Die Autos der Anderen
“Kann ich mir mal schnell dein Auto nehmen?” … Den Satz haben Sie schon einmal gehört, oder? Er klingelt in Ihren Ohren in den Varianten ”mal nur kurz ausleihen, mal für einen Nachmittag, mal für einen ganzen Urlaub”. Wenn Sie einen VW-Bus haben – sind Sie der beste Freund aller Umzugshelfer und Festivalbesucher. Wenn Sie ein zugkräftiges Auto mit Anhängerkupplung haben (und womöglich auch noch einen Anhänger) werden Sie auch gern gebucht, und wenn es für eine Ladung Müll zum Abfallwirtschaftshof ist. In vielen windigen WGs hängt der Autoschlüssel verlockend an der Pinwand, Unfälle werden dann kommunenhaft aufgeteilt (HA-HAA) und auf den Strafzetteln kann man ja sowieso erkennen, wer gefahren ist. *Grusel grusel*. Ich stelle mir ganz viele Fragen. Aber gar nicht rein theoretisch, weil ich auf der Suche nach einem neuen Thema bin, sondern ganz pragmatisch. Ich bin in Dänemark und möchte für nunmehr 8 hungrige Schnäbel frische Brötchen zum Frühstück holen, und Sarahs Seat parkt meinen V8 zu! “Kann ich mal schnell dein Auto nehmen?” Sarah hat nichts dagegen, dass ich ihn nehme, also nehme ich ihn. Whoah. Bin ich schon mal einen Seat gefahren? SO einen Seat?

Ich glaube nicht. Es handelt sich hier um einen Toledo aus den frühen 90er Jahren mit sagenhaften 90PS. Das ist für dieses nicht gerade geschmacksbildende Automobil eine ganze Menge, selbst Örg schwärmt mit in die ferne gerichtetem Blick begeistert von dem Anzugsverhalten des kleinen Spaniers, während er verschlafen an der Kaffeemaschine herumnestelt. Ob ich irgendwas bedenken müsste, frage ich beim Rausgehen. Verwunderte Blicke. Also, ob die Bremsen vielleicht nicht gehen oder die Fenster schnell beschlagen oder so etwas. Nein, alles okay, der Seat ziehe lediglich ein bisschen nach links. Gut. Das Glücks-Schwein am Schlüssel solle besonders gehütet werden, es gehöre dazu. Da ist Sarah eigen, ohne dieses Schwein gibt sie ihr Auto nicht her. Derart vorbereitet gleite ich ein bisschen skeptisch in eine Blumenwiese von einem Auto mit dem mutigen Ziel, den 2 Kilometer entfernten Bäcker in einem Stück zu erreichen.
So ist also ein alter Seat von innen. Langweilige funktionelle Armaturen wie im Golf, alle Schalter sind an der richtigen Stelle, fühlen sich wertig an und funktionieren, jede Menge Platz und alles irgendwie ein wenig unaufgeräumt.
Der Toledo springt spontan an, dreht ruhig und rollt butterweich den Weg entlang. Fast 300.000 Kilometer hat die Stufenhecklimousine schon auf dem Buckel. Respekt!
