman..

    Ich wünsch Dir das Du mit Deinen Beiträgen eines Tages Geld verdienst. Bin zwar spät über diesen Blog gestolpert (warum schrieb ich ja schon)Deine Berichte aber sind fesselnd, lebensnah und autentisch in der Sprache. Es fehlt an nix. Wenn Du je ein Buch herausgibst, ich kaufe es blind.
    Es grüßt der Marco.

  14. Am:
    29.07.11
    Um:
    21:44

    :-)
    Danke Marco.
    Aber… du solltest deine Freundin/Frau nicht “Schnecke” nennen ;-) Das ist despektierlich…

    Und über das Thema Geld verdienen sprechen wir im Herbst nochmal. Ihr wisst ja, wo.

    Sandmann

  15. Am:
    29.07.11
    Um:
    22:21
    Von:
    bronx.1965

    Hey Sandmann,”despektierlich”. Ich weiß, Du meinst es gut. Bei uns hier bezeichnet der Intervention an Sandman,Smile: Begriff “Schnecke” ist die höchste Form der Zuneigung, welche man seinem Lebenspartner überbringen kann. Unsere rudimentären Sprachkenntnisse lassen keine linguistische Ausweichmöglichkeit zu. Zwinker, im Ernst, es ist wie der Berliner Begriff “Keule” für “Bruder” ein Bestandteil der lokalen Sprache.

    Ab Morgen mach ich Urlaub, 2 Wochen NICHTS tun. Genial. Beste Grüße, der Marco.

  16. Am:
    30.07.11
    Um:
    10:01

    Urlaub klingt sehr gut. *neid*

    Ich mache heute ein bisschen Miniurlaub und tauche in irgend ein subtropisches Badeparadies. Den Dreck der Woche abwaschen.

    Aber mal ab davon… ist denn das Sprachgefälle von Norden nach Süden wirklich so krass? Also – wenn du in Kiel eine Frau als Schnecke bezeichnest, bekommst du direkt eine ins Gesicht. Möchte ich mal behaupten. :-) Aus welcher Ecke der Republik kommst du denn eigentlich…?

    Viel Spaß ansonsten beim Nichts tun, herrlich, ein Traum… *seufz* Ich geh dann mal baden

    Sandmann

  17. Am:
    30.07.11
    Um:
    19:21
    Von:
    bronx.1965

    Baden klingt auch gut.

    Hallo Sandman, ja so`n Sprachgefälle ist schon echt lustig. Also, in Beantwortung Deiner Frage: Ich bin waschechter Berliner der einen großteil seiner Kindheit an der Küste (Usedom,Meck-pomm.)verbrachte. Daher meine Liebe zu allen maritimen Dingen. (neben Frankreich) Mittlerweile lebe ich mit meiner “Schnecke” und den Jungs im Land Brandenburg, dicht bei Berlin. Deine Beiträge werden von Ihr genauso interessiert verfolgt. Wir sind hier alle in Sachen Auto ein wenig durchgeknallt aber hier kann man sowas ausleben. Wer tut sich schon ohne Herzblut 4 zwanzig Jahre alte Autos an. Leidensfähigkeit vorausgesetzt.

    So, ich hoffe, deine Frage beantwortet zu haben. Es grüßt der Marco und die “Schnecke”, im wirklichen Leben als Angelina unterwegs. (Besser konnt ich`s nicht treffen.)

  18. Am:
    31.07.11
    Um:
    09:23

    Ay bronx,

    nun bin ich ein bisschen schlauer :-) Danke für die Aufklärung, und schön weiterschreiben, ein bisschen verrückt sind wir hier doch alle… oder?

