Alpenrallye: Minimales Können, maximaler Erfolg
Liebe Freunde des motorisierten Individualverkehrs,
heute waren wir Helden. Und Idioten. Fangen wir mal mit dem Heldentum an: Der Roland Halfpap und ich haben die 21. Kitzbühler Alpenrallye auf Platz 71 beendet. Wenn man bedenkt, dass insgesamt 190 Fahrzeuge teilgenommen haben, wir keinen Trip- oder Twinmaster an Bord hatten und keine Schnitttabellen benutzen konnten (weil der Kilometerzähler in unserem Puch 650 T wirklich nur Kilometer anzeigt, was viel zu ungenau ist), dann ist das eine mittelschwere Sensation. Zumindest für uns.
Dass wir trotzdem Idioten waren, dass stellte sich erst bei der Abschlussgala heraus. Ich muss da ein bisschen ausholen: Bei Oldtimerrallyes ist es ja so, dass man immer wieder eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit absolvieren muss. Rein theoretisch könnte man jetzt wie bekloppt losdüsen und kurz vor dem Ziel anhalten, um auf die richtige Zeit zu warten – dabei sollen die Teilnehmer ja möglichst gleichmäßig fahren. Deshalb gibt es immer auch geheime Messungen mitten auf der Strecke.
Der Roland und ich haben gedacht, dass es solche geheimen Messungen überall gibt, nicht nur in den Gleichmäßigkeitsprüfungen. Deshalb sind wir auch die superlangen Überführungsstrecken genau auf den km/h-Schnitt gefahren, gestern ging das über 330 Kilometer so. Das ist wirklich unglaublich anstrengend für den Beifahrer, der das alles berechnen, im Auge behalten und ansagen muss. Der Kopf droht da zu platzen.
Heute Abend beim Galaessen plaudern wir dann ein wenig mit unseren neuen Helden Peter Göbel und Toni Schmidt und erfahren nebenbei, dass es bei Überführungsetappen nie, nie, nie geheime Messungen gibt. Man kann da also einfach losfahren, kurz vor dem Ziel stehen bleiben und erst wieder losfahren, wenn man die korrekte Sollzeit erreicht hat.
Kurzum: Wir haben uns viel zu viel unnütze Arbeit gemacht. Sehr ärgerlich. Andererseits übt es ja auch. Der Roland denkt schon über einen Start bei der Rallye Hamburg-Berlin nach. Ich überlege auch schon, ob ich nicht öfter als Klassik-Rallye-Beifahrer tätig sein möchte. So einen blöden Fehler wie diesmal mache ich jedenfalls nicht noch einmal…