Sarah ist keine große Freundin des klinisch reinen Fahrzeuginnenraums. Das stört mich nicht, das bin ich in meinem Umfeld in ganz anderen Dimensionen gewohnt! Sie passt soweit ganz gut zu Örg, der zum ersten mal in seinem Leben mit der historischen DS so etwas wie einen Ordnungssinn entwickelt und diese sogar schon einmal ausgesaugt hat! Für die leicht alternative Außenbemalung zeigt sich Sarah übrigens größtenteils unverantwortlich, das Auto war schon so, als sie es gekauft hatte. Seat rollt. Ich fahre einen Toledo, zum ersten mal in meinem Leben. Wahrscheinlich auch zum letzten mal, kennen SIE dieses Auto überhaupt? Ich habe den knubbeligen Exil-VW bewusst noch nie auf unseren Straßen gesehen. Ein moderner Exot. Und was für ein spritziger. Das macht ja richtig Spaß, den zu fahren…
Schwupps bin ich im Zentrum von Henne Strand und erwerbe bei Kobmand Hansen die Backwaren fürs gemeinsame Frühstück. Wo lege ich die hin? In den Kofferraum, denn auf dem Rücksitz liegen… irgendwie… na ja, andere Sachen. Mensch, was für eine große Klappe! Das von der Zentralverriegelung freigegebene Heckklappenschloss klackt leise, und ich habe das Gefühl, das halbe Auto klappt auf! Großartig. Eine Stufenhecklimousine mit Heckklappe. Ich finde das toll, auch wenn meine Brötchentüte ein wenig verloren im riesigen Kofferraum hin und her kullert. Örg hatte mir noch von ein paar dramatischen Rostherden im Unterboden berichtet, die er erstmal notdürftig mit Silikon zugespachtelt hat, damit es nicht reinregnet… Das Wort Rost schreibt man bei diesem Modell offensichtlich groß. Dieses Manko und seine Beseitigung macht die arme Sarah abhängig vom schweißenden Kotelettenträger Örg, und Abhängigkeit steht ihr eigentlich nicht. Aber Örg schweißt ja gern, besonders bei einem so seltenen Exoten…
Auf dem Weg zurück zum Ferienhaus machen sich trotz meiner Dankbarkeit, so ein Auto einmal erfahren zu dürfen, generelle Fragen breit. Wer haftet, wenn ich jetzt einen Unfall verursache? Was, wenn mir jetzt der Motor platzt? Rein juristisch? Aber das wird natürlich nicht passieren. Der Seat Toledo rollt genau so souverän und unspektakulär wieder zurück, wie sich der unaufgeregte Hinweg gestaltet hat. Mir bleibt sogar ein bisschen entspannte Zeit, die Fahrersitzumgebung zu erkunden. Im Wechsler hat sie die neue Tomte CD. Sehr sympathisch. “Und ich wander durch die warme Nacht”… Hinten liegt eine Menge Kaminholz, aber das scheint eine andere Geschichte zu sein. Hallo ihr Hungrigen – da bin ich wieder. Und ich habe Brötchen dabei! Und ich verleih’ mein Auto auch, allerdings nicht an jeden. Weniger wegen des Misstrauens als mehr wegen der großen Motorisierung und des Automatikgetriebes. Aber ich geb’s schon mal her. Klar. Wie ist das denn bei Ihnen so?
Geben Sie Ihr Auto mal an “die Anderen” ab? Auch mal für länger? Haben Sie schon schlechte Erfahrungen, gar Rechtsstreitereien deswegen gehabt…? Na – nun lese ich aber mal…
Sandmann

Stefan schwärmt heute noch von seinem Toledo, den er in den 90ern fuhr :-) Muss zumindest ein Auto sein, das Eindruck hinterlässt…
Ay Katze,
das muss an der Heckklappe liegen.
Ansonsten hat das Auto nichts nachhaltig beschwärmenswertes, es versprüht ungefähr so viel Charme wie ein Golf Kombi.
Aber bei allen Unkenrufen scheint die Karre, vom Blech mal abgesehen, zuverlässig und robust zu sein :O)
Sandmann
Ich habe in meiner gesamten Autofahrerkarriere 2x mein Auto verliehen, und exakt diese 2x führten bei beiden Fahrzeugen zum Exitus..
Leider muss ich meine unfähigkeit des Lernens in der Tatsache beweisen das es sogar derselbe Mensch war der für diese Desaster verantwortlich war…
Nun ja, zwei Autos und ein Freund weniger später ist man dann doch schlauer..
Und auch ich leihe mir nur sehr ungern den Wagen meiner Eltern, geht aber aktuell nicht anders..
Ist aber praktisch auch fast unmöglich das Auto kaputtzukriegen denn
1.) War es mal meins
2.) Wird es von mir gewartet und repariert
3.) Momentan auch von mir getankt! :D
Ay daemonarch,
wie schrecklich für deinen (ex)Freund, dass er dein Auto gleich zwei mal geschrottet hat! Er sollte anfangen, Lotto zu spielen. Oder kann er schlicht nicht fahren??? Sowas.
