Von einem, der das erste mal links fährt und rechts sitzt.
Dear Blog-Community,
full of strange but lovely impressions I want to share these beautiful days with you out there. DAS war ein Wochenende! Was wissen Sie denn so über Great Britain? Na? Meine vordergründigen Vokabeln waren bisher: Schlechtes Wetter und Nebel, schlimmes Essen, leichte Schrulligkeit, Linksverkehr, Tower Bridge, Beatles, Politeness und konservative korrekte Menschen. Und auf einmal steht alles direkt vor mir. Die Familie meines halbfinnischen Fräulein Altonas kommt aus Finnland (ach?), aus Deutschland und aus England. Cousin Thommy verlässt Finnland und lernt in London Joanna kennen. Auf unser Einladungskarte steht, dass die beiden nachhaltig “Yes” zueinander sagen wollen, und wir mögen bitte dabei sein! Sandmann in Groß Britannien. Das erste mal! Was geht einem leidenschaftlichen Autofahrer da durch den Kopf? Genau – die Bilder aus den Englischbüchern in der Schule, mit den roten Bussen, den gelb karierten Kreuzungen und Autos mit dem Lenkrad auf der falschen Seite. Vermutlich eine Herausforderung, wenn man es noch nie gemacht hat. In der Tat. Aber fangen wir vorne an…
Haben wir alles?
Mich springt immer das unentspannte Gefühl an, etwas vergessen zu haben. Und dieses Mal sind die Hürden der Entspannung besonders hoch. Da ist zunächst dieser lustige Berg auf Island, der in letzter Zeit gern einmal den gesamten internationalen Flugverkehr durcheinander bringt. Er spuckt ein bisschen Asche aus und lacht über alle, die sich fragen, was genau in den letzten 100 Jahren anders war, dass wir plötzlich dieses Problem haben. Und dann ist da die Trägheit des online Buchenden, der zu bequem ist, nach einer Hochzeit morgens um 6.10 Uhr in London Stansted in ein Flugzeug zu steigen. Das nämlich ist die Abflugzeit von Ryanair, für schlanke 20 Pfund. Das sind rund 10 Kilo bzw. 25 Euro, aber mal ehrlich, wie soll man das schaffen? Außerdem landen die in “Hamburg-Lübeck“, hahaaa, das ist mehr Lübeck als Hamburg. Nein nein, wir entscheiden uns für die traditionsreiche British Airways mit etwas teureren Preisen, dafür aber auch flexibleren Abflugzeiten. Genau. Tradition hat in England auch der Streik, wenn man sich unterbezahlt fühlt. Und obwohl BA sein Kabinenpersonal besser entlohnt als jede andere Airline, sind die Damen und Herren nicht gewillt, auf unserem gebuchten Hinflug um 11.15 Uhr die Snacks auszuteilen. “Hallo, hier ist expedia, Ihr Flug nach London am Donnerstag wurde gestrichen, das Kabinenpersonal streikt.” Sandmann am Mittwoch Abend mitten im Baumarkt an seinem Handy. Vermutlich ziemlich blöd guckend. “Wir können Ihnen aber einen Flug um 7.05 Uhr anbieten, das ist die einzige Alternative“. Ich sage mutig JA, stelle den Wecker am Mittwoch Abend auf 4.30 Uhr und frage mich auf dem Foto links um eben diese Zeit, ob das wirklich eine gute Idee war. Sonnenaufgang. England, wir kommen!