    Sandmann

  19. Am:
    01.08.11
    Um:
    05:27
    Von:
    werner

    Guten Morgen,

    Ihr lässt mir ja keine andere Wahl, als dass ich noch einmal die Feder in diesem Thread schwinge :-)
    Mir ist schon klar das es immer weitergeht und man sein Leben selbst in die Hand nehmen soll. Was Marco geschrieben hat ist ja aber auch schon hart an der Grenze finde ich. Leben umkrempeln wird erst dann erfolgen, wenn es unsere Eltern nicht mehr geben soll (und das soll noch lange dauern) – aber dann gibt es für uns keinen Grund mehr hier zu verweilen und dann wird ausgewandert.
    Ich hab zwar auch meinen eigenen Blog, bin was das Schreiben betrifft aber viel zu nachlässig (leider) – und dort schreib ich meistens die Erfahrungen mit den lieben Ämtern :-)
    Achja – ich trage meinen Kopf hoch! Was anderes bringt es nicht, da man sich sonst nur selber fertig macht.

  20. Am:
    01.08.11
    Um:
    09:26

    Ay Werner,

    na ja, Leben umkrempeln kann ja auch viele verschiedene Arten und Weisen erfolgen. Ich selbst bin auch gerade dabei, und das gleich auf mehreren Ebenen. Allerdings werde ich nicht auswandern, weil ich sehr gern in Deutschland lebe und alles, was ich liebe, hier oben im Norden ist. Hm.

    Aber lassen wir das nicht zu einem Psycho-Blog mutieren, es ist auch so schon kompliziert genug, da muss ja nicht gleich das halbe Land mitlesen ;-)

    Sandmann

  21. Am:
    01.08.11
    Um:
    10:12
    Von:
    werner

    Recht haste… Psycho-Blog klingt gut :-) Aber ich hatte echt schon öfters den Gedanke ans Auswandern – gibt soviele schöne Platzerl auf der Welt – wo man auch mit einem V8 fahren kann(und Schluss jetzt…) ;-)

  22. Am:
    02.08.11
    Um:
    06:09

    Ay Werner,

    nun, es wäre hier nicht das erste mal, dass Kommentatoren einen Seelenstrip hinlegen. Inklusive mir ;-)
    Wenn mir selbst alles über den Kopf wächst, denke ich immer, man müsste nach Südfrankreich auswandern und eine Ziegenherde haben. Käse machen, mehr nicht. Jeden Tag…

    Sandmann

  23. Am:
    15.08.11
    Um:
    13:54
    Von:
    bronx.1965

    Moin Sandmann,

    gestern nun nach zwei Wochen (fast) nichts tun aus dem völlig verregneten Meck-Pomm zurück. Erste Woche war okay, danach gings gar nicht mehr. 72 Std. Dauerregen, die armen Leut mit`m Zelt hatten nicht die Spur einer Chance. Der Zeltplatz erinnerte an ein Reisfeld in Asien. Egal, wir hatten unseren Spaß, die Schatulle (Wohnwagen) war gut erhöht abgeparkt, direkt hinter den Dünen. Man kann auch bei schlechtem Wetter ausgezeichnet relaxen. Ohne Mobile, ohne Lap-Top (doch, es geht und tut nicht weh)! Der Höhepunkt war dann eine Dame aus München, welche an einem trüben, regnerischen Mittwoch ihren recht neuen VW-Touran im Hafenbecken versenkte. Ihr Navi wies die Slip-Senke als Straße aus. Sagte sie! Manchmal tut es der Augapfel, Modell eins, doch besser selbst.

    Es grüßt aus dem ebenfalls trüben Brandenburger Dahlewitz, der Marco mit Familie.

  24. Am:
    15.08.11
    Um:
    20:45

    Ay Marco,

    dann willkommen im Alltag :-)
    Als Norddeutscher habe ich in den vergangenen vier Wochen so manches mal an die Urlauber hier oben und an meinen jetzt schon einen Monat zurück liegenden Urlaub in der SONNE (das ist dieser gelbe Ball am Himmel) gedacht. Ich bin SO froh, dass ich zwei Wochen Wärme hatte, ich weiß nicht wie ich dieses Trauerspiel hier oben im Norden sonst durchgestanden hätte.
    Und jetzt ist auch noch mein Audi platt. Aber das ist eine andere Geschichte…

    Sandmann

  25. Am:
    15.08.11
    Um:
    21:12
    Von:
    bronx.1965

    Hallo Sandmann,

    aua, ich hoffe, es ist reparabel. Da ist der Sommer wohl endgültig gelaufen. “Platt” hört sich nach kaltverformten Blech an!?

