Mir träumte, ich sei ein Reisender. Vielleicht bin ich Außendienstmitarbeiter einer gut gehenden Firma, vielleicht bin ich Vorstandsmitglied mit Flugangst, vielleicht habe ich einfach viele bundesweite (europaweite?) Standorte und möchte diese regelmäßig abfahren. Komfortabel, schnell, sicher. Was würde ich mir wünschen, um mich herum, in meinem Auto? Was brauche ich wirklich und was nicht? Was ist auf selbstgefahrenen, langen Reisen sinnvoll, und worauf kann ich durchaus verzichten? Ich bin der Steuermann in einer 5,18 Meter langen Chauffeurslimousine. Nach fast 2 Woche in einem voll ausgestatteten BMW 750 Li und 1000 Kilometern Strecke kann ich ein erstes Resümee ziehen. Wer ist eigentlich dieser Abraham? Und warum fühlt man sich in seinem Schoß so behütet?
Abraham ist eine der zentralen Figuren des alten Testaments.
Gemeinsam mit seinem Sohn Isaak und seinem Enkel Jacob gilt er nach der biblischen Überlieferung als Erzvater der 12 Stämme des Volkes Israel. Die umgangssprachliche Redewendung “Sicher wie in Abrahams Schoß” geht auf die gleichnishafte Erzählung des Lazarus zurück. Lazarus lebte ein Leben in Armut, liegt aber nach seinem Tod im Himmel behütet in Abrahams Schoß, während ein egozentrischer Reicher nach einem lasterhaft gelebten Leben in der Hölle schmort. Nun gab es damals noch keine Autos, und ich bin weder bettelarm noch kommen die Besitzer eines solchen Autos, wie ich es gerade bewege, pauschal in die Hölle. Aber sicher fühle ich mich in diesem bayerischen Prachtstück schon. Ist diese Sicherheit nur angetäuscht, oder funktionieren die elektronischen Helferchen tatsächlich so zuverlässig?
Fangen wir einmal mit dem Motor an. Sicherheit bedeutet, jeder Verkehrssituation Herr zu sein und bei Bedarf auch einmal zügig zu überholen. Ob dafür 4.4 Liter Hubraum, ein Bi-Turbolader, 407PS und 600NM Drehmoment notwendig sind sei zunächst dahin gestellt. Fakt ist: Ich reise erwartungsgemäß entspannt und bequem mit diesem Triebwerk. Es ist weder zu hören (och – schade eigentlich) noch zu spüren. Ob an der Ampel der Motor noch läuft entnehme ich ausschließlich der Nadel des Drehzahlmessers, die bei Lanz-Bulldog-ähnlichen 500 Umdrehungen festgemauert ist. Ich kann aber auch zügig! Kiel – Flensburg geht in 40 Minuten, wenn es mal sein muss. Und hier gerate ich in den Rausch der nicht gefühlten Geschwindigkeit! 200km/h sind sehr schnell erreicht, und sie fühlen sich an wie 100km/h! Der Wagen liegt fest und spurtreu auf der Bahn und pflügt wie ein Ozeanriese durch den Verkehr. Vor mir springen vereinzelt andere Autos beiseite. Einige aber trotzig auch nicht. Obwohl diese Autos auch 160 fahren, fühle ich mich provoziert. Ich bekomme das Gefühl, dass sie mich ärgern wollen! Warum machen die keinen Platz? Die sehen doch, dass ich viel schneller möchte. Ah – Gedenksekunde. Es hat rund drei Tage gedauert, bis ich hier mit großer Selbstdisziplin ein gesundes Verhältnis zwischen Tachonadel und Ankunftswunsch entwickelt habe. Nur weil eine wahnwitzig hohe Geschwindigkeit sich nicht so anfühlt, muss man sie trotzdem nicht ausreizen. Langsamere Autos müssen nicht mit Xenon weggeblitzt werden, und ich muss auch bei 200 nicht einen Meter auffahren, um klar zu machen, dass ich gern vorbei möchte. Vielmehr fahre ich an LKWs vorausschauend vorbei, bremse bei Ausscherern profilaktisch ab und gleite mit 130 entspannt meinem Ziel entgegen. Aber – können andere das auch, wenn sie in so einem Auto sitzen? Warum gibt es denn dann so viele Drängler und Raser? Welche Psychologie greift hier? Ich weiß nicht…
600 Newtonmeter, die an der Hinterachse mit ihren 20-Zoll-Rädern reißen. ABS, ESP, Abstandswarner, intelligenter Tempomat, Fahrspurassistent, Kameras und eine Einrichtung, die mich warnt, wenn neben mir jemand fährt und ich die Spur wechseln will. Lenken muss ich aber noch selbst. Was bedeutet das in der Praxis? Ich gleite auf der Autobahn mit einer Reisegeschwindigkeit von 140km/h dahin, die Bahn ist wenig befahren. Ich setze den Tempomaten auf diese Geschwindigkeit, aktiviere den Abstandsassistenten und den Fahrspurassistenten.
