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Nein, kein Krimi. Ein ganz normaler Abend in Hamburg…
Hamburg, 19.30 Uhr. Ich bin auf dem Weg zu Luigi’s im Portugiesenviertel, dem Stammitaliener von Nick und mir. Etwas ist heute anders. Menschen bremsen mitten auf der A7, um mich herum blinken unheimlich viele Warntafeln und plötzlich steht alles. Und mein V8 in der ersten Reihe. Auslösung der Höhenkontrolle im Elbtunnel, Vollsperrung der A7. Na super, und ich muss da gar nicht durch! Ich muss Othmarschen runter, das ist direkt vor dem Tunnel und sogar schon in Sichtdistanz. Vor mir eine beleuchtete Geisterautobahn, hinter mir ein krakeelender Rettungswagen mit Blaulicht… und das ist erst der Anfang eines eher skurrilen Abends.
Jetzt wird’s auch noch politisch!
Wohl denen, die in diesem Jahr – allen Unkenrufen zum Trotz, Deutschland rutsche in eine schreckliche Depression – ihren löcherigen Sparstrumpf plündern und einen schicken Neuwagen kaufen wollen. Mutter Staat spendiert in der zweiten Runde der rettenden Ideen jedem Bürger satte 2500 Euro, wenn er (oder sie) im Gegenzug ihren alten, bösen, umweltfeindlichen Benzinvernichter abwracken lässt. Abwracken! Ausradieren!! Kommen einem da böse Gedanken? Neiiiiin. Schiebt das womöglich unsere Wirtschaft wieder an? Können wir unsere Atemluft bald wieder essen? Oder ist das eine unfassbar überflüssige Schnapsidee und eine Geldverbrennung sondergleichen? Na – überlegen wir doch mal gemeinsam.
Ay Gemeinde.
Da oszillieren wir (fossile Brennstoffe vernichtend) in der bunten Welt der neuen wie der alten Kraftfahrzeuge, und jetzt gehe ich nach langer Zeit einmal fremd. Ist es ein Hintergehen des eigenen Autowagens oder gar eine leidenschaftliche Affäre mit einem vermeintlich umweltfreundlichen Nebenbuhler? Was macht man heute, wenn man des Abends was Schönes vor hat und auch ein kleines Tröpfchen Alkohol, sozusagen ein Quantum Trost, zu sich nehmen möchte? Taxi fahren? Ja, aber nur zurück. Und das Auto unten in der Stadt über Nacht frieren lassen kommt nicht in Frage, ich brauche es morgen früh. Also – öffentlicher Nahverkehr. Ich fahre Bus! Stadtbus. Ist die menschenbefördernde Bakteriensammlung eine echte Alternative in einer Hochphase des Individualverkehrs?
Aus der Kategorie “ärgerlich”: Kaum nennt man zehn Tage lang einen Mercedes sein eigen (lange drauf gespart und trotzdem schon 11 Jahre alt), mußte ich am Neujahrsmorgen den ersten abgebrochenen Stern verzeichnen. Nun könnte man das auf die Feierlichkeiten zur Jahreswende schieben, aber eine nicht repräsentative Umfrage im Bekanntenkreis brachte zu Tage, dass dies wohl eher die Regel ist und man als Laternenparker sich schonmal einen Vorrat als Nachschub für die Bestückung des beliebten Kühlergrillplatzes anlegen sollte.
Aber warum brechen Menschen den Stern ab? Als Protest gegen das Establishment (zu dem ich bestimmt nicht gehöre)? Aus Neid? Aus reiner Zerstörungswut? Oder gibt es einen Schwarzmarkt für abgebrochene Sterne, von dem ich noch nichts gehört habe? Gut ein neuer Stern kostet “nur” 20 Euro, aber alle 10 Tage einen neuen kaufen, sehe ich ehrlich gesagt nicht ein. Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare und mögliche Erklärungen dieses Phänomens…