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Am siebten Tag unserer Dakar-Reise erwachen wir am schönen Sandstrand des Pazifischen Ozeans. Das Camp ist herrlich gelegen. Nach dem Frühstück kommt es zur ersten Kontaktaufnahme mit der einheimischen Bevölkerung. Rund 200m außerhalb des Nachtlagers warten wir auf unseren Mitfahrer, der für eine Nacht, Schlafsack und Iso-Matte gegen ein gemütliches Hotelbett getauscht hat. Wegen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Hotelpersonal und Taxifahrer, verspätet er sich deutlich. Als wir am Straßenrand ausharren, kommt eine kleine Gruppe Chilenen auf uns zu. Es entsteht ein interessantes Gespräch. Die Verständigung klappt mit Unterstützung einiger Gesten fast problemlos. Schnell geben die Südamerikaner ihre Zurückhaltung auf und wir machen gemeinsame Erinnerungsfotos. In diesem Land ist die Euphorie gegenüber der Rallye Dakar doch nicht so gering, wie ich zunächst fälschlicherweise annahm. Sie ist sogar sehr groß. Der einzige Unterschied im Vergleich zum Nachbarland: In Argentinien feiert mehr Menschen den Rallye-Tross. zum Beitrag »
Blink, blink, blink: Mit einer orangefarbenen Warnleuchte meldet sich der Spritmesser. ‚ÄúDas ist nicht gut‚Äú, denke ich, denn wir befinden uns mitten in der Atacama-Wüste, 125 km von der nächsten Stadt entfernt. Um uns herum gibt es nichts als Sanddünen und felsige Berghänge. Die Sonne brennt gnadenlos herab und das Thermometer des Bordcomputers zeigt 26 Grad. Ich denke: ‚ÄúHoffentlich müssen wir nicht schieben.‚Äú Aber was war passiert? Ein unerwarteter Anstieg um gut 2000 Höhenmeter hat den Verbrauch unserer Mercedes R-Klasse in die Höhe schießen lassen. Damit war unsere ausgeklügelte Spritverbrauchskalkulation dahin. zum Beitrag »
Ab in die Berge. Heute geht es nach Chile, genauer gesagt in 130.000-Einwohner-Städtchen Copiapo am Rande der Atacama-Wüste. Bei diesem Teilstück gibt es nur ein Problem: Auf der 503 km langen Bergstrecke durch die Anden gibt es keine Möglichkeit an Benzin zu kommen. Deshalb tanken wir noch am Vorabend in dem kleinen Dorf Fiambala, bei der einzigen Tankstelle im Umkreis. Der Besitzer ist höchst erfreut über diesen Zustand, denn so stehen die spritfressenden Dakar-Boliden bei ihm schlange.
Als wir früh morgens aufbrechen ist es noch dunkel. Bereits wenige Kilometer hinter dem Camp beginnt der Einstieg ins Hochgebirge. Die Natur ist einzigartig schön. Links und rechts neben der asphaltierten Landstraße erheben sich riesige rote Bergketten. Im Tal verläuft parallel zur Straße ein kleiner Bach, der ufernahen Sträuchern und Gräßern Leben einhaucht. Grasende Rinder und Pferde machen die Harmonie perfekt. zum Beitrag »
Früh verlassen wir unser Nachtlager auf der Rennstrecke in La Rioja. Das weitläufige Areal bot einen guten Ruheplatz. Allerdings bereitet mir der Steinboden etwas Rückenschmerzen. Doch was soll"s. Man schläft ja nicht jeden Tag im Kiesbett einer Rennstrecke.
Wir fahren in Richtung Fiambala, dem letzten Etappenziel vor der Andenüberquerung und der Grenze nach Chile. Die Landschaft gleicht einer Steppe. Der Boden ist trocken und Grünpflanzen werden immer seltener. Diese Gegend wirkt ziemlich trostlos.
Wir erreichen den Start der Wertungsprüfung. Die Sonne strahlt erbarmungslos auf uns herab und Schatten ist nicht zu finden. Kurz darauf startet der erste Dakar-Renner. Es ist der blaue VW Race Touareg mit dem Duo Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk. Gespannt warten beide auf das Startsignal. Drei, zwei, eins und ab… Mit Vollgas schießen die beiden Werksfahrer los. Zwei Kurven können meine Augen dem Race Touareg noch folgen, dann verschwindet er in einer dichten Staubwolke. Diese kann man noch lange am endlos wirkenden Horizont verfolgen.