Alles wird mir im wahlweise eingeblendeten Head-Up-Display dezent auf die Windschutzscheibe projiziert, gemeinsam mit der momentan gültigen Höchstgeschwindigkeit. Gut. Ich muss nicht mal mehr den Blick von der Straße nehmen. Aaaaber der Waaagen – der rollt *sing* und das tut er gar prächtig. Fährt vor mir ein langsameres Auto, verringert er das Tempo automatisch. Bei Bedarf bremst er sogar und hält gebührenden Abstand zum Vordermann. Befinden sich schräg hinter mir (im Bereich des “toten Winkels”) Fahrzeuge, leuchtet am Rückspiegel ein gelbes Warndreieck auf. Blinke ich gar links, während neben mir ein Auto ist, vibriert das Lenkrad und warnt vor der Gefahr. Wechsel ich anschließend auf die freie Überholspur, zieht der BMW wieder auf die gesetzte Geschwindigkeit an. Komme ich dem Fahrbahnrand zu nahe, vibriert ebenfalls das Lenkrad. Ich kann mir vorstellen, dass auf langen Reisen diese Helferlein Leben retten können. Und wenn sie es nur ein einziges mal machen – sind sie ihren Aufpreis wert.
Des Mannes Sofa. Auf diesen Sitzen sitze ich eine Woche lang ohne irgendwelche Druckstellen. Sie lassen sich in Höhe und Position verstellen, der obere Rückenbereich kann separat gekippt werden, die Rückenlehne und die Sitzwangen lassen sich in ihrer Straffheit einstellen. Gleiches auf den hinteren, noch geräumigeren Plätzen, selbst hier kann sich fast ein Liegesitz positionieren lassen. Sitzheizung obligatorisch. Die Mehrzonen Klimatronik arbeitet fast geräuschlos und zaubert angenehme Temperaturen im Innenraum. Vorn wie hinten, hinten kann sie ausgeschaltet werden, wenn niemand im Fond sitzt. Werde ich chauffiert, kann ich mir vom Rücksitz aus auf zwei Monitoren DVDs angucken, Fernsehen oder im Internet surfen. Alles ebenfalls über den mitgelieferten drahtlosen Kopfhörer. Blendet die Sonne oder brauche ich ein wenig Privatsphäre, lassen sich sowohl die Seitenscheiben als auch die Heckscheibe elektrisch verdunkeln. Im leinwandartigen Großdisplay vorn sind die Entertainment-Funktionen während der Fahr sinnigerweise deaktiviert, alles andere lenkt schon genug ab! Gut, die Reisebequemlichkeit des Selbstfahrers steigert dieses Paket nicht. Maximal die krakeelenden Kinder können auf dem Rücksitz mit diversen Filmchen bei Laune gehalten werden, aber so einer bin ich eigentlich nicht. Man kann ja auch mal reden…
Connected Drive. Dem werde ich noch ein eigenes Kapitel widmen. Aber schon einmal so viel: Es entspannt ungemein, eine Hotline zu haben, über die man einen freundlichen Menschen in München anrufen kann, der einem dann Reisetipps oder Routeninformationen auf das Navi sendet. Der einem vage formulierte Ziele konkret heraussucht, Hotels findet oder einfach nur die Koordinaten der Martini-Bar übermittelt. Mit Telefonnummer der Location und Zielführung. Das Display hat detaillierte Informationen zu Sonderzielen, kennt alle aktuellen Staumeldungen und kann über einen Splitscreen verschiedene Zoomstufen der Karte darstellen. Bei Bedarf hole ich mir aus dem Internet den aktuellen Wetterbericht des Zielortes mit 4-Tage-Vorschau oder lasse mich über Nachrichten und Aktuelle Meldungen informieren. Braucht man das? Ich glaube, wenn ich mehrmals die Woche unterwegs wäre und in verschiedenen Städten übernachten müsste, es wäre genau mein System.
