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während noch immer alle lauthals und mit dicken Adern auf der Stirn über die Abwrackprämie philosophieren und Juny schamlos und munter schweißtreibende Schrottplatzbilder in den Kommentaren postet, wird in Kiel gerettet, was noch zu retten ist. Um die Zeit zu überbrücken, bis es warm genug ist, um an den eigenen Kisten zu schrauben hat sich der Örg selbstlos des Autos eines Freundes aus Hamburg angenommen: Ein 1964er Mustang! Das allererste “Pony Car” gehörte schon immer zu der erschwinglichen Kategorie meiner Traumwagen… hier haben wir ein Exemplar, was der Vater des heutigen Besitzers neu in den USA erwarb. Jetzt fährt es der Sohn. Und so langsam steht einmal eine kleine Aufarbeitung an…
Die Werkstatt. Unendliche Weiten.
Wir schreiben das Jahr 2009. Dies sind die Erlebnisse des Raumschiffs D11 und seiner Crew. Logbucheintrag 02 Zulu Delta Bravo, Captain Sandmann: Der galaktische Winter nimmt kein Ende! Statt eines warmen Frühlings haben wir hier oben schon wieder Herbst, es regnet, schneeregnet und ist allgemein nass. Wohl denen, die bei ihrem Autowagen regelmäßig den Füllstand des Wischwasserbehälters im Auge haben. Damit nicht beim nächsten Überholvorgang die Windschutzscheibe lediglich verschmiert und nicht mehr gereinigt werden kann. Das ist nicht nur lästig, sondern wegen fehlender Blindflug-Navigation auch gefährlich. Stimmt nun zwar der Füllstand des Behälters, doch ist der Schlauch zu den Waschdüsen gerissen, denkt sich der versierte Heimschrauber: “Tausche ich den doch schnell einmal aus.” Dieser Satz mag bei einem Golf oder einem Fiesta oder einem beliebigen Auto mit minimal Platz um den Motor herum nachvollziehbar sein. Beim Audi V8 ist alles anders.
Sag doch einfach… wir fahren Golf.
Nein, es ist kein ordinärer Golf. Es ist IHR Golf. Würde man mir vor 15 Jahren gesagt haben, dass ich einmal mit einer Frau mein Leben teilen könnte, die einen Golf fährt… ich hätte mir vermutlich eine Kutte übergeworfen und wäre in ein keusches Kloster eingezogen. Aber man wird älter und reifer. Und eines Tages sieht man ein, dass es Menschen gibt, die Autos nicht nur nach ihrem Hintern und ihren Formen beurteilen. Die einfach komfortabel und zuverlässig von a nach b kommen möchten. Und wenn dann im Rahmen der “Hauen-wir-die-Reste-Raus” Philosophie bei VW kurz vor dem Modellwechsel 1996/97 noch eine Klimaanlage, eine Servolenkung, Zentralverriegelung, 5 Gänge, Sonderlack und -bezüge und verstellbare Spiegel auf die Alufelgen gebaut werden… Dann kann das nur ein Golf BON JOVI sein. Einer mit inzwischen kaputtem Auspuff. Und, ach ja… er bremst sich irgendwie komisch. Sandmann, kannst du mal gucken? So nahm das Schicksal seinen Lauf.