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Ay Blog-Gemeinde,
auf meinem morgendlichen Bordercollie-Auswringen bin ich heute an einem zugewachsenen Auspuff entlang oszilliert, an dem noch ein Chassis und eine alte Blechhaut hingen… stumme Zeugen des Schrottplatzes, der hier am Waldrand bis in die 80er Jahre war. Meine seriell-männlichen einfach gestrickten Gedanken schweifen seit dem um jene Kultstätten, auf denen ich mich vor noch gar nicht allzu langer Zeit rumgetrieben habe, weil Neuteile einfach nicht bezahlbar waren. Die Schatzkammer der alten Autos lag seinerzeit in Dänemark, heute liest man vereinzelt von Italien oder Frankreich… Und was ist in Deutschland? Gibt es nur noch zertifizierte, mit Öko-Ölabscheidern untermauerte und mit Stacheldraht umzäunte Autoverwertungen? Oder Schlachter wie die Ludolfs? Haufenprinzip auf Beton? Etwas ist anders. Oder kann ich plötzlich die Neuteile bezahlen???
Hamburg, das Tor zur Welt: Von hier aus stechen sie in See ‚Äì die Ozeanriesen, Frachter und Kreuzer. Doch bald heißt es auch für seltene Straßenkreuzer: Leinen los zum klassischen Höhepunkt des Jahres, Start frei für die erste AUTO BILD KLASSIK RALLYE!
Vom 11. bis 13. September 2008 geht es quer durch Deutschlands Norden gen Osten: von der Elbe an die Spree, von Hamburg nach Berlin. Das Motto der auf Gleichmäßigkeit angelegten Tour lautet: “Reisen statt Rasen” ‚Äì genug Zeit also für den einen oder anderen Landgang, die 650 Kilometer lange Strecke ist auf drei volle Tage angesetzt.
Der klassische Auto-Törn beginnt im Herzen des Hamburger Hafens. Richtung Osten führt die Strecke durch den einmaligen Naturpark Lauenburgische Seen weiter zur Mittagspause am Schweriner Schloss. Erstes Etappenziel ist Waren, direkt an Deutschlands größtem Binnensee. Die Etappe des nächsten Tages vermittelt einmalige Impressionen vom Nationalpark Müritz, zum Mittagessen in Groß Dölln am UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide kann noch einmal gründlich aufgetankt werden. Nach dem Zieleinlauf in Berlin endet die AUTO BILD-KLASSIK-Tour am Abend mit einer großen Gala und Siegerehrung in der deutschen Hauptstadt.
Auf alle Teilnehmer und Freunde des klassischen Automobils warten drei unvergessliche Tage einer professionell organisierten Veranstaltung mit abwechslungsreichen Prüfungen in einzigartigem Ambiente. Zudem bietet AUTO BILD KLASSIK einen Rallye-Lehrgang und einen Übungsparcours für alle Teams, die ihre Kenntnisse vor dem Start auffrischen möchten.
Die zentrale Homepage zum Thema ist unter www.hamburg-berlin-klassik.de zu erreichen.
China liegt weit weg. Und seine Autos sind noch weiter entfernt. Gefühlt sind manche von hinterm Mond, die schöneren könnten durchaus zu Europa passen. Könnten, tun sie aber nicht. Denn Chinas Autos bleiben in China. Oder in Dritte-Welt-Ländern, wo keine AUTO BILD hinkommt. Nein, Chinas Marken sind noch unbekannter als böhmische Dörfer. Von Crash-Versager Brilliance vielleicht mal abgesehen. Niemand kennt Geely, Chery, Great Wall oder FAW. Schon mal von Changfeng gehört? Das klingt für deutsche Ohren so anonym wie der Wirkstoff von Paracetamol. zum Beitrag »
Ayyy Gemeinde,
im Norden werden sie wieder süffisant bereitgestellt, die Benzinkanister, mit denen das alljährliche Maifeuer entzündet werden soll. Arbeitgeberfreundlich purzeln in diesem Jahr der 1. Mai, Vatertag, Himmelfahrt, Aller Fröhlichkeit und der Geburtstag von meinem Freund Olaf aus Uelzen zusammen, und in Legan zwischen Rendsburg und Itzehoe treffen sich wieder ein paar Verrückte, denen der Weg zur Schmiede in den Schwarzwald zu weit ist. Onkel Tom’s Hütte ruft die Scharen mit den großen Motoren zu Hauf. Die Gemeinde huldigt ihrem V8-Retter. Und vielleicht verreckt mir dieses mal ja nicht vor versammelter Mannschaft spektakulär die Benzinpumpe…