Fasse ich einmal zusammen: Überlegene Leistung durch ein fast überirdisches Triebwerk, leise, komfortabel. Will man es wissen, ist es aber leider auch durstiger als Harald Juhnke in seinen schlimmsten Zeiten. Innenstadt und zügige Autobahnfahrten, 20 Liter wollen da auf 100 Kilometern durchaus verköstigt werden. Mir persönlich würde ein etwas kleinerer Sechszylinder genügen, wenn ich einmal die faszinierende Technik dieses Motors und meine generelle Affinität zu 8 Zylindern außen vor lasse. Elektronische Helferlein, die die Geschwindigkeit halten, den Abstand wahren und meine Unaufmerksamkeit auffangen. Sie wiegen mich in vermeintlicher Sicherheit, aber wenn ich mir dessen bewusst bin, erleichtern sie mir lange Fahrten. Zu schnell wird man zu mutig, aber es ist dann der Fahrer, der sich gehen lässt. Nicht das Auto. Solange ich sie auch alle abschalten kann, freue ich mich über ihr Vorhandensein. Extrem komfortable, straffe Sitze, vielfach an den eigenen Körper anpassbar. Klasse. Ich möchte eigentlich nie wieder auf etwas anderem sitzen! Ein Navigationssystem der kommenden Generation. Die Frage der totalen Vernetzung und des gläsernen Fahrers steht im Raum. Ich kann allerdings von mir persönlich behaupten, dass es mich überzeugt hat. Ein Mix aus Navigation und Supporthotline, DVD-Wechsler und audiospeichernde Festplatte – alles akustisch präsentiert über ein Surroundsystem. Klasse. Ich finde natürlich in einem voll ausgestatteten Fahrzeug auch Sachen, die ich persönlich nicht unbedingt brauche:
- Luftfederung mit 4-fach-verstellbaren Fahrstufen (Komfort bis Sport plus),
- ein elektrisch verstellbares und beheizbares Lenkrad,
- Keyless Entry,
- Dynamic Xenon mit Kurvenlicht und Nach-Hause-Leuchten,
- Regensensor im Scheibenwischer (obwohl – der ist echt präzise),
die Liste ließe sich fortführen. Aber das kann jeder Kunde für sich selbst entscheiden und konfigurieren. Dieser BMW hat Zubehör im Wert von rund 55.000 Euro an Bord (noch eine Gedenksekunde).
Viel Gutes, wie ich finde. Gewöhnt man sich zu schnell daran? Ist nicht auch eine lange Reise in einem alten VW K70 ein Erlebnis? Sicher. Aber ein anderes. Wenn ich den Spirit alter, einfacher Autos haben möchte, kaufe ich mir auch keinen BMW 750. Diese Fahrmaschine ist gebaut worden für Menschen, die den größten Teil des Arbeitstages hinter dem Steuer verbringen und diese Zeit so angenehm wie möglich gestaltet haben möchten. Das ist meiner Meinung nach den Münchenern gelungen. Ich habe in 20 Jahren noch nie in etwas Komfortableren gesessen!
Wie stehen Sie zu den aufgezählten Gimmicks? Haben Sie eine Meinung dazu, haben Sie einige davon schon erfahren? Finden Sie – im Hinblick auf die genannte Zielgruppe – diese Funktionen sinnvoll? Ich bin sehr gespannt.
Sandmann
22.07.09
19:33
steffeng
Hi Sandmann,
gelungener Artikel!
Elektrische Helferlein im Auto? Gegenüber meinem Ersten und meinem jetzigen Auto erlebe ich schon den Overkill. Allerdings durfte ich zwischendurch auch 7er, V8, A6 und so weiter fahren. Es ist schön solche Sachen zu haben. Wenn sie verantwortungsbewusst eingesetzt werden.
Steffen.
22.07.09
19:36
Sandmann
Verantwortung liegt beim Fahrer.
Ich google gerade nach psychologischen Hintergründen für das Raserverhalten derer, die in Cheflimousinen reisen.