Deine Eltern haben dein ehemaliges Auto? Whoah. Also da ist der Generationenkonflikt bei mir offensichtlich noch ein wenig ausgeprägter. Weder im Geschmack noch in der Aktualität könnte ich mit meinen alten Leuten überein kommen, glaube ich. Obwohl… Mein Papa würde bestimmt mal den K70 fahren wollen…
Sandmann
Ay Sandmann!
Mein im “Heilige Hallen” Blog nicht erwähnter Audi 80 diente unfreiwillig schon mehrfach als Leihwagen für verschiedenste Kollegen. Mal, weil es in der Tiefgarage eines ehemaligen Schulkameraden gebrannt hatte, mal weil der Audi A4 eines Freundes den Geist aufgab, und einmal weil der neue Gebrauchte eines Kumpels erst einige Tage nach dem Verkauf des alten abholbereit war.
Jedenfalls waren bisher alle “Ausleiher” begeistert vom spartanischen Charakter und der gnadenlosen Direktheit des alten Quattros. Und der Wagen kam unaufgefordert immer intakt, sauber und vollgetankt retour.
Einmal gab ich den Siebner in die Hände des BMW-Werkstattmeisters zum Zweck des Warmfahrens vor der Abgsauntersuchung. Nach 5 min. klingelte mein Handy und der Mechaniker meldere zerknirscht den Exitus des Automatikgetriebes…
Gruss, Stefan H.
http://www.postimage.org/image.php?v=Pq1bQ15A
Ay Stefan, Bändiger des spartanischen Audi 80 :-)
ich war seinerzeit so geplättet von deinen Schätzen in der Halle, dass ich die Fotos vom 80er (am kommenden Tag) ein wenig verriss. Aber er ist und bleibt ein sehr begehrenswertes Auto, der “Nackt-Quattro”.
Da schmeckt die Geschichte mit deinem 7er weniger gut ;-)
An meinem V8 erzählen viele Beulen und Kratzer von den Verleihaktionen, die er hinter sich hat. Egal. Es ist ja nur ein Auto… Und er läuft…
Wir sollten uns mal dem 80er mit einer eigenen Geschichte widmen. So original und schlicht, wie er ist, scheint er mir nahezu einzigartig…
Einen schönen Abend in die Schweiz
Sandmann
Ay Jens
EINMAL und nie wieder habe ich meinen Wagen verliehen. Ok. Wenn ich ehrlich bin, würde ich ganz bestimmten Leuten den V8 auch ausleihen. Aber die sind erstens vernünftig und zweitens etwas größere Karren gewohnt.
Aber kommen wir zum einmal und nie wieder.
Ich hatte damals den besagten Golf zwei. So´n bißchen heißgemacht mit ner anderen Nocke etc. .
Ein damaliger Freund wollte sich den Wagen ausleihen, um seine Freundin zu besuchen. Ich stimmte zu, er sollte aber den Motor vernünftig warm fahren, bevor er auf den Pinsel trat. Ein anderer Freund war auch gerade zugegen, als er den Wagen abholte. Nun ja. Rein in den Wagen und dann fuhr er dahin. Ich hatte vorher ein etwas ungutes Gefühl und hatte meinen Vater nach seinen Schlüssel von dem Audi 100 2,3 Liter gefragt. Wir “langsam” hinterher. Nach knapp 10 Kilometern hatten wir meinen Golf eingeholt und wurde durch höfliches auffordern meinerseits an den Straßenrand befördert. Tür auf, reingelangt und Tür wieder zu. Diesmal saß dann mein anderer Freund am Steuer. Nachdem ich dem “Motor im kalten Zustand hochjagendes etwas” die Meinung gegeigt hatte, bin ich dann mit dem Audi meines Vaters von dannen.
Keine zwei Monate später hat mein Ex-Kumpel dann den Pokalsieger eines Schrauberkollegen vollkommen zerlegt. Scharfe Kurve, er geradeaus mitten in ein Wäldchen. Ihm selber ist nicht´s passiert. Der Wagen war aber einfach nur tot. Selbst die Sitzschiene des Beifahrersitzes war gebrochen. Die Dümmsten haben doch immer wieder das größte Glück.