Hamburg, meine Perle. Hier gibt es multiple buchbare Transportmöglichkeiten. Als provinzverwöhnter Kieler kenne ich sagenhafte drei Taxiunternehmen, von einem davon weiß ich die Nummer sogar auswendig. In Hamburg – ein bisschen größer als Kiel – ist das geringfügig anders. Besonders, wenn die Dame des Herzens am Vorabend um 21.30 Uhr noch nicht alle Sachen gepackt hat, aber genug Energie findet, um eine halbe Stunde lang vergeblich die Visitenkarte eines alternativen Taxikombinats zu suchen. “Die hatten einen roten Stern auf der Seite!” Dank des Internets (wie konnten wir jemals ohne es leben?) findet sich auch diese Organisation hinter den richtigen Suchbegriffen, und pünktlich auf die Minute steht am Donnerstag Morgen der exklusive Fluchtwagen vor der altonaer Tür. Cool. Während der dunkelhäutige Fahrer verschwiegen, aber dienstbeflissen unterwegs bei indischer Musik seinem Schichtende entgegendämmert, versuche ich, ein bisschen wacher zu werden. Immerhin ist es in London noch eine Stunde früher als hier, diese wiederum hätte ich lieber noch länger geschlafen! Schwierig. Das Herüberreichen der Zeitung beim Frühstück am Airport sorgt mit dem Umwerfen meines sündhaft teuren frischen Orangensafts und der damit verbundenen Aufwischaktion für Schlaf vertreibende Lacher und ein gutes Omen für die ganze Reise: Der ebenfalls indisch angehauchte Mann hinter der Brötchentheke stellt mir lächelnd einen neuen Orangensaft auf den Tisch. Britische Freundlichkeit schon in Fuhlsbüttel. Es kann eigentlich nur ein guter Tag werden.
Quasi ohne Handgepäck (und das fühlt sich sehr seltsam an) nehme ich in einem Airbus der British Airways platz und bin gespannt, was auf mich zukommt. Ausreichend eingedeckt mit Zeitschriften aus der Lufthansalounge nebenan sitze ich das erste Mal nicht am Fenster und frage mich, wieso wir nicht schon gestern Abend online eingecheckt haben. Nein – sie fragt es. Frauen planen ohnehin effizienter und vorausschauender. Der Flieger ist nicht nur restlos überfüllt mit den regulären 7.05 Uhr Passagieren, nein, man hat es irgendwie geschafft, uns und noch diverse weitere Umbucher der gestrichenen Flüge hier mit reinzuquetschen. Und da kommen sie – die nicht streikenden Ableger des Kabinenpersonals, und bieten mir einen Kaffee und ein Smoked Salmon Sandwich an. Mit dem unerschütterlichen Glauben, es handle sich um geräucherten Schinken, vertilge ich die Hälfte von dem gummiartigen Bagle. Dann fällt mir mein Vokabelheft aus der 7. Klasse wieder ein. Nein, hier handelt es sich offensichtlich nicht um ein mediterranes Baguette. In meinen Händen und partiell in meinem Magen befindet sich ein Stück trockener Teig mit einer frischkäseähnlichen, glibberigen Paste, die wohl auch Räucherlachs (den ich absolut nicht mag) zu enthalten scheint. Fein zerkleinert. Mein erster Kontakt mit englischem Essen. Ich bin so glücklich!
Bus to car rental. Die Autovermietung ist nicht direkt im Flughafen London Heathrow, ein kleiner Shuttlebus soll uns dort hin bringen. Und wieder die Frau. Ich steige einfach ein und wuchte die Koffer auf die Ablage, sie fragt den indischen Fahrer, ob dieser Bus uns denn zu unserem Autovermieter bringen würde. Würde er nicht. Also nehmen wir den gegenüber… Der nächste Inder checkt die Voucher, versucht freundlich, mit gebrochenem Englisch und vergeblich, mir einen größeren Wagen und ein paar zusätzliche Versicherungen anzubieten und schickt uns dann zur Zone 1 bis 2. “Take any car you like there, the keys are inside.” Weihnachten? Ostern? Jetzt müssen wir uns entscheiden, zwischen kleinen Peugeots, kleinen Chevrolets, kleinen Toyotas und kleinen Citroens. Meine Liebe zu den Franzosen ist ungebrochen, und so fällt die Wahl auf einen schwarzen Citroen C3. Noch kurz die Checkliste durchgehen und ein paar nicht registrierte Kratzer und Beulen in guter deutscher Akribie dem Turban tragenden Mitarbeiter am Ausgang melden, und es kann losgehen. Aber halt – wo ist das Lenkrad? Traditionell steige ich auf der linken Seite des Autos ein und erkenne die Problematik der kommenden drei Tage. Andere Seite bitte. Und ab jetzt konzentrieren Sie sich gefälligst so sehr wie seit Ihrer Fahrprüfung nicht mehr!