Parallel stolpere ich über verschiedene Artikel über den Sinn und Unsinn großer Autos. Ich hoffe, dass kein grün gesinnter Mensch mit Hang zum Fahrradfahren sich hier angegriffen fühlt.
Wir sprechen hier NICHT über ökologisch sinnvolle Autos in einer zeit, in der die Welt vor die Hunde geht und das Benzin immer teurer wird. Das findet man in anderen Foren…
Sandmann
P.S.: Habe ich nicht gerade noch über SUVs gelästert und behauptet, dass man sie nicht braucht? *urks*
22.07.09
20:29
aushilfskutterkapitaen
Aloha,
also zunächst mal muss ich sagen, dass die Technik da drin und dahinter schon faszinierend ist. Weniger die Unterhaltungselektonik, eher die Antriebs- und Sicherheitstechnik.
Ich stelle mir allerdings langsam die Frage, wie überschaubar ist so ein Fahrzeug noch? Also ich mein jetzt nicht beim Parken, das wurde ja schon geklärt
– sondern für den Fahrer, der sich mit dutzenden elektronischen Systemen beschäftigen muss (wie dick ist eigentlich das Handbuch von dem Wagen?) oder, noch schlimmer, für die Werkstatt.
Wer überblickt das ganze im Fehlerfall und sorgt für eine bezahlbare Reperatur? Zunächst mal auf einen anzuschliessenden Diagnoserechner, und ob hier die Ergebnisse immer verwertbar sind und auf dieser Basis einen Bauteiltausch rechtfertigen? Ich kenne aus nächster Nähe einen Fall, in dem die Diagnose einen Lichtmaschinendefekt ergab, im Endeffekt wars dann aber ein (von Hand gesucht und gefundener) loser Massekontakt…
Und das war ein schnukelig überschaubarer Kleinwagen aus Niedersächsicher Herstellung =)
Das soll jetzt keine Verurteilung jeglicher Elektronik sein, aber ich finde, irgendwo muss man ansetzen, das ganze auch langfristig wartbar zu machen.
Gruß
der Käptn
22.07.09
21:23
Sandmann
Ay Kapitän,
da gibt es gute und schlechte Nachrichten.
Die gute Nachricht: Meine BMW Werkstatt weiß schon VOR mir, was mit dem Auto nicht stimmt. Denn dank ConnectedDrive setzt sich der Wagen direkt mit der Werkstatt in Verbindung, wenn etwas nicht stimmt. Das bedeutet also, dass du einen Anruf bekommst: “Hallo Sandmann, hier ist Ihre BMW Vertragswerkstatt. Ihr Auto hat uns gerade angerufen und mitgeteilt, dass eines der beiden Steuergeräte für den Handschuhfachdeckel nicht mehr funktioniert”…
:O)
Lassen wir mal im Raum stehen, ob das eine gute Nachricht ist.
Ich kann leider nicht sagen, wie einfach oder nicht einfach dieses Auto zu warten oder zu reparieren ist. Eins ist sicher: Preiswert wird hier schon mal gar nichts sein.
Man muss die Zielgruppe beachten. Hier steht ein Aushängeschild eines deutschen Premium-Herstellers. Kunden sind wohlhabende Privatleute, Geschäftsführer, Manager und Vorstandsmitglieder. Die kaufen oder finanzieren den Wagen und fahren ihn maximal drei Jahre. In diesen drei Jahren wird wahrlich nichts passieren.
Und danach? Ach – weißt du was? Ich werde BMW einfach mal diese Fragen stellen. Schließlich wird es dafür auch eine Antwort geben.
Ich habe sehr große Lust, einen 15-Jahre-Langzeit-Test mit einem aktuellen 750er zu fahren. Jeden Tag. Und einmal die Woche einen Blog zur Lage zu schreiben. Nun muss ich nur noch jemanden bei BMW überzeugen, dass mir ein geeigneter Wagen und eine Tankkarte zur Verfügung gestellt wird, den Rest würde ich sogar honorarfrei machen
Ich hole mal Preise ein. Und melde mich.
Was hältst du denn von den Sicherheitseinrichtungen? Würdest du sie nutzen?
Sandmann
22.07.09
22:04
stefanh
Wenn Du so weitermachst, Sandmann, dann befürchte ich, dass ich am Ende diese Lobhudelei noch glaube…
Noch ist es aber nicht soweit! War heute nach längerer Abstinenz mal wieder im Typ85 unterwegs und zur Überzeugung gelangt: mehr Auto braucht man nicht!
Dennoch – ich geb’s zu – würde ich mich auch nicht wehren, mal ne Zeit lang umsonst so ein Dickschiff zu manövrieren. Aber nur, wenn ich es wieder zurückgeben muss/darf.
22.07.09
22:13
Sandmann
Ay Behüter der alten Autos,
du sollst keine Lobhudelei glauben, sondern dich mal dem modernen Elektronik-Overload öffnen :O)
Umsonst fahren ist übrigens eine relative Aussage. Momentan setz ich mich ziemlich unter Termindruck mit Fotos und Berichten. Bin heute Nachmittag fast beim Fotografieren überfahren worden… Was man nicht alles so macht.
Dennoch: Ich freu mich schon jetzt drauf, morgen früh den Start-Knopf zu drücken! Noch 4 Tage…
Sandmann
22.07.09
22:28
aushilfskutterkapitaen
Hallo Sandmann,
der Wagen telefoniert tatsächlich nach Hause? Nette technische Spielerei, muss ich schon sagen!
Sicherlich hast Du recht, was die Zielgruppe dieses Wagens angeht; andererseits wandert die Kiste ja aber nicht in die Schmelze wenn der Leasingvertrag ausläuft
Mal schaun was die Jungs aus München dazu meinen *g*
Was diese Sicherheitseinrichtungen angeht – klar, ich würde sie nutzen, wenn es gerade sinnvoll ist. Ich finde, das sind Dinge, die zu so einem Auto eigentlich perfekt passen, weil sie das fahren auf langen Strecken entspannter machen. Finde ich jedenfalls… es käme bestimmt auch kein Pilot auf die Idee, auf einem Transatlantikflug den Autopiloten nicht einzuschalten
)
Gruß
der Käptn
22.07.09
22:30
Sandmann
Aye Käptn,
genau so. Passt zum Auto. Passt vielleicht nicht zu dir oder mir, aber zum Auto. Ich mag ihn…
Am Montag werde ich mich ein bisschen wie Aschermittwoch fühlen, wenn ich auf den V8 umsteige. Ist das nicht schräg? Da setzt du dich in eine Limousine, die 1993 auch mal eben 135.000 Mark gekostet hat. Und du hast das Gefühl, in einem spartanisch ausgestatteten Mittelklassewagen zu sitzen.
Was wird denn dann in 20 Jahren erst sein? Na – mal sehen. Wir werden es ja erleben…
Bis dahin.
Sandmann
22.07.09
22:34
michi
Lieber Sandmann,
mit Erstaunen verfolge ich Deinen Sinneswandel
Warst Du nicht derjenige, der sich am Flughafen Zürich in meinen D3 gesetzt und gemeint hat, dass das zwar alles schön aber überflüssig sei? Und dass man ja den Motor gar nicht mehr höre? UUUUUND dass dieser ganze Steuergeräte-Overload nichts für einen Puritaner sei?
Naja, immerhin scheinst Du den Wechsel zu moderneren Autos als den Audi V8 mittlerweile wenigstens irgendwie nachvollziehen zu können
Wenn ich ein paar Tage den V8 gefahren habe, freue ich mich jedenfalls auch, mal wieder den Start-Knopf im A8 zu drücken. Und umgekehrt ist es auch reizvoll, dann wieder in den V8 zu steigen und altmodisch den Zündschlüssel zu drehen. Hat eben alles seinen eigenen Charme.
Bleibt noch zu sagen, dass ich den aktuellen 7er BMW hässlichst finde. Genau wie seinen Vorgänger. Ich habe heute extra mal bei einer Vertretung angehalten und versucht, Deine Eindrücke nachzuvollziehen. Geht nicht. Nein, geht gar nicht. Den äusseren Auftritt finde ich einfach nur plump und pummelig (und das sage ich, der den W140 schööööön findet). Das Interieur ist vom Prädikat “geschmackvoll” ebensoweit entfernt, wie das Matterhorn vom Mount Everest. Alles zerklüftet, überall Furchen, irgendwie beliebig. Ich wünsch’ mir den E38 zurück – was war das doch für ein elegantes, in sich abgeschlossenes, wunderschönes Automobil…
/michi
22.07.09
22:41
Sandmann
Ayyy Herr der Steuergeräte,
da sprichst du ein wahres Wort. Wobei – ich finde das alles sehr unterhaltsam und sinnvoll, aber ich muss es ja auch nicht im Alltag bewegen. War dein A8 nicht derjenige, der irgendwelche undefinierbaren Star-Allüren an den Tag legte und das eine oder andere Elektrik-Problem hatte?