V8 mäßige Grüße
Markus
Ay Markus,
wenn ich höre, wie einige Nachbarn morgens ihre kalten Motoren im ersten Gang den Berghoch jagen… da bekomme ich eine heftige Gänsehaut. Man fühlt regelrecht mit den Maschinen mit…
Aber sei doch trotzdem froh, dass dein “Ex”-Freund aus dem anderen Auto unverletzt ausgestiegen ist. Schmerzen wünscht man doch eigentlich keinem, oder? Und eine Lehre wird es ihm schon gewesen sein…
Sandmann
Ach Sandmann,
so viel Aufmerksamkeit hat die schlichte Seele des Typ85 gar nicht nötig – er ist und bleibt einfach ein unauffälliger Wagen, der einen nie im Stich lässt. Ich selbst musste auch schon mehrmals auf seine treuen Dienste zurückgreifen und ihn entgegen allen Vorsätzen im Winter fahren, wenn der Alltagswagen unvermittelt streikte.
Wenn dieses Auto mich je im Stich lässt, dann verliere ich den Glauben an die gute alte Technik. Darum geniesst es in besonderem Masse meine Hege und Pflege und wird auf ewig Bestand im Fuhrpark haben.
Schöne Grüsse in den Norden,
Stefan H.
Ay Stefan,
na ja, Aufmerksamkeit verdient er schon, wenngleich vielleicht keinen Rummel mit viel Gedöns. Gerade, weil er so eine schlichte Seele ist, ist dein Quattro in meinen Augen einzigartig. Ich sah nie zuvor ein so spartanisch ausgestattetes Allradfahrzeug mit viel Ringen ;-)
Halt ihn wie alle deine anderen Schätze wohl gehütet und gib ihnen regelmäßig die Meilen, die sie fressen wollen…
Sandmann
Moin Sandmann,
jo, den Seat kenne ich. Als ich damals noch im Autohandel gearbeitet habe, war Seat ein rotes Tuch. Die standen wie Blei auf dem Hof.
Meine Autos habe ich noch nie verliehen. Da vertraue ich den Leuten zu wenig. Meinen Mondeo sowieso nicht, der hat für die meisten Leute zu viel Größe und Hubraum.
Naja, zu Bundeswehrzeiten habe ich meinen Kadett gelegentlich meinem Schwager geliehen. Aber der ging recht pfleglich damit um. Ausserdem war er gelernter KFZ-Mechaniker….
Steffen.
Ay Steffen,
wie Blei? Lag es an der knubbeligen Optik? Einen Jetta hat man bei VW doch auch einigermaßen absetzen können, und der Toledo macht auf mich einen recht robusten Eindruck. Und mal im Ernst: Die Heckklappe ist doch großartig, oder???
Es kristallisiert sich sowohl hier als auch im Audiforum (ich stellte da diese Frage nach dem Verleihen auch) heraus, dass Autos nur an wenige Auserwählte gegeben werden. Hm. Ich bin vielleicht unter ganz vielen vorurteilsfreien Autoverleihern groß geworden, aber soweit ich mich erinnere haben alle meine Freunde ihr Auto immer mal her gegeben. Und sind glaube ich auch nie enttäuscht worden.
Sandmann
Hmmm, ich verleihe meinen Carisma nie.
Den fährt seltenst mein Vater mal. Meine bessere Hälfte mag ihn nicht fahren (zu schnell, zu tief, zu breit, zu …. wasweißich) …
Ay mrkane,
WÜRDEST du ihn denn deiner besseren Hälfte geben? Meine Freundin mag meinen V8 nicht sonderlich und ist ein wenig zurückhaltend, was die Automatik anbelangt, deshalb hat sie ihn auch noch nicht selbst gefahren. Aber wenn sie das ein paar mal gemacht hätte würde ich ihr den Wagen ohne mit der Wimper zu zucken geben, weil ich weiß, dass sie gut damit umgehen wird.
Ich habe eigentlich nie viel Gewese um den Zustand meines Autos gemacht.