Großer Spaß! Die ersten drei Meilen (ja, Meilen!) in einem englischen Auto laufen ungefähr so: Beim routinierten Griff nach dem Gurt piekse ich meiner Freundin ins Gesicht, denn sie sitzt da, wo normalerweise der Gurt ist. Zündschloss und Pedalen sind wie gewohnt angeordnet, nur der Schalthebel befindet sich jetzt links von mir. Bei den ersten Schaltvorgängen titsche ich immer an die Fahrertür rechts von mir, bevor die verantwortliche Synapse meine linke Hand zum Schalten auffordert. Sehr ungewohnt. Gefühlt kommen mir plötzlich viele Autos auf meiner Spur entgegen, während ich auf der falschen Seite fahre! Und trotz sehr geringer Breite des C3 drifte ich ständig zum linken Fahrbahnrand, weil ich seit über 20 Jahren die Dimensionen eines Kraftfahrzeugs nach rechts abschätze. Nicht nach links, denn da ist der Straßengraben, was mir mit kurzen, lauten Ansagen gelegentlich in Erinnerung und das linke Ohr gerufen wird. Kreuzungen. Rechts abbiegen bedeutet ein Überqueren beider Fahrbahnen, links abbiegen eine scharfe Kurve. Nein, nicht auf die rechte Seite! Ein Kreisverkehr wird nach links befahren, und wenn ich überholen will setze ich den rechten Blinker und blicke über die rechte Schulter. Das ist eine Menge Stoff für ein kleines, serielles Männergehirn! Nach ein paar Minuten rufen wir an jeder Kreuzung im Kanon “Linkslinkslinkslinkslinks!!!”, das hilft ein bisschen.
London. Es ist wirklich London! Und was bin ich stolz auf meine Lisa, mein Navi, was wir Gott sei Dank noch eingepackt haben (auch das war selbstverständlich ihre Idee). Sie routet uns geduldig durch das Straßenwirrwarr, kennt anscheinend auch den Linksverkehr und stolpert sehr unterhaltsam beim Aussprechen der Straßennamen. Dass ich den Saugfuß für die Scheibe im V8 gelassen habe wird mit britischer Höflichkeit ignoriert, schließlich lässt sich aus dem Stromkabel und einer Zigarrenhülle eine prima Aufhängung für den Rückspiegel anfertigen. Kann ich eigentlich als Mann allein überleben? Manchmal bezweifel ich das. Linkslinkslinkslinkslinks! Ach ja. Zwischen Sightseeing, links fahren (aber nicht zu weit links fahren), links schalten und der satellitenunterstützten Wegfindung verwundert mich noch eine zeitlang der Tacho. Ich kann mich nicht an die Meilen pro Stunde gewöhnen und habe ständig das Gefühl, schneller zu fahren als mir angezeigt wird.
Londons Innenstadt wird nicht mit dem Auto bereist, hier gibt es eine deftige City-Maut und keine, ich wiederhole keine Parkplätze. Hier bewegt man sich mit der Tube, dem gut ausgebauten U-Bahn Netz. Eine Tageskarte kostet rund 15 Pfund, das sind fast genau so viele Euro. Ein bisschen mehr. Irgendwann rechnet man einfach nicht mehr um. Die Schranken an den Stations saugen diese Karten vorn ein und spucken sie oben wieder aus, man fühlt sich wie ein V.I.P. mit Full Access und kommt wirklich gut durch die sehr große Stadt! Ich lasse es mir nicht nehmen, direkt an der Tower Bridge eine große Portion Fish & Chips in einer klassischen Touristenfalle zu erwerben und schließe erstmalig Frieden mit englischem Essen. Der Fisch ist riesengroß und lecker fettig paniert, und wenn die Chips (das sind dicke Pommes) ein bisschen frischer wären könnte ich es ein perfektes Fastfood nennen! Hinterher ein wunderbares Salmonellen-Softeis von einem Inder in einem kleinen Eiswagen und einen Lolli für unterwegs. Rauf und runter an der Themse, dem Fluss, den ich schon in so viele Filmen gesehen habe! Es ist erstaunlich trocken von oben, erstaunlich nicht nebelig und erstaunlich – warm! Ich mag die Stadt…
Wir hängen nicht nur gemeinsam mit Millionen von anderen Touristen vor Westminster Abbey oder den Houses of Parliament herum, sondern finden am anderen Ufer der Themse auch antike Einkaufspassagen und einen attraktiven Mix aus alter Werft- und Dockarchitektur mit neuen Elementen. In London werden die traditionellen alten Industriebauten und Trutzburgen interessant mit Stahl und Glas garniert und bekommen so einen offenen, unerwartet modernen Weltstadtcharme.
