Alle Beiträge von September 2010

Willkommen in Absurdistan

Sizilienerfahrungen Teil I

Als ich mal wieder fliegen wollte.

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Wenn zwei einmal im Jahr eine Reise tun, dann möchte das akribisch geplant sein. Die Hotelbuchung und der farbenfrohe Voucher der Mietwagenagentur liegen seit einem halben Jahr trocken und sicher bereit, alle notwendigen Ticketnummern für den Swiss-Flug von Hamburg (über Zürich) nach Catania auf Sizilien sind angemarkert. “Lass uns doch heute schon unser Gepäck aufgeben, das kann man 24 Stunden vorher machen. Dann ist das morgen alles viel entspannter.” Da hat sie recht. Dass sie damit den Anfang einer Reise in die absurden Untiefen europäischer Fluggesellschaften anschubbst, das konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen. Protokoll eines grimassenreichen Urlaubsbeginns.

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Panda Panda. Sicilia non comfortable.

Buona Sera, liebe Blog-Gemeinde,

ich habe jetzt genau so lange Zeit, wie mein Glas Averna und mein Akku noch reichen. Im Urlaub muss man sich selbst Grenzen setzen, wenn das gratis W-Lan es schon nicht tut. Wobei – Grenzen setzt unser Mietwagen. Ach ja, wer es überlesen hat, ich befinde mich mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona für ein paar Tage auf Sizilien. Das ist unten am Stiefel von Italien, Höhe Afrika, im September noch ganz schön warm und eines der Zentren der Mafia. Deshalb fragten wir auch nicht lange nach, als uns dieser Fiat Panda als Mietwagen vor die Tür gestellt wurde. Was heißt vor die Tür…? Wir wurden abgefischt, reingestopft und rausgelassen. Ich mag keine Kleinwagen, und in Süditalien noch viel weniger!

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Wenn das Auto der Freundin…

Irgendwie kippe ich ständig Wasser und Öl nach…

Nein, keine Aussage beim freundlichen Italiener um die Ecke, wo das leckere Abendessen verzehrt wird. Vielmehr eine Aussage meines halbfinnischen Fräulein Altonas bezüglich ihres freundlichen Wolfsburgers vor der Tür, dieses sagenhaften Golf 3, der ihr inzwischen doch sehr ans Herz gewachsen ist. Und ein ans Herz gewachsenes Fahrzeug der Partnerin sollte man als autoaffiner Mensch ernst nehmen. Besonders nach 200.000 zügig gefahrenen Kilometern ohne nennenswerte Pflegeaufträge. Sie gerade in Berlin, ich in Kiel, Auto in Hamburg und in drei Tagen geht es in den Urlaub. Habe ich da Zeit zum Schrauben? – Nein. Also will ich das Sondermodell “Bon Jovi” zu meinem Leib- und Magenschrauber Autodienst Menzel in Kiel bringen. Was sich nicht so ganz einfach gestaltet…

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Notwendigkeit oder Eitelkeit?

Da geht er hin, der Sommer.

Und mit ihm viele schöne Erinnerungen an die Tage am Strand, die Abende mit guten Freunden bei Grillfleisch und Bier und die spärlich klimatisierten Fahrten durch Norddeutschland. Diese wiederum haben ihre peelenden Spuren außen auf meinem Audi hinterlassen, ähnlich wie die Spuren der guten Freunde und meiner Kinder auch im Inneren des Autowagens anzutreffen sind. Sand, Staub und Schmiere so weit das Auge reicht. Gar nicht mal mein eigenes. Um mich herum steht die Behauptung im Raum, mein Auto sah schon einmal besser aus. Damals, bei der Hochzeit von Jan. Oder noch früher, bei verschiedenen Treffen… Ja nun, er ist nicht mehr der allerjüngste Vertreter seiner Art. Aber MUSS denn ein Auto immer gewaschen werden? Einmal abgesehen vom eventuell notwendigen Repräsentationsanspruch, einfach mal so in den Raum gestellt? Leidet eine vollverzinkte Limousine denn wirklich mehr, wenn man sie ein bisschen… hm… vernachlässigt?

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