Fast zwei Tage ohne Internet ‚Äì für den¬†Online-Redakteur eine Katastrophe. Aber glücklicherweise lässt sich die Zeit an dieser Stelle ja mit einem einzigen Wort zurückdrehen. Sonntag: Peter und ich sind “on the road again”. Heute steht die finale Etappe des Effizienz-Marathons von Innsbruck nach Wien auf dem Sparprogramm. Bei strahlendem Sonnenschein. Nochmal rund 400 Kilometer im Auftrag des Dieselgeizes ‚Äì die letzte Chance für uns, weiter nach vorne zu schleichen. Die Strategie für heute haben wir uns auf den vergangenen 1200 Kilometern hart erkämpft: Die nächsten Zehntel Verbrauch sollen durch eine weitere Absenkung der Geschwindigkeit fallen. Unser schlimmster Spritsäufer, die Klimaanlage, hat natürlich immer noch Pause.
Konstant unter 100 km/h gehört mit Sicherheit zu den bizarrsten Erlebnissen, die man sich auf einer Autobahn gönnen kann. Aber es hilft. Sparfuchs Peter hat unseren A4 mittlerweile auf eine 3,3-Liter-Diät gesetzt. 3,3 Liter im Schnitt! Auf 100 Kilometer! In einer sehr gepflegten, mit allen Wassern modernster Technik gewaschen Mittelklasselimousine. Und das macht es halt bizarr. Wenn uns unser Ehrgeiz ließe, könnten wir jetzt mit lauschigen 21 Grad Innenraumtemperatur und die zulässige Höchstgeschwindigkeit leicht beugend auf der linken Spur nach Wien fliegen. Das Ganze sehr unangestrengt. Und weit näher an der eigentlichen Bestimmung unseres Reisegeräts.
Na ja, hier geht es halt um das Sparpotenzial unterm A4-Blech, nicht um die Dynamik. Auf die Art und Weise, wie wir es ausgereizt haben, ist es natürlich ein wenig wirklichkeitsfremd. Wer lässt bei 35 Grad Außentemperatur schon freiwillig die Klimaanlage aus, so er eine hat? Aber: Es ist ein Wettbewerb unter Extrembedingungen. Das zeigen auch die für höfliche Menschen teilweise sehr gewöhnungsbedürftigen Reaktionen einiger Überholenden. Nicht nur deshalb wird keiner der Sparfahrer ein Auto jemals wieder so hypergemächlich bewegen. Die Beschäftigung mit dem Thema Spritdurst in dieser Intensität wird trotzdem Spuren hinterlassen, jede Wette. Da wird in Zukunft auf jeden Fall früher hochgeschaltet und sicher viel vorausschauender gefahren als vor dieser Tour. Auch wenn mein und Peters momentaner Drang eher in Richtung Vollgasparty auf der linken Spur geht. Wir sind Highspeed-Junkies auf kaltem, sorry, natürlich sehr heißem Entzug.
Autofahren, wie wir es bisher kannten, ist eben anders. Peter hat es perfekt beschrieben: “Man meint, man fährt den Computer, und nicht das Auto.” Und genau daraus beziehen wir beiden, Vertreter der Generation Playstation, unseren Spaß, wo auf den ersten Blick eigentlich gar keiner mehr ist. Ein kleines, unscheinbares Display im Cockpit, das aktuell eine 3,3 für den Tagesdurchschnittsverbrauch zeigt, hat der Tachonadel den Rang abgelaufen. Um jedes kleine Zehntel hinter dem Komma haben wir müham gekämpft. Die 3,7 des ersten Tages erscheinen uns heute als geradezu unfassbar hoher Verbrauch. Da waren wir aber auch noch nicht so verbissen.
Nach knapp sechs Stunden Fahrt laufen wir ins Wertungsziel in Melk ein, 70 Kilometer vor Wien. Peters rechter Fuß und sein Gespür für Gefällstrecken haben sich noch einmal selbst übertroffen: Der Bordcomputer stellt uns mit 3,1 Litern Tages- und 3,4 Litern Gesamtverbrauch auf 100 Kilometer ein blendendes Zeugnis aus. Dass das nicht für den Gesamtsieg reichen wird, ahnen wir, bei der Verkündung der Gesamtergebnisse in Wien haben wir die Gewissheit. Die knauserigsten Sparfahrer Stefan Schlesiger (24) und Paul Borkel (20) ‚Äì unser Youngster-Team! ‚Äì haben die mehr als 1600 Kilometer des Effizienz-Marathons mit unglaublichen 3,32 Litern auf 100 Kilometer bewältigt, was auch Laudator Rupert Stadler (Foto Mitte), Audi-Vorstand, mit größten Respekt würdigt. Umgerechnet entspricht das einem CO2-Wert von 88 Gramm pro Kilometer ‚Äì ein unfassbar niedriger Wert gemessen an den 134 g/km, mit denen der 120-PS-TDI offiziell veranschlagt ist.
Auf den weiteren Plätzen des Siegerpodests folgen mit 3,35 und mit 3,41 Litern die beiden Teams Matthias Schreck und Jürgen Schmidt sowie Olaf Gerlach und Jens Kupfer. Peter und ich werden mit offiziellen 3,44 Litern sechste ‚Äì damit hat das Siegerteam des ersten Teils übrigens gewonnen.
03.07.08
10:26
schwitanski
dieses wochenende war ein echt tolles erlebnis was ich so schnell nicht vergessen werde. wir hatten alle super viel spass und wir haben uns auch als gruppe bestens verstanden. es heisst schon etwas wenn man bei solchen bedingungen einen serienmäßigen a4 so sparsam bewegen kann. es ist wirklich unglaublich. danke audi, danke autobild für dieses tolle wochenende
10.07.08
05:27
fruehstueckschecker
Dieses Wochenende war ein geniales Checker Test-Wochenende. Es war supertoll und erfahrungsreich. Ich hätte nie gedacht das Fahren in einem genialen Audi A4 ohne Klima bei gefühlten Ofentemperaturen so viel Spaß bringt. Freiwillig über die Autobahn schleichen. 24h bei ungeöffneten Fenstern. Schwitzen um die Wette. Toll. Danke AutoBild, Danke an das Audi Begleitteam (kompetend und nett, besonders die Herren aus der Technik!!gruß an Dienstwagen-Wastl!!!). Aber den allerbesten Gruß an den weltbesten Redaktions-Mitfahrer der Welt CHRISTIAN. Die Fahrt war keine Millisekunde langweilig.
10.07.08
09:46
calimero
also ICH seh überall nur noch weiße Autos.
Schön daß ihr Spaß hattet.
Aber jetzt fahrt mal wieder wie normale Verkehrsteilnehmer, Jungs, da bleibt man mit diesen Autos auch unter fünf Liter und das sollte reichen.
Abel