Vor rund vier Jahren hat die Mutter meiner Kinder den V8 einmal zielstrebig in ein parkendes Auto rutschen lassen (2500,- Euro Schaden), einem forschen Zeitgenossen in der Innenstadt im Kreisverkehr die Vorfahrt genommen (er Totalschaden, der V8 brauchte eine neue Tür und etwas Farbe) und einen Betonpfeiler übersehen (Stoßfänger vorn kaputt). Irgendwann bekam sie dann die Aufmerksamkeit, die sie offensichtlich einforderte. Hat nicht viel geholfen, aber der Wagen wurde gerichtet und fährt bekanntermaßen immer noch.
Ich habe nicht so das Problem mit Beulen… Hauptsache die Leute kommen da heil wieder raus.
Sandmann
Hallo zusammen,
interessantes Thema, wenn auch nicht immer schön…
Ein Bekannter meiner Mutter fährt einen BMW M3, Baureihe E36. Standesgemäß natürlich gut gepflegt und vor allem unverbastelt. Es gab schon mehrere Anfragen von durchaus zahlungswilligen Mitgliedern einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, die sich den Wagen mal für einen Samstag Abend ausleihen wollten. :-)))
Unser MB100 wurde nun inzwischen auch schon mehrfach verliehen um Umzüge abzuwickeln, wie Sandmann eingangs geschrieben hat, ist man mit so einer voluminösen Blechkiste der Freund eines jeden Umziehenden. Sitzbänke raus, Hausstand rein. Bisher gabs keine Probleme, nichtmal mit nicht-vorhandenen Feinstaubplaketten in diversen Umweltzonen ;-) Die Kiste ramponiert hat schlussendlich der Eigentümers des Winterquartiers, schönen Dank auch an dieser Stelle…
Gruß vom Käptn
(dessen an einen Fiestafahrer verliehener Polo 2F aus sechster Hand richtiggehende Begeisterungsstürme auslöste – was einiges über die Qualität des Fiestas aussagt, wie ich finde…)
Ay Kutterkapitän,
das war mir klar, dass man deinen Großraumboliden für eben solche Aktionen gern nimmt :-)
Ich bin inzwischen dazu übergegangen, meinen Anhänger (gebremst, 850kg Zuladung) ohne Murren zu verleihen. Das Zugfahrzeug können die selbst besorgen. Meinen V8 darf mein engerer Familienkreis fahren, meine vier besten Freunde (aber die brauchen den eigentlich nie, außer Örg, wenn er wieder einen Trailer von a nach b ziehen will) und … ja das war’s eigentlich. An unbekannte würde ich ihn aus genannten Gründen nicht geben. Aber wenn ihn mal wieder jemand als Hochzeitsauto haben möchte, mach ich selbstverständlich gern selbst den Chauffeur. Unentgeldlich, ich finde so einen Blumenstrauß auf der Haube klasse. Ihr kennt den Blog, denke ich mal…?
Fiesta finde ich übrigens gar nicht so wahnsinnig schlecht. Einfach, funktionell, preiswert. Wo ist eigentlich Sascha???
Sandmann
Moin Sandmann,
interessante Lackierung, muss man sagen… ^^
Den Seat kenne ich, hat mir früher durchaus gefallen… groß, geräumig, von Außen zwar kein Schönling, aber das war in den 90ern fast kein Wagen ;)
Was Auto verleihen angeht: meine Geschichtslehrerin hat immer gesagt, dass man Sachen, die mit “Pf” anfangen nie und nimmer ausleiht. Dazu zählen vor allem: Pferd, Pfüller, Pfrau und Pfahrzeug.