    Wir (schnecke und meine Jungs)drücken die Daumen und lesen hoffentlich bald von Dir.

    Marco

  26. Am:
    15.08.11
    Um:
    21:34

    Ay Marco,

    nein nein, kein Unfall. Nur mal wieder irgend ein Hydraulikleck, das mitten in Hamburg zwei Liter des Zeugs über den heißen Motor verdampft hat. Ich hab erstmal keine Lust mehr, hole den morgen Abend nach Kiel (ich hoffe 4 Liter zum Nachkippen reichen für 100 Kilometer) und melde ihn ab. Sandmann’s Edition macht ein halbes Jahr Pause.

    Weiter gehts mit einem 1988er Daimler 260E. Ihr werdet lesen :-)

    Sandmann

  27. Am:
    17.08.11
    Um:
    11:41
    Von:
    bronx.1965

    Moin Sandmann,

    ich hoffe doch, die 4 Liter haben ausgereicht um dein kommodes Gefährt nach Hause in die Scheune zu schaffen. Das mit dem “erstmal keine Lust mehr” kann ich nachvollziehen. Auch ich habe bei der “Entrostung” unserer “Diva” (Omega a, 2,6, Sportive) mehrmals “geschmissen”. Hinter jedem Problem tauchten 3 neue auf. Das gute ist dann, wenn man den ganzen Mist erstmal wegstellen kann und mit etwas Abstand wieder ran geht. In diesem Sinne- Kopf hoch,

    es grüßt der Marco.

  28. Am:
    17.08.11
    Um:
    20:42

    Ay Marco,

    danke für die salbenden Worte. Ich kann sie momentan brauchen.

    Es waren lediglich DREI Liter nötig, um den V8 von Hamburg über die A7 nach Kiel zu bekommen. Aber ich habe mindestens 42 anderen Verkehrsteilnehmern ein unvergleichliches Erlebnis beschert, Hydrauliköl in großen Mengen auf dem Krümmer macht tatsächlich eine Menge Qualm. Und das bei jeder Geschwindigkeit.

    Der Daimler wird mich erst einmal zur Ruhe bringen. Der V8 wird weiterleben, nun haben wir schon so viel Zeit miteinander verbracht, da kann man sich nicht mehr trennen. Bis dahin genieße ich die seltsam geringen Unterhaltskosten der 260E, die unfassbar niedrigen Ersatzteilpreise und das kommode Vorankommen. Ich werde schreiben. Bald.

    Sandmann :-)

  29. Am:
    17.08.11
    Um:
    22:30
    Von:
    bronx.1965

    Bester Sandmann,

    ja so ein 124er ist ne Burg fürs Leben. Den kann man glatt vererben. Der 88er hat auch noch nicht die Saccoplanken an den Türen (unter denen der Rost so gerne gammelte). Die Ersatzteilpreise-ein Traum. Erinnere mich gerne an meinen 230E,EZ: 90. Die AB schrieb damals im Gebrauchtwagentest den denkwürdigen Satz:”keine Angst vor den Unterhaltskosten. Mit der Anschaffung ist das Schlimmste überstanden”. Und es stimmte.

    Bis dahin, ich freu mich auf`s lesen.
    Marco

  30. Am:
    18.08.11
    Um:
    08:30

    Daumen hoch :-)

    Aktuell bin ich mit 6 neuen Kerzen und einem riesigen neuen Luftfilter unterwegs. Der Vorbesitzer hatte drei verschiedene Kerzentypen eingebaut und noch zwei Gummis vom Kerzenschlüssel draufgelassen. Dass der überhaupt so sahne lief…
    Nächste Woche kommen vorn die neuen Bremsen rein (Scheiben und Klötze mit neuen Kabeln für die Geber <90 Euro, Textar und Zimmermann), irgendwann nochmal neue Ganzjahresreifen – und dann wird’s das schon mal gewesen sein.

    Sandmann

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