Selbstverständlich, wenn wir schon einmal da sind, laufen wir trotzdem am Big Ben vorbei und gönnen unseren platten Füßen eine kleine Pause in einem schönen Park irgendwo an den Ufern des großen Flusses. Aber jetzt nur nicht einschlafen! Pünktlich zur Tea-Time wollen wir Hille an ihrem Arbeitsplatz abholen. Hille hat mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona zusammen studiert und bekleidet nun, frisch promoviert, einen Dozentenposten in der Innenstadt.
Der Weg dahin führt uns vorbei an so manch seltsamem Geschehen in der brummenden Banken-Metropole. Eine Parade mit Kranzniederlegung der United Nations für die Gefallenen der Mitgliedstaaten legt das gesamte Regierungsviertel verkehrsmäßig lahm.Und die Downing Street, Wohnsitz des Premierministers, darf man als Tourist schon gar nicht mehr betreten. Schade.
Und hier, in der Baker Street, soll er laut seinem Erschaffer gelebt haben – der berühmte Sherlock Holmes. Hin und wieder vergisst man, dass es sich lediglich um eine Romanfigur handelt… Selbst die U-Bahn Station Baker Street ist komplett gekachelt mit farbigen Konterfeis des weltberühmten Kriminologen mit der Pfeife. Und ist das da hinten nicht Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett? Notieren Sie, Watson.
Immer wieder daran denkend, beim Überqueren der belebten Straßen lebenserhaltend zuerst nach rechts zu gucken arbeiten wir uns im Schlepptau von Hille bis zur Waterloo Station vor. Der Verkehr ist really crazy hier! Trotz Maut und totalem Parkverbot donnern außer den unzähligen Taxis und Bussen mehr oder weniger teure rechtsgelenkte Autos durch die gewundenen Straßen, garniert mit todesmutigen Motorradfahrern, die sich nicht um links oder rechts scheren und einfach mittendurch fahren!
Alles ist bunt und lebendig, kleine Shops drängen sich unter U-Bahn Linien, überall finden wir internationale Geschäfte, Pubs, Fressbuden und farbenprächtige Menschen. Und trotz des Gewühles ist alles irgendwie… geordnet. Irgendwie funktioniert es. Lediglich Fahrradfahrer leben hier gefährlich, sagt Hille. Apropos funktionieren: Meine Füße tun dies bald nicht mehr, und mein Magen schreit nach einem Abendessen, welches das Loch füllen soll, was die Fisch-Fritten vor gefühlt 20 Stunden hinterlassen haben. Und ich habe seit diesem Snack keinen einzigen Kuss mehr bekommen. Wirklich so ekelig?
“Was wollen wir denn heute Abend essen?” fragt uns Hille. Ich persönlich tendiere zu hiesiger Kost, wenn ich schon einmal hier bin, und wir einigen uns auf Chicken Tikka Masala. Das klingt für mich irgendwie nicht typisch englisch, scheint aber eine weit verbreitete Speise (ohne große Überraschungen) unter den ungezählten Indern in der Stadt zu sein. Inder. Meine hübsche hamburger Begleitung definiert die drei typischen Londoner recht treffend: Ein junges, dünnes Punk-Mädchen mit auffälligen dunklen Klamotten und zottigen schwarzen Haaren, ein extrem gut und teuer gekleideter Mann aus dem Bankenviertel und ein Inder. Passt. Sie alle stehen brav Schlange in dem kleinen Supermarkt, der für einen Norddeutschen ein wahres Kabinett der Kuriositäten ist. Die tatsächlich englische Würstchen-mit-Kartoffelbrei Variante verliert den Dinner-Kampf gegen das Hühnchen, noch ein bisschen süße Schokolade, malzige Schokolinsen und salzige Cashews runden das für daheim geplante Abendessen ab.
Pause. Ich schreibe mir gerade Blasen an die Finger und bin immer noch im ersten Tag! Ist es wirklich noch keine 12 Stunden her, dass unser Flieger in Hamburg gestartet ist? Wahnsinn! Der Himmel über London reißt auf und gibt ein strahlendes blau mit einer wärmenden Maisonne frei. Die drei Deutschen lassen bei einem Bier (kaltes Beck’s, der Brite trinkt ansonsten sein Ale gern warm und mit wenig Kohlensäure) noch ein paar Minuten die Innenstadt-gebeutelten Füße ausdampfen. Hierzu eignen sich die seltsamen, übergroßen Kunstrasensessel am Ufer der Themse ganz hervorragend. Und dann geht es, Tüten und Taschen tragend, mit dem Train wieder zurück in den kleinen beschaulichen londoner Vorort, wo wir auch heute Morgen unsenen Citroen abgestellt haben.
Abstellen? Vorsicht! Wegen der angesprochenen Parkplatz- und Mautproblematik lassen viele Briten, die in London arbeiten, ihr Auto gern in einem dieser Vororte stehen und nehmen den Train in die City. Um das zu unterbinden und den Anwohnern ihre Parkplätze wieder zurück zu erobern gibt es ein einfaches, aber hocheffizientes Parkverbot:
Während einer einzigen Stunde, nämlich zwischen 10.00 und 11.00 Uhr vormittags, dürfen nur Anwohner mit Berechtigungsausweis auf den weißen Flächen (quasi überall) parken. Das bedeutet, dass ein Pendler morgens um 8.00 nicht einfach so sein Auto hier dauerparken kann, ohne extrem nervös zu sein. Und das sollte er, denn schon 5 Minuten nach Beginn der verbotenen Stunde pöppeln kleine Vespas mit Zivilschergen durch die Straßen – und rufen rigoros die Abschleppdienste. Nun. Wir haben ein Ticket für diese eine Stunde bekommen
Feierabend für heute. Mein Kopf schwirrt vom Mix aus linksfahrender Konzentration und bunten Erlebnissen, meine Füße singen ein Lied über die tragenden Leiden ihres Daseins, mein Magen verdaut die extrem köstliche Curry-Poulette und mein Herz hat reichlich damit zu tun, die Gastfreundschaft von Hilles norwegischer Vermieterin und ihrer quirligen, süßen vierjährigen Tochter (“C’mon we go play with Pippi Langstrump in tha house!“) zu verarbeiten. Parallel dazu erhasche ich wortgewandte, liebevolle englischen Sticheleien meines halbfinnischen Fräulein Altonas und Hilles freundlicher Unterstützung… Die beiden kennen sich schon lange, man merkt es und hat es als Mann nicht einfach. Grummel. Also teste ich mich mitlachend und zunehmend entspannend durch verschiedene -kalte- englische Biere mit den Namen von Schafen, Hennen und Frettchen. Köstlich. Wirklich! Morgen wird geheiratet, Freunde! Auf einem Vineyard, draußen auf dem Land. Freuen Sie sich auf mehr britische Eigenarten, noch mehr Linksverkehr und Würstchen mit Bohnen zum Frühstück!
Und – haben Sie ein bisschen Lust auf London bekommen? Waren Sie gar schon einmal da und haben ähnliches erlebt? Oder… was würden Sie bis jetzt anders machen? Schreiben Sie Ihre Eindrücke. Und hey – BA streikt heute schon wieder! Ha.
Sandmann
24.05.10
17:21
royf
Aye Stranger
Smoked Solomon?
you mean smoked salmon, nay?
das kommt davon, weil Lachse aus der Familie der Forellenartigen stammen, den Salmonidae bzw. aus der Gattung “Salmo”…das was du eigentlich wolltest wäre “smoked ham” …. hättest mal vorher gefragt
Madame Tussaud’s Kerzenschau äh Wachsfigurenkabinett solltest du dir/ihr euch beim nächsten Besuch in GB bzw. London unbedingt einverleiben
und unbedingt bei KFC (Kentucky Fried Chicken) die Baked Beans inhalieren, dann weisst du garantiert was du NICHT mehr essen magst^^
aber irgendwie kann ich mich sowas von überhaupt nicht an Fish’n'Chips erinnern… vielleicht weils in den Provincen weniger Touristen anlockt?