Peking im Abendlicht. Auf der riesigen Videowand läuft ein Werbefilm. Es klickt das Schloss einer Perlenkette, eine Frau im roten Kleid braust im Q5 gen Wüste. Später, als Audis neuer Allradler am Vorabend der Automesse in Peking präsentiert ist, lassen die Damen sich reihenweise vor dem Neuling fotografieren. Ist der Audi am Ende ein Frauentyp? Mit seinem geschwungenen Design geht der Q5 sicher andere Wege als der betont kantige Mercedes GLK, dessen Serienversion nur Stunden zuvor ebenfalls in Peking enthüllt worden ist. zum Beitrag »
China ist Chefsache. Natürlich auch bei Mercedes. Neben dem neuen Kompakt-SUV GLK brachten die Schwaben am Vorabend der Auto China 2008 auch gleich noch Konzern-Boss Dr. Dieter Zetsche mit nach Peking. Rund 100 geladene Gäste, die bei schwülwarmem Wetter in einem eigens errichteten Zelt vornehm schwitzten, ließen sich vom obersten Mercedes-Fahrer erklären, welche Bedeutung der boomende Markt für den Konzern hat. "Dies ist die erste Weltpremiere, die Mercedes hier feiert. Schon das zeigt, welchen Stellenwert China mittlerweile für uns hat‚Äú, betonte Zetsche kurz vor dem ersten offiziellen Auftritt des neuen GLK. zum Beitrag »
Ay Gemeinde,
da steht er wieder vor mir, mein Audi V8. Als wenn es gestern gewesen wäre. Räkelnd und murrend erwacht das Aluminium-Triebwerk in Erwartung von fünf Kurzzeitkennzeichen-Tagen aus seinem Winterschlaf, um mich in die Lüneburger Heide zu bringen und anschließend als Zug-Esel für den Citroen DS von Örg zu dienen. Aber so weit sind wir noch gar nicht. Wenn ich mich vor einiger Zeit noch beschwert habe, in einem Winter-A8 würde man nicht viel erleben… Jetzt ist die Sandmann-Edition wieder für einige Tage auf der Straße! Und es geht ohne Umwege durch die ersten kleinen Katastrophen…
Welch eine Guten-Morgen-Lektüre: “Eine Tablette direkt nach dem Stuhlgang einnehmen,” steht auf dem labbrigen Beipackzettel geschrieben. Weitere Zitate sind an dieser Stelle wohl weder erwünscht noch vonnöten. Denn ja, es hat mich erwischt. Und wie! Das Obst von heute Mittag, der Fisch in Varanasi, das Hühnchen-Curry oder doch das etwas säuerlich schmeckende Risotto von Allahabad? Was auch immer, die Nacht verbrachte ich jedenfalls als Pendler zwischen Bett und Klosett. Nur Arzneimittelchemie kann jetzt noch helfen, die unplanmäßigen Boxenstopps während meiner letzten Ferrari-Fahrt im Rahmen der Magic India Discovery auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. zum Beitrag »
Es sollte ein echter Härtetest werden, heute auf der vierten Teiletappe von Allahabad nach Khajuraho. Zwar verheißt das Roadbook mit rund 300 Kilometer nicht gerade eine unlösbare Aufgabe – zumindest gemessen an den braven Autobahnpassagen der Vortage ‚Äì jedoch lässt die Route nun den, vielleicht nicht gerade samtigweichen aber immerhin akzeptablen, Fernstraßenasphalt hinter sich und schlängelt sich hinaus in die ländlichen Gebiete des Subkontinents. Dort, jenseits von Blechkolonnen und Schwerindustrie gibt Indien auch endlich seine wahre Schönheit preis. Drängten sich an den Hauptverkehrswegen noch schmuddelige Dörfer mit gigantischen LKW-Schrottplätzen und stinkenden Mülldeponien, offenbart sich längsseits der schmalen, baumgesäumten Landstraße nun die klischeehafte Seite des Landes. zum Beitrag »
“Varanasi ist die Stadt der Toten,” verkündet unser Stadtführer mit gesetzter Stimme. Zugegebenermaßen wenig einladend. Allerdings bezieht sich die Tatsache eher auf die hinduistischen Glaubensanhänger als auf uns Mitteleuropäer. In der heiligsten aller Städte zu sterben, gilt dem Hinduismus nach als großer Glücksfall und hat die sichere Erlösung zur Folge. Doch auch zu Lebzeiten sollte sich jeder Hindu einmal im trüben Gangeswasser von seinen Sünden reinwaschen. Jeden Morgen pilgern demnach tausende Gläubige durch die engen Gassen in Richtung Ufer. In der angenehm lauen Morgenluft wabert der Geruch von Blumen, die als Opfergaben den Göttern dargeboten werden. Priester singen vor den Tempeln, Menschen meditieren. Hinzu mischt sich der Rauch der Krematorien, die im Akkord in weißes Tuch gehüllte Körper aufbahren, unter freiem Himmel verbrennen um schließlich die Asche als besondere Zeremonie auf dem Wasser zu verstreuen. zum Beitrag »