Offensichtlich scheint das jetzt Vergangenheit zu sein, gut so.
Interessant, wie sich die Geister am Design des 7er scheiden. Ich wiederhole mich, aber ich finde ihn echt gelungen. Hm. Na ja, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten, würden wir auch alle den gleichen Frauen hinterher laufen. Und das wäre ja irgendwie doof. Für die Frauen. Und für uns auch.
*seufz*
Ich bin keine Zielgruppe. Eher für den E38. Aber das ist eine andere Geschichte…
Liebe Grüße runter in die wunderschöne Schweiz!
Sandmann
22.07.09
22:59
michi
Oha.
Kannst Du mal meinen fälschlicherweise angewandten Nominativ durch einen Akkusativ ersetzen?
Und ja, der D3 funktioniert nach anfänglichen Merkwürdigkeiten mittlerweile KOMPLETT fehlerfrei – und das nach 6.5 Jahren Lebenszeit und 145’000 km. Ich finde das in meiner Eigenschaft als Informatiker bemerkenswert…
Das mit der Geschmacksfrage beim schönen Geschlecht und dem Hinterherlaufen besprechen wir mal bei einem Fläschchen alten Burgunder auf der Sonnenterrasse
Es gibt da eine insgesamt 16 Jahre umfassende abendfüllende Geschichte…
Beste Grüsse ins ebenfalls sicherlich genauso schöne Kiel,
Michi
23.07.09
06:46
Sandmann
Ay Michi,
Nominativ? Akkusativ? Tat ich so richtig? Sonst muss ich nochmal meine Tochter fragen, obwohl die Ferien hat…
Auf den Burgunder komme ich zurück. Versprochen. Obwohl Kiel zwar alles andere als wunderschön ist, aber wenn du mal riesengroße Fährschiffe neben der Fußgängerzone parken sehen willst bist du auch hier jederzeit herzlich willkommen. Inklusive Gästezimmer.
Auf in den Tag.
Sandmann
23.07.09
07:32
sascha
Hey Sandmann!
Eigentlich fehlt nurnoch das er von selbst lenkt. Aber ich denke, dass man sich nicht auf seine Helferlein zu 100% verlassen sollte. Aber geil ist das schon. Ich fahre gerne die S-Klasse meines Vaters. Trotz großem 6 Zylinder-Commonraildiesel bekommste vom Motorgeräusch nicht viel mit.
Ich hoffe es kommt ein Bericht von der Wiedervereinigung von dir und deinem V8.
Gruß
Sascha
23.07.09
07:55
Sandmann
Ay Sascha,
den Bericht von der Reunion wird es geben, hier und bei motorkultur und bei Audiv8.com
Ich sehe als Alternative immer die K70 Tour mit Örg in den Schwarzwald! Ohne jeglichen technischen Kram an Bord, mit einem Atlas von 1973 und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Da sind wir auch angekommen, es war extrem lustig… aber wir waren auch ziemlich zerschreddert am Abend.
Seit dem hat sich einiges getan…
Wir lesen uns!
Sandmann
23.07.09
10:43
calimero
Jaaahahaaaaaa
da ist ja der KaSi wieder!!!
Herrlich.
Mein Golf 1 hat keine Sicherheitsdinge drin, kein ABS und keinen Airbag, nicht mal eine Servolenkung. Ich weiß nicht was passiert wenn ich einen Unfall baue, ich versuche einfach möglichst aufmerksam zu fahren.
Gute Sitze und Reisetauglichkeit haben übrigends nicht unbedingt was mit Leder und Luxus zu tun. Wir waren vor drei Jahren mit dem Golf an der Cote d’Azur und sind recht entspannt angekommen. Es war warm und hat ein bisschen länger gedauert, aber der Weg ist das Ziel.