So long…
Roy
24.05.10
18:14
Sandmann
Bester Roy,
wie peinlich… Ja natürlich meine ich SALMON, ich habe das gleich mal korrigiert, sorry. Und danke fürs Korrekturlesen
Ich hätte auch sehr große Lust gehabt, die wächsernen Gestalten einmal zu sehen. Aber wir haben uns nicht ein einziges Gebäude von innen angesehen, eigentlich waren wir ja zu eben jener Hochzeit eingeladen. London haben wir nur mitgenommen, weil die Freundin meines halbfinnischen Fräulein Altonas dort lebt. Und die Stadt bietet so dermaßen viel allein rund um die Themse, dass man vermutlich mehrere Tage füllen kann!
Die Bohnen, wenn sie denn so schmecken wie diejenigen, die einem zum Frühstück gereicht werden, fand ich erträglich. Aber dazu im zweiten Teil mehr… In ein KFC kann ich ohnehin nur allein gehen.
Wann warst du denn in England, und vor allem – wo?
Sandmann
24.05.10
18:40
smn35i
Aloha Sandmann,
ich kann, genau wie Roy, den Besuch von Madame Tussaud’s nur empfehlen. Genauso wie einen Ausflug in die Tower Bridge.
Leider ging es mir damals wie dir, der eine (halbe) Tag in London im Rahmen des England-Austauschs war definitiv viel zu kurz um all das mitzunehmen, was mich interessiert hat.
Die für Anfang Mai geplante einwöchige Englandtour (auf eigener Achse) mit Madame ist leider ins Wasser gefallen, also muss das Empire noch ein wenig auf meinen erneuten Besuch warten. Aber, wie heissts so schön: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Bin schon gespannt auf den nächsten Teil!
Gruss aus dem sahara-heissen Sindelfingen,
Simon
24.05.10
18:42
Sandmann
Ay Simon,
saharaheiß, wie? Ich habe hier in Kiel gerade meinen Ofen wieder angefeuert. Es ist doch nicht zu fassen, in London holt man sich einen Sonnenbrand auf den Armen und in Kiel friert man!
Das Wachsfigurenkabinett scheint ohnehin hoch frequentiert zu sein, als mein Schatz das Foto von mir vor der Sherlock Holmes Statue machte wuselten im Hintergrund extrem viele Schüler in den Bau rein…
In die Tower Bridge kann man auch reingehen? Na da guck. Drüber gelaufen und drüber gefahren sind wir ja zumindest, das ist ja schon mal ein Anfang.
Mir flimmern inzwischen die Augen vom vielen Schreiben, ich hätte nicht gedacht, dass ich den ganzen Pfingstmontag vorm Rechner verbringen werde
Sandmann
24.05.10
19:18
susi
Jaja London
Gefahren bin ich noch nicht in England und ich glaub, ich hätt auch mächtig Schiss davor….da müsst ich erstmal paar Runden im Outback drehen, bevor man mich auf enger bewohnte Gebiete loslässt!!
London find ich toll, habs schon zweimal hingeschafft. Mir gefällt die Mischung aus modern und neu.
Ich wär gern ins nachgelbildete Globe Theater gegangen um ein Shakespeare Stück zu sehen, aber leider muss man da schon ewig vorher reservieren. Und wir habens verpennt
Das Tate Museum fand ich toll (http://www.tate.org.uk/britain/) vor allem, weil ein grosser Teil der Sammlung umsonst besichtigt werden darf.
Und ich muss auch zugeben, dass die Engländer in gewissen Nahrungsbereichen meinen Geschmack treffen. Ingwerkekse, Orangenmarmelade und Ale… da kann man mich für haben!! *G*
In diesem Sinne viel Spass in GB!
Grüsse aus dem sommerlichen Schwarzwald
Susi
24.05.10
19:49
Sandmann
Suuuuuusiiiiiiiii,
Tate Museum, wie? *gg* (mindestens ein Mensch auf der Welt wird wissen, warum ich jetzt breit grinse). Jaa, da muss ich dann wohl auch mal rein.
Was mich an Architektur auch sehr beeindruckt hat ist dieser alles überragende… nun… also so ein langes, oben spitz zulaufendes Ding aus Stahl und Glas in Form eines… ach du weißt schon. Groß. Sehr groß! Was war das doch gleich? Irgendwas olympisches?
Ingwer mag ich auch, aber in Keksen? Und von der Orangenmarmelade habe ich die Finger gelassen, babah. Im zweiten Teil werde ich noch episch von den Geschmackserlebnissen eines echten englischen Frühstücks mit Pilzen, Würstchen, Bohnen, Rührei und Speck berichten. Und ich weiß nun auch, was ein poached egg ist. Und ich habe es nicht gegessen… *schauder*
Grüße zurück aus dem wolkigen Norden der Republik!