Anschließend testen wir die Offrad-Fähigkeiten unserer Mercedes R-Klasse. Schotterpisten und steiniges Terrain stellen kein Hindernis dar. Der 3,5-Liter-Benzinmotor sorgt für ordentlichen Durchzug. Dann werden wir mutiger und wagen uns auf eine unbefestigte Bergpiste. Doch den Gipfel erreichen wir nur mit Muskelkraft. Beim Aufstieg gräbt sich unsere R-Klasse in den losen Sand ein. Jetzt muss die Luft aus den Reifen um die Auflagefläche zu erhöhen. Wir legen zwei Sandbleche aus und schieben kräftig an. Im dritten Versuch klappt es. Die R-Klasse ist auf dem Gipfel und wir am Ende. Die körperlichen Anstrengungen, die Hitze von über 30 Grad und das alles auf über 1500 Höhenmetern bringt uns völlig ins Schwitzen. Deshalb fahren wir nun zügig ins Camp nach Fiambala.
Um sieben Uhr werden wir von heftigen Regenschauern geweckt, die auf unsere Zelte prasseln. Zügig bauen wir ab und verstauen alles in unserer großräumigen R-Klasse. Unser heutiges Ziel heißt La Rioja, rund 450 km von Cordoba entfernt.
Das erste Teilstück ist mühsam. Enge Bergstraßen und viel Verkehr lassen uns nur sehr langsam vorankommen. In einem kleinen Bergdorf sehen wir einen überschaubaren Straßenmarkt mit rund zwei Dutzend Holzbuden. Er wirkt sehr einladend. Wir stoppen und kaufen Souvenirs für die Lieben zu Hause. Das Angebot der Dorfbewohner reicht von handgearbeitetem Schmuck über Lederwaren bis hin zu Specksteingebilden. Doch bevor wir all unsere argentinischen Peso ausgeben, geht die Reise weiter. zum Beitrag »
Die erste Nacht im Camp war kurz. Schon um sieben Uhr morgens brechen wir zu unserem heutigen Etappenziel, der Millionenstadt Cordoba auf. 505 Kilometer liegen vor uns. Eskortiert von strahlendem Sonnenschein verlassen wir Colon. Hinter dem Ortsschild erwartet uns eine traumhafte Landschaft. Soweit das Auge reicht, erstrecken sich saftig grüne Wiesen und großflächige Felder, die nur gelegentlich von Wasserstauungen mit kristallklarem Wasser unterbrochen werden. zum Beitrag »

So müssen sich Weltstars fühlen. Menschenmassen drängen um unsere Mercedes R-Klasse und brechen dabei in Begeisterungsstürme aus. Die Südamerikaner sind von unseren geräumigen Einsatzfahrzeugen äußerst positiv angetan und nennen sie erfurchtsvoll “El Casa”. Wir und unsere Autos werden gefeiert und zu gemeinsamen Fotos aufgefordert, noch bevor wir überhaupt einen Kilometer der Rallye gefahren sind. Die Stimmung in Buenos Aires ist grandios. Sprachbarrieren werden mit Gestik und Mimik aus dem Weg geräumt. zum Beitrag »
An unserem letzten Tag in Buenos Aires stand die technische Abnahme auf dem Plan. Vor dem Check präparierten wir unsere beiden Mercedes R-Klasse für die lange Reise durch Argentinien und Chile. Wir bauten das so genannte “Tripy”, ein GPS-Navigationssystem im Rallyemodus, in unsere Fahrzeuge ein und verstauten das wichtigste Equipment im riesigen Kofferraum. Sandschaufel und mehrere Ersatzreifen kamen ebenso an Bord wie der Erste-Hilfe-Kasten und Warnwesten. Anschließend bekamen unsere Einsatzfahrzeuge ihr “Branding” mit der offiziellen Startnummer und Sponsorenaufklebern. zum Beitrag »