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Weisheiten aus China

Freitag, 25. April 2008 um 16:39 Uhr

autochina2008.jpgChina liegt weit weg. Und seine Autos sind noch weiter entfernt. Gefühlt sind manche von hinterm Mond, die schöneren könnten durchaus zu Europa passen. Könnten, tun sie aber nicht. Denn Chinas Autos bleiben in China. Oder in Dritte-Welt-Ländern, wo keine AUTO BILD hinkommt. Nein, Chinas Marken sind noch unbekannter als böhmische Dörfer. Von Crash-Versager Brilliance vielleicht mal abgesehen. Niemand kennt Geely, Chery, Great Wall oder FAW. Schon mal von Changfeng gehört? Das klingt für deutsche Ohren so anonym wie der Wirkstoff von Paracetamol.

Deshalb wird auch niemand behalten, wie attraktiv und konkurrenzfähig der CE von Geely auf der Messe in Peking geglänzt hat. Und dass er optisch neben jedem Polo bestehen könnte. CE, wer bitte? Oder dass China so wahnsinnig wichtig ist für die Zukunft: Entweder, weil deutsche Hersteller dort viel verkaufen werden oder wir deren Billig-Schlurren abnehmen. So oder so.

Mit dieser Weisheit kehrt der Reporter, der Peking und seine Messe erlebt hat, nach Deutschland zurück und erlebt, wie ansonsten durchaus interessierte Autofans eine chinesische Mauer im Kopf haben. Kenn ich nicht, versteh ich nicht, egal. Dass VW in diesem Land mehr Autos verkauft als bei uns, dass Audi-Chef Rupert Stadler vom "zweiten Heimatmarkt‚Äú spricht, dass China schon der zweitgrößte Markt der Welt ist ‚Äì da sagt niemand "boah, ey.‚Äú Ach ja, China. China ist weit weg. Wirklich?

Wer Peking und sein Tempo erlebt hat, kann verstehen, warum führende Manager sagen, die Welt der Zukunft drehe sich um Asien. Schon bald werden Entwickler beginnen, Fahrwerke auf die schlechten Pisten Chinas abzustimmen. Oder Elektronik gegen den Staub der Wüsten abzudichten. Polster für den Geschmack dortiger Käufer zu entwerfen. Und statt an Thailands Strände reisen deutsche Urlauber ans chinesische Meer. Wegen der jahrtausende alten Heilmethoden und der günstigen Hotels. China liegt viel näher, als wir denken. Nieder mit der Mauer. Freie Sicht bis Peking!

Ein Kommentar zu “Weisheiten aus China”


  1. Sandmann schrieb am 26. April 2008 um 09:39

    Ay China-Joachim,

    ich bin sehr gespannt wie das weitergeht. Wobei mir FAW aber durchaus etwas sagt, hat dieser Hersteller nicht in der Vergangenheit die ganzen alten Walzen und Pressen von Ford Deutschland gekauft, um dort noch heute den Taunus II in alter Pracht zu bauen…
    Aber die Entwicklung scheint da ja weiter zu gehen… spannend…

    Sandmann



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