Daran halte ich mich :D
Als ich noch nicht 18 war und das Auto, was ich jetzt fahre noch meiner Ma gehörte, sind mehrere Leute damit gefahren. Ich hab das Auto schon damals gepflegt und gewartet. Ich konnte meine Mutter dazu überreden (frag mich nicht wie ^^), 17-Zoll Felgen (normal sind 14… ähm) für den Wagen zu kaufen. Naja, nach guter Einweisung von mir konnte meine Ma damit fahren, aber immer wenn wir das Auto an jemanden verliehen haben, war ein neuer Bordsteinkuss auf einer der Felgen zu finden…
Nachdem ich das Auto bekommen und die Bordsteinschäden an den Felgen ausgebessert hab (das war ne Arbeit, sag ich Dir…), wurde das Auto nie wieder verliehen (außer an meine Mutter, das zählt aber nicht wirklich)… und siehe da: die Felgen haben’s gut überstanden. Es kamen nur 2 Schäden hinzu, die ich meiner eigenen Dummheit zu verdanken hab :).
Da es ein Kombi ist, wollen meine Kumpels immer wieder etwas damit transportieren, zum Getränkemarkt fahren etc.. Dazu sage ich immer: du kannst das Auto gerne ausleihen, aber nur im Paket mit mir als Fahrer. Dann kömmer alles machen, aber ich fahre. Somit sind alle zufrieden und es gab nie Probleme :)
Gruß aus der Kaiserstadt,
Niko
Ay espial,
keine Lackierung… eher eine Bemalung ;-)
Du sprichst wahr, in den 90ern sind nicht viele wirklich schöne Autos auf den Markt gekommen. Dankenswerterweise sind die meisten davon nun der Abwrackprämie zum Opfer gefallen. Die ehemaligen Besitzer erkennst du heute an den permanenten Tränen in den Augen, weil sie gerade ein Auto verschrottet haben, was zwar alt und hässlich, dafür aber zuverlässig und geräumig war. Und sie haben es mit Zuzahlung von 5000 Euro (natürlich per easycredit) gegen ein winziges, unter den Achseln kleifendes Plastikmobil voller elektronischem Firlefanz eingetauscht und bereuen es schmerzlich…
Ich schweife ab.
Deine Dienste MIT dem Auto anzubieten ist edel und bekommt deinen Felgen offensichtlich gut. Ich frag mich grad parallel, wann ich wohl endlich mal dazu komme, den KaSi fertig zu machen. DEN würde mein halbfinnisches Fräulein Altona bestimmt auch fahren wollen…
Sandmann
Ay Jens
Dein halbfinnisches Fräulein mag den V8 nicht? Hm. Dabei ist es doch ein so richtig schön unvernünftiges Auto mit einem bösen Verbrauch und die Ersatzteile sind auch dementsprechend teuer. Dagegen werden gehalten, das der Wagen Platz ohne Ende hat, selbst heute noch in meinen Augen Raumschiff Enterprise überflügelt und der Kultfaktor…über den brauchen wir nicht zu sprechen.
Über den Kasi müssen wir uns aber nun gar nicht unterhalten. Wer DIE Kiste nicht mag, soll sich doch beschämt in seine “moderne” Kiste setzen und von dannen fahren. Der nächste Werkstattbesuch mit Laptop und Zündkerzenwechsel wartet schon.
Dein halbfinnisches Fräulein würde den Kasi mit Sicherheit fahren. Noch einmal bitte mit Gefühl. ;)
V8 mäßige Grüße
Markus
Ay Markus,
:-) Autos sind ja auch, wenn man sie nicht nur als Transportmittel betrachtet, Geschmackssache. Und einige mag man vielleicht einfach nicht. Ich kann mit einem Q7 nix anfangen, andere finden den toll. So ist das eben.
Es wird auch Menschen geben, die einen K70 damals wie heute schrecklich finden. Mit “Kult” kann nicht jeder pauschal was anfangen. Aber egal – solange wir glücklich sind. Lasse reden…
Müde Grüße zurück
Sandmann
Moin Sandmann,
Ja Toledo, ein Super Auto- wenn der Rost und die Tristesse nicht wären.
Mein Auto verleihe ich Grundsätzlich nicht. Das ersparte mir weitgehende Probleme.
Einzig mein Vater oder Bruder (Bruder(auch KFZ) und Vater hatte beide so einen 100er)dürfen mal bei wichtigen Anlässen mit Einweisung ;-) ne Kurze fahrt übernehmen.