Trotzdem – schöner Autowagen, der BMW
Abel
23.07.09
19:42
Sandmann
Ay Calimero,
ja, ich erinnere mich auch gut an meine Touren an die Blaue Küste, damals noch mit Ford Taunus Coupé oder Granada Coupé
Das ging auch irgendwie.
Aber man wird ja nicht jünger und man wird bequemer…
Sandmann
27.07.09
09:41
holzfred
Hallo Leidles….
I ben au mol widder do… Grins.
Ich fahr ja privat meinen alten S6/V8 und geschäftlich hab ich dann einen 2005er 350S zur Verfügung. Auch der besitzt ja schon so einige Helferlein und Popowischer, die einem das Fahren schon wesentlich erleichtern. Die Vorteile des MBs sind, dass man im Sommer noch während der Fahrt entspannt telefonieren kann UND auch noch was versteht. Die sänftenartige Ruhe ist gerade auf Geschäftsreisen doch ein Vorzug par excellence. Anders in meinem alten S6. Der ist laut, er brüllt, die Klima pfeifft und und und. Trotzdem liebe ich den Kontakt, den er mir vermittelt. Eins Maschine, die ich befehlige, die genau das tut, was ich will. Mein Wille geschehe und ich spüre was ich tu. Sei es mit dem Popometer oder durch die restlichen Sinne. Aber genau das will ich eben auch, sonst hätte ich ihn doch schon längst abgegeben. Ausserdem gefällt mir extremst, dass mein altes Auto so wenig auffällt, wenn er irgendwo in der Ecke geparkt wird. Kein Mensch drückt sich die Nase platt oder hat irgendwelche Gedanken, seinen Neid per geschärfter Schlüsselklinge im Blech zu verewigen. Nur wenn er losgelassen… Mir zaubert es das Grinsen ins Gesicht. Beim MB bin ich Mitarbeiter der Firma XYZ und erledige meinen Job. Mehr nicht…
Achja, ich vergaß… Beim MB kommte ich immer entspannt an. So entspannt, dass ich nicht länger als 6 Stunden am Stück fahren möchte, weil mir die Müdigkeit in den Körper gepresst wird. Beim S6 muss ich aktiv was tun, was mich auch wachhält… Lange wachhält. Das letzte Mal 19,5 Stunden am Stück zu einem Notfall der Familie in Almeria. In einer Sänfte oder im Schoß von irgendwem wäre ich schon eingeschlafen…
Grüßle Uwe
28.07.09
07:35
Sandmann
Aloha Holzfred,
schön, dass du mal wieder reinschaust!
Du sprichst das telefonieren im Auto an…
Seit ich seit gestern um 16.00 Uhr keine gut klingende Freisprecheinrichtung nebst von dir angesprochenem sehr leisen Auto um mich herum habe, mache ich mir gedanken über eine solche.
Im BMW zu Telefonieren, Handy dabei über Bluetooth gekoppelt, war schon sehr entspannt. Jeder konnte mich gut verstehen, und mein Gegenüber kam nahezu glasklar aus den Lautsprechern und ich konnte die Lautstärke über die Tasten am Lenkrad verstellen. Höchst komfortabel, ich habe selten so viel im Auto telefoniert. :O)
Auch wenn ich noch immer nicht weiß, wo beim BMW das Mikro ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
Gibt es vielleicht irgendwo auf dieser Welt bezahlbare Freisprecheinrichtungen, die richtig gut klingen, und das auch für die Person am anderen Ende der Leitung? Muss ja nicht mal Bluetooth sein. Was ich bisher an Nachrüstgeräten gehört habe macht jedem Radiowecker Konkurrenz, da nehm ich dann doch lieber kurz das Telefon an mein Ohr…
Jemand eine Idee oder Erfahrungen?
Oder… mach ich kurz einen neuen Post auf…? *grübel*
Sandmann
13.08.09
09:59
calimero
Da fällt mir noch was ein, weil du dich in dem BMW ja offensichtlich gut aufgehoben fühlst:
Gibt es schon Crashtestberichte und Bilder von verunfallten neuen 7ern?
Allein die Größe und die Länge der Motorhaube lassen den Wagen ja schon wie eine Festung wirken.
Obwohl bei Vollgas auf der Bahn ein Brückenpfeiler auch nur ein Brückenpfeiler ist. Oder weicht er automatisch aus?
Abel