Sandmann
25.05.10
16:15
markus1975
Hey Jens
Du bist zurück. Hast streikendes Personal, schlechte Bordverpflegung, “irre” Taxifahrer, Linksverkehr und gefühltes falsches Abbiegen überlebt. Nicht zu vergessen der “Jetlag” (richtig geschrieben?).

Es muss wirklich ein kleines Abenteuer gewesen sein, in einem fremden Land mit fremden Sitten sich als einziger Normalo neben seinem Liebling zu fühlen.
Die Briten sollen ja recht spleenig sein, oder täusche ich mich da? Wenn ich da an mein Schulenglisch denke…ich glaube ich könnte überleben. Wo ist der Schreibblog mitsamt Stift zum “malen”?
Und was ist ein poched egg? Ein Ei aufgeschlagen und dann ab ins siedene Wasser? Boah. DAS wäre wirklich geschmacklos.
V8 mäßige Grüße an Dich und Deine Bessere Hälfte
Markus der momentan etwas durchgefroren ist
25.05.10
16:31
Sandmann
Ay Markus,
also “spleenig” möchte ich zumindest die meisten Gäste der Hochzeit nicht nennen. Der Engländer ist im allgemeinen EX-TREM höflich! Immer wird nachgefragt, ob alles okay ist und wie es dir geht.
Am Flughafen habe ich kurz überlegt, ob man auf die freundliche Floskel “Hello Sir, how are you?” vielleicht mal eine brutale Hangover-Litanei rauslässt, die klar macht, dass es einem echt so richtig GAR nicht gut geht :O) Aber das hätte dort niemand verdient, und ich wäre dann vermutlich allein geflogen. Was heißt vermutlich, ziemlich sicher sogar. Also nein.
Also – wir waren nicht die einzigen Normalos unter den ganzen Engländern, Finnen und Australiern. Und die Sprachbarriere fällt mit jedem weiteren Pint…
Aber dazu mehr im zweiten Teil. Und lass mich mit dem Ei zufrieden, der Rest hat eigentlich einen ganz guten Eindruck gemacht. Ich mag kein Essen, was gefühlt vor Kurzem noch gelebt hat…
Sandmann
25.05.10
21:35
royf
Hello Mister Sandman
vom 24.09.1985 bis irgendwann 1990 hab ich mich in Dunholme (Lincolshire) heimisch gefühlt….
irgendwann später, so vielleicht vor 10 Jahren, sind wir dann mal übers WE nach London geflogen, also NUR London… halt eben weil das nicht das selbe ist wie in der Provinz
Poached Egg… na tut nicht so, pochierte Eier bzw. verlorene Eier sind nicht zwingend ne Sache des Kingdom
well… meat… bloody meat… ich mags auch nicht wirklich…. aber da seien die Franzosenköpfe nicht die besseren wie man so hört
26.05.10
09:24
Sandmann
Ach DAS sind verlorene Eier? Und zack wieder etwas gelernt. Bäh aber nee und noch einmal bäh, das war innen noch ROH…
Du warst 5 Jahre in England??? Nein, immer nur ab und an, oder?
Glücklicherweise ist mir an den drei Tagen kein blutiges Fleisch serviert worden, es gab vorwiegend Hühnchen – und das gibt’s in der Regel ja nicht “englisch” uuuaaahhhhh….
Insgesamt war ich dem Essen tatsächlich recht zugetan, ich gebe es ungern zu, weil ich damit uralte und lange gepflegte Vorurteile über den Haufen werfe. Aber warum nicht jeden Tag ein bisschen dazu lernen? :O)
Ich glaube ich mach mir heute Abend mal ein paar Würstchen…
Sandmann
26.05.10
22:35
markus1975
Hey Jens
Hätte ich nicht gedacht. Meine Meinung geht ja immer noch dahin, daß die Engländer “kriegsgeschädigt” sind und den Deutschen nicht so ganz zugetan sind. Hm
Ist wahrscheinlich doch ein Vorurteil meinerseits.
Und was hast Du gegen Fleisch, welches noch nicht ganz durch ist? Schöööön medium bitte. Saftig, geschmackvoll, lekker.
Hühnchen halb durch geht da ÜBERHAUPT nicht. Oller Labberkram. Im Restaurant damals habe ich es zurückgehen lassen. Einfach nur bah! Ich brauchte auch nichts zu bezahlen.
Und Würstchen am Abend? Hey! Das ist doch mal ein schöner Snack. Dazu eine Scheibe Brot mit Butter bestrichen… ich bekomme Hunger.
V8 mäßige Grüße
Markus
27.05.10
00:10
Sandmann
Ich mag halt nichts, was einen Namen hatte oder wo man den Ursprung des Lebens noch ahnen kann. Ich esse auch keine Blutwurst oder gar Kopfwurst, AAAAHHHHH raus mit den Bildern aus meinem Hirn!
Was noch vom Vernichtungskrieg und der sagenhaften Zerstörung aus der Luft im Gedächtnis der Briten geblieben ist weiß ich nicht. Mir schien es, als habe man eher ein Problem mit Deutschland, was auf der Fußballseite verankert ist
Ich konnte die Jungs beruhigen, ohne Ballack fahren wir ohnehin wieder nach Hause. Reicht ja, wenn wir den Grand Prix d’Eurovision gewinnen…
Wir. Jetzt rede ich auch schon so.
Das Brot mit Butter (und Chilikäse und Kochschinken) ist nun alle, also gute Nacht zusammen. Es folgen weitere kulinarische Erlebnisse!
Sandmann
Wo steckt eigentlich Juny?
27.05.10
09:49
calimero
England! London!
Unsere Klassenfahrt in der 10. ging nach London! Da werden echt viele Erinnerungen wach, die ganzen Touristenattraktionen und Gebäude haben wir auch besucht. Aber wir waren im Gegensatz zu euch auch drin
Ich fand das aber ziemlich langweilig.
Hör mir auf mit dem Essen. Iss mal in der englischen Jugendherberge das von dir genannte Frühstück aus ner Massenküche. Dann festigt sich dein Vorurteil wieder. Und das blutige Fleisch gab es abends auch, nein, nie wieder. Warum soll ich sowas essen? Wäh.
Für Linksverkehr war ich noch zu klein, aber an die roten Busse kann ich mich gut erinnern! Habt ihr auch diesen großen Kreisverkehr gesehen, den Piccardilly Circus?
Ein gespannt auf den zweiten Teil seiender
Abel
27.05.10
10:45
Sandmann
Ay calimero,
das klingt mir aber nach schlimmen Erfahrungen… Okay – über die Verpflegung in einer englischen Jugendherberge kann ich (zum Glück?) nichts berichten.
Den Circus haben wir nicht gesehen, aber wir sind mit der Tube drunter durch gefahren
Mind the gap!
Sandmann
27.05.10
19:24
royf
“Du warst 5 Jahre in England???” JA,
“Nein, immer nur ab und an, oder?” nö…. was glaubst woher mein Name kommt???
wie macht ihr Deutschen denn die Frühstückseier????? der Dotter ist IMMER roh… sonst sinds keine Frühstückseier mehr sondern einfach nur hartgekochte… also sind die verlorenen Eier nix anderes als Schalen-lose Frühstückseier… passt doch… obwohl ich weder auf das eine noch das andere abfahre, wenn schon dann scrambled-egg… with moshrooms or whatever..
Calimero… was hast denn mitm Piccadilly? ich versteh den Hype darum überhaupt nicht… ist n hübsch geschmückter Kreisverkehr, aber das wars dann auch schon…und drumherum lungern Penner^^
So long…
28.05.10
10:34
Sandmann
Ay Roy,
ach so, daher kommt dein Name. Ich bin mir da bei den Schweizern immer nicht so sicher, da gibt es anscheinend multiple Wurzeln in der Namensgebung…
Wie wir Deutschen die Frühstückseier machen? Also, ich kann dir sagen, wie ICH es mache: Auf jeden fall innen NICHT roh. Urks. Entweder Rührei, aber auch schön angebraten, oder eben Spiegeleier (von beiden Seiten) oder ein hartgekochtes Frühstücksei.
Was frühstückt man den traditionell in den schweizer Bergen eigentlich…?
Schönes Wochenende!
Sandmann