Andere würden gar nicht erst fragen, die wissen wie pingelig ich mit dem Wagen bin, und wollen sich keine Probleme aufhalsen.
Bei meinem Zweitwagen (täglicher Arbeitswagen) dem Golf 2 kann ich davon auch mal ne Ausnahme machen.
Ay joergfl,
gegen Rost kann man anschweißen und Tristesse ist eine Frage der Zeit – inzwischen finde ich sogar einen E-Kadett irgendwie… gelungen. Uuuuha wenn mir das vor 20 Jahren mal jemand gesagt hätte…
Du bist also auch ein eher Nicht-Verleiher… Wie die meisten. Wie schon erwähnt, eigentlich gäbe ich mein Auto offenherzig her, aber viele trauen sich nicht ;-)
Mein Zweitwagen wird demnächst der ‘71er K70 sein. DEEEN wiederum werde ich auch nur einem erlesenen Kreis zur Verfügung stellen… Da gibt es schlicht keine Ersatzteile mehr für…
So. Ich gucke jetzt noch ein paar Folgen lang Hank Moody zu, wie er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Bis morgen.
Sandmann
Ay Jens
Der E-Kadett gelungen? Hm. Mit diesen Fahrzeug haben meine Mama und ich einen superschweren Unfall gehabt. Mich hat damals ein dicker Baum im Innenraum besucht. Eine Schädelplatte war gebrochen, mehrhere Rippen durch und beide Schlüsselbeine hatten den Geist aufgegeben. Da war ich 6 Jahre alt. Der Wagen sah hinterher aus…irgendwo gibt es Photos von dem Wagen. Muß die mal bei meinen Eltern raussuchen. Wenn Du die siehst, glaubst Du nicht, daß ich überlebt habe. Ist schon toll, wenn dem Streudienst mitten in der Kurve das Salz ausgeht. ;)
Aber der E-Kadett hat meine Mama und mich ja beschützt. Trotzdem finde ich den C-Kadett gelungener. Schönere Kurven mit einem Hauch Ecke findet man selten. Gelungene Karosse in meinen Augen.
V8 mäßige Grüße
Markus der gleich ins Bett geht
Ay Markus,
oh jeeee dein Unfall war mit einem E-Kadett? Das hatte ich vergessen.
Aber wie du schon sagst, immerhin seid ihr lebend rausgekommen. Die Fotos würden mich in der Tat interessieren…
Der C-Kadett, besonders das Coupé, gefällt mir auch sehr. Leider hat die Scene ihn ja sehr verbastelt…
Sandmann
Naja,
ich stehe ja eher auf Ecken und Kanten, wie z.B. Kadett D oder Mondeo, Volvo 850… Obwohl – es gibt 2 Autos mit Rundungen, bei denen ich schwach werden würde, Prinz und 911.
Steffen.
Ay Steffen,
den Prinz mochte ich noch nie so recht, aber ich bin auch noch keinen gefahren. Einen 911 werde ich mir irgendwann einmal zulegen, irgendwas verrostetes aus Amerika, spätestens wenn meine Midlife-Crisis losgeht :-D
Sandmann
Ay Steffen
Au ja! Der alte NSU. Das ist ein wirklich schöner Weggefährte. So´n kleiner Kurvenjäger für den kleinen Mann. Über den 911 brauchen wir nicht´s zu sagen. Jener ist einfach nur teuer. Egal in welcher Lebenslage. Trotzdem ist die Karre einfach nur …geil. Alleine der Sound von dem luftgekühlten Motor. Einfach göttlich. Gegen einen 911 T 2,4 Liter hätte ich nicht´s einzuwenden. Aber für mich unerreichbar. Einfach zu teuer. Wo ist mein Lottoschein?!
V8 mäßige Grüße an die autoliebende Gang
Markus
Ay nochmal Markus,
meine neuen Pläne, ohne Terminierung: Phaeton V6 und Porsche 911 aus den 70ern. Aber beide erst nach dem K70 und dem Granada. Und wenn ich mehr Geld übrig habe.
Ein Mann muss Träume haben.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende!
