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Stage 5: Copiapo – Antofagasta

Mittwoch, 6. Januar 2010 um 23:09 Uhr
von shoepfner

___49686Blink, blink, blink: Mit einer orangefarbenen Warnleuchte meldet sich der Spritmesser. ‚ÄúDas ist nicht gut‚Äú, denke ich, denn wir befinden uns mitten in der Atacama-Wüste, 125 km von der nächsten Stadt entfernt. Um uns herum gibt es nichts als Sanddünen und felsige Berghänge. Die Sonne brennt gnadenlos herab und das Thermometer des Bordcomputers zeigt 26 Grad. Ich denke: ‚ÄúHoffentlich müssen wir nicht schieben.‚Äú Aber was war passiert? Ein unerwarteter Anstieg um gut 2000 Höhenmeter hat den Verbrauch unserer Mercedes R-Klasse in die Höhe schießen lassen. Damit war unsere ausgeklügelte Spritverbrauchskalkulation dahin.
___49665Das war knapp: Mit dem letzten Tropfen Sprit schaffen wir es doch noch zur nächsten Tankstelle. Alle atmen tief durch.
Unsere heutige Etappe von Copiapo nach Antofagasta bringt uns zum erstmals ans Meer. Vor uns erstreckt sich der endlos wirkende Pazifik. Seine hohen Wellen brechen an der felsigen Küste. Die Gischt spritzt meterhoch. Der typisch salzige Ozeangeruch steigt mir in die Nase. Genüsslich atme ich tief ein. Im Hintergrund ragen die gewaltigen Berge der Anden in die Höhe. Ihre Gipflel verschwinden im Nebel und lassen ihre Größe nur erahnen. Durch diese schöne Landschaft schlängelt sich ein kleines Küstensträßchen, welchem wir in ein nahe gelegenes Fischerdorf folgen.
___49674Schon nach einem Tag in Chile merken wir beträchtliche Unterschiede zu Argentinien. Die Menschen verhalten sich deutlich zurückhaltender den Rallyeteilnehmern gegenüber, sind aber dennoch stets freundlich. Nur die Euphorie, welche dem Dakar-Tross in Argentinien entgegengebracht wurde, will in Chile nicht aufkommen. Erfreulicher ist da schon eher, der Wechsel des Catering-Teams im Biwak. Am gestrigen Abend bereiteten uns die Chilenen ein sehr schmackhaftes Menu: Tortilla-Chips mit Guacamole, einer Dip-Sauce aus Avocado. Anschließend Lasagne und zum Nachtisch eine Auswahl an Käse. Auch die Ausstattung der Lunch-Pakete ist westlich der Anden besser.
Das Leben in Chile läuft eben etwas anders. Das merken wir auch beim erreichen einer einspurigen Straßenbaustelle. Als wir darauf zufahren, springt ein Bauarbeiter aus seinem 1 x 1 m großen Unterstand und stoppt uns mit einem roten Schild. Als er sich versichert hat, dass die Räder unserer R-Klasse still stehen, funkt er seinen Kollegen am Baustellenende an und gibt ihm Anweisung Niemanden mehr durchzulassen. Nach gut zwei Minuten Wartezeit setzen wir unsere Reise fort.

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