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Stage 4: Fiambala – Copiapo

Dienstag, 5. Januar 2010 um 23:05 Uhr
von shoepfner

stage 4 066Ab in die Berge. Heute geht es nach Chile, genauer gesagt in 130.000-Einwohner-Städtchen Copiapo am Rande der Atacama-Wüste. Bei diesem Teilstück gibt es nur ein Problem: Auf der 503 km langen Bergstrecke durch die Anden gibt es keine Möglichkeit an Benzin zu kommen. Deshalb tanken wir noch am Vorabend in dem kleinen Dorf Fiambala, bei der einzigen Tankstelle im Umkreis. Der Besitzer ist höchst erfreut über diesen Zustand, denn so stehen die spritfressenden Dakar-Boliden bei ihm schlange.
Als wir früh morgens aufbrechen ist es noch dunkel. Bereits wenige Kilometer hinter dem Camp beginnt der Einstieg ins Hochgebirge. Die Natur ist einzigartig schön. Links und rechts neben der asphaltierten Landstraße erheben sich riesige rote Bergketten. Im Tal verläuft parallel zur Straße ein kleiner Bach, der ufernahen Sträuchern und Gräßern Leben einhaucht. Grasende Rinder und Pferde machen die Harmonie perfekt.
stage 4 263 Wir folgen dem Paso de San Francisco und erreichen bald ein riesiges Hochplateau. Die Aussicht auf die umliegenden Berge ist fantastisch. Die Landschaft sieht aus wie gemalt. Auf dem steinigen Boden wachsen verschiedene Kakteen und gelbe Mini-Büsche, während sich im Hintergrund die gigantischen Anden-Gipfel in verschiedensten Brauntönen aneinanderreihen.
Am Wegesrand finden wir immer wieder kleine Schutzhütten namens Refugios, die erschöpften Reisenden eine Ruhestätte bieten. Eine Pause kann man hier oben wirklich gut gebrauchen. Denn die Luft wird bei über 3000 Höhenmetern immer dünner und das atmen fällt zusehends schwerer. Nach gut drei Stunden erreichen wir den höchsten Punkt unserer Andenüberquerung. Wir befinden uns auf 4726 Metern über dem Meeresspiegel. Das Thermometer ist inzwischen auf klirrend kalte acht Grad abgefallen. Ja ich weiß, für deutsche Verhältnisse sind das fast Frühlingstemperaturen, doch wir hatten am Vortag noch fast 40 Grad.
stage 4 115 Unsere Mercedes R-Klasse kämpft sich wacker den langen Anstieg hinauf. Allerdings büßt auch der kräftige 272 PS Motor in diesen Höhen an Leistung ein. Wir erreichen jedoch problemlos die chilenische Grenze. Nach einer kurzen Kontrolle, durch sehr freundliche Grenzbeamte, setzten wir unsere Fahrt fort. Die asphaltierte Passstraße geht auf chilenischer Seite in eine staubige Schotter-Piste mit vielen Schlaglöchern über. Das Abenteuer Dakar geht weiter. Achterbahnähnlich verläuft der unebene Weg ständig auf und ab. Das Kribbeln in meinem Bauch findet erst ein Ende, als wir eine atemberaubende Lagune erreichen und rasten. Das kristallklare Wasser schimmert türkis in der Mittagssonne. Am Ufer blubbern heiße Quellen aus dem Boden.
Das majestätische Panorama setzt sich in Chile fort. Die Gipfel der bis zu 7000 Meter hohen Berge sind leicht verschneit. Mitten in der Gebirgskette fällt mir plötzlich eine grün bewachsene Felsenlandschaft ins Auge. Sie wirkt in der graubraunen Umgebung wie eine Oase. Ich muss mich wiederholen, diese abwechslungsreiche Natur ist einfach überwältigend. Meine Meinung wird nur noch bestätigt, als wir gegen Mittag einen steinigen Canyon durchqueren. Vorbei an Goldminen geht es anschließend zum Etappenziel Copiapo.

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