Sandmann
Porsche 911? Nein danke! Ich weiss nicht woran es liegt, aber damit verbinde ich immer einen aerodynamisch zurechtgedengelten VW Käfer. Nicht mein Ding.
Letzthin durfte ich in einem Porsche 914.6 mitfahren; das war geil! Mit einem 944 könnte ich mich auch anfreunden, ja sogar mit einem 924 in der S-Version. Perfekte Gewichtsverteilung, Leichtbau, verzinkte Karosse, und den besten cw-Wert von Porsche aus den 70ern!
Gruss, Stefan H.
Ay Meister des perfekt erhaltenen Blechs,
na ja… ich mag die alten 911er gerade, WEIL sie nur ein bisschen mehr als ein aerodynamisch zurechtgedengelter Käfer sind. Pure Autos. Leider tatsächlich völlig überteuert, aber das geht wohl allen “kult” Autos so.
Wenn ich mir heute die Preise vom Knudsen-Taunus oder Granada MK1 angucke, die vor 10 Jahren niemand haben wollte… da wird mir ganz anders.
Mobile wirft beim 911 mit Preiseingrenzung bis 10.000 Euro gerade mal 10 Fahrzeuge aus! Und das erste ernstzunehmende liegt schon bei rund 7.000 und ist in echt grottigem Zustand.
Und ab 10.000 bekomme ich auch schon einen Phaeton V6…
Ach jeh. Warum nicht einfach beim Audi V8 bleiben???
Sandmann
Ay Jens
Da muß ich Dir beipflichten. Der alte 911 ist einfach nur ein pures Auto. Klar ist die Form im laufe der Jahre runder geworden, aber man erkennt immer noch die “alten” Gene in den neuen 911. Und das finde ich mehr als toll! In dem Hause Porsche ist man mit dem 911 groß geworden. Und gerade dieses Modell hält den Konzern oben. Jeder auf der Welt kennt diesen Sportwagen. Kann ich mir jedenfalls so vorstellen. Auf jeden Fall ist dieser Wagen einfach nur Kult. Und für jenen wird auch kräftig gezahlt.
Wenn man bedenkt, was für technische Inovationen die Marke Porsche in den Segment Motorsport “gefunden” hat. Und vor allem in welchem Zeitrahmen. Einfach nur genial. Sorry Jungs. Aber ich bin ein absoluter Liebhaber des Porsche 911. ;) Aber wie schon geschrieben hast Jens. Ein Mann lebt doch irgendwie für seine Träume bzw. seine von ihm gesteckten Ziele.
Und die Photos werde ich morgen bei meinen Eltern mal raussuchen Jens. Da muß beim Graben ausheben helfen. Und das bei diesen Außentemperaturen. Man arbeitet sich halt warm.
Wünsche noch ein angenehmes Wochenende.
Wir lesen uns
V8 mäßige Grüße
Markus
Ein nächtliches Guten Abend :-)
irgendwie bin ich bei Californication und Hank Moody hängen geblieben, wie so oft in den vergangenen Tagen. Er fährt auch einen abgereppten 911, an dem der rechte Scheinwerfer kaputt ist.
Der Kindergeburtstag ist vorbei, die kleinen Ladies schlafen inzwischen eng aneinandergekuschelt, und wenn ich Glück habe werden sie auch erst nach Sonnenaufgang wach. Irgendwo in der einen Ecke von Hamburg grillt die ROZ100 Klique die letzten Fleischlappen des Sommers, und in der anderen Ecke ist ein schöner Abend mit meinem halbfinnischen fräulein Altona als attraktive Gastgeberin vermutlich gerade in vollem Gange. Mögen sie alle eine gute Zeit haben :-)
Ich geh dann mal schlafen und träum mir ein paar Dinge herbei, an denen es sich zu arbeiten lohnt. Gute Nacht und bis bald.
Sandmann
Hihi,
meinen alten Golf kann jeder haben, der ihn sich ausleihen will. Die Währung heißt Benzin. Und wenn Beulen drin sind, dann sind Beulen drin. Ist nur ein Auto.
Abel
Endlich mal ein relativ Gleichgesinnter!
Danke.