Teil II. Der Heimweg.
Ei liebe Ostergemeinde,
da stehen wir nun, mit einem gerade gekauften 37 Jahre alten VW K70. So alt wie ich. Aber mit größeren Standschäden. Vor uns liegen 430 Kilometer Autobahn und noch einige Aufgaben: Dringend tanken (noch 600 Meter), für Andinho ein Handyladekabel kaufen, für mich eine Zigarettenanzünder-Steckdosen-Verlängerung für mein Navi, die einzige Unterhaltung auf dem Weg… und… irgendwie wimmert der Keilriemen zu doll. Und warum bremst das Auto, obwohl ich nicht bremse? Keine Entspannung an der Front der goldenen Retros, und der Tag ist noch lang.
Gleich 10 Meter südlich der liebenswerten kleinen Tankstelle ist eine Werkstatt. Hier kann der deutsche Arbeitnehmer sein malades Mobil heile machen lassen. Das ist nicht selbstverständlich an heutigen Tankstellen, wo es zwar alle Varianten von Alkohol, Zigaretten, Pizza, Gurkensalat und Schminkzubehör zu kaufen gibt, der jobbende Student an der Kasse einen aber ungläubig anschaut, wenn man einen Scheibenwischer erwerben möchte. Das auf den Wagen zeigende ältere Pärchen links liegen lassend rollt der KaSi quietschend, wimmernd und nach verbranntem Gummi riechend mit der goldenen Nase in die vollgestellte Halle.
Natürlich hat der freundliche Mechaniker mit dem regionstypischen Oberlippenbart damals auf so einem Auto gelernt! Was sonst? Von ganz tief unten holt er einen doppelt so breiten neuen Keilriemen und walgt ihn geschickt auf die drei gut zugänglichen Scheiben von Kurbelwelle, Lima und Wasserpumpe an der Stirnseite des NSU-Triebwerks. Noch während wir über die nur mit Blechbügeln gehaltenen 8 Ventildeckel reden, scheppert mein Telefon und Ingo aus dem K70-Club, wo ich mich seit immerhin drei Tagen tummel, erkundigt sich freundlich nach meinem Befinden und der Fahrgestellnummer. Wau. Wir plaudern ein wenig, während das gute Super in den Tank gurgelt (eigentlich Normalbenzin, aber beides kost’ ja momentan gleich viel) und vertagen uns auf später. Andinho und ich wollen echt langsam mal nach Hause…
Gleich wirkt das ungeliebte neu beriemte Kind aus Neckarsulm entspannter, quietscht nicht mehr aber dreht noch immer nicht so vorantreibend, wie man es von 75PS erwarten könnte. Andinho hinter mir blickt sichtlich verwundert, als ich auf der Autobahn nur noch 70 im dritten Gang schaffe und merke, wie die vorderen inneren Bremsscheiben nach und nach vom festen Griff der Backen fester gepackt werden. Fluchend, qualmend und stinkend rollen wir erneut rechts ran, und ich drücke die Nummernwiederholung…
Althase Ingo weiß, dass die K70 nach längerer Standzeit immer feste Bremsen haben. Freikloppen bringt zunächst Abhilfe, aber nur bis zum nächsten Fußkontakt mit dem Bremspedal, da hilft kein freibremsen, die müssen zerlegt und gangbar gemacht werden. Auf meine Frage, wie ich denn wohl mit dem Auto heute noch bis nach Kiel kommen könne, antwortet er cool: “Einfach nicht mehr bremsen“.
Gesagt, getan. Ein Testlauf durch das Gewerbegebiet mit Ziel McDonald’s ergibt die prinzipielle Möglichkeit, den K70 im rollenden Verkehr mit der mechanisch auf die Hinterachse wirkenden Handbremse und mit zeitnahem Runterschalten zum Stehen zu bringen. Und auch wieder weg zu kommen. Die Kombination mit dem damals aktuellen No-Save-System (mit Sitzen ohne Nackenstützen, Karabiner-Schapp-Gurten, nur einem Außenspiegel und einem hakeligen Schaltgetriebe) riecht nach Schweiß und Abenteuer und treibt dem einen oder anderen Sicherheitsfanatiker unter Ihnen wohl zurecht den Wahnsinn ins Gesicht. Wir stärken uns ausgiebig, bevor wir den weiten Heimweg antreten.
Der erfolgreiche Erwerb eines Handyladekabels für Andinho bringt ihn zurück ins Reich der Kommunikation. Der ebenfalls erfolgreiche Erwerb eines langen, eines gaaanz laaaaaangen Zigarettenanzünder-Dosen-Verteilers befähigt wiederum mich, meine TomTom Kathrin mit Strom zu versorgen. Warum mich das so glücklich macht? Der KaSi hat noch kein Radio. Und habe ich mich kürzlich über die Überflüssigkeit von mp3-Playern in Navigationssystemen ausgelassen, so bin ich doch heute sehr dankbar über die Möglichkeit des eingebauten Audio-Entertainments und pfropfe freudig meine Kathrin an die Windschutzscheibe. Hm. Irgendwie ist das Ding hier völlig Zeitfremd. Aber 430 Kilometer lang ausschließlich dem Motor zuhören, das mag vielleicht im Audi V8 toll sein, aber in einem K70…? Nö. 15.00 Uhr. Die Frisur sitzt nicht mehr so gut. Wir können endlich los!
Nein, noch nicht ganz. Dieser Gurt!!! Erstmals lege ich ihn richtig an, der Bauchumfang ist wohl noch auf Peter Ludolf eingestellt, zerre hier, ziehe da und lasse den Karabiner am dicken Stahlbügel einrasten…
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Pappsatt, mit vollem Tank, vollem Handyakku und über Satellit und TMC Pro mit der Außenwelt verbunden geben wir uns “fünf” und rollen erwartungsvoll in Richtung Münster (Kai… keine Zeit, trotz Ingersoll dabei), Osnabrück (Jan, aber der muss natürlich arbeiten), Bremen (kenn ich keinen), Hamburg (war im März 208 noch keine Etappe), Kiel.
Nun habe ich Zeit, das Auto zu erFahren. Man sitzt bequem, aber irgend eine Sprungfeder unter dem Velours beißt mir noch immer leicht in die linke Pobacke. Erstaunlich viele Schieber und Dreher regeln mechanisch die Warm- und Kaltluftzufuhr auf und unter dem Armaturenbrett, Männer brauchen was zum Spielen. Der Motor zieht bis 120 und darüber hinaus gut hoch, entwickelt dann aber die spröde Geräuschkulisse einer frisierten Zündapp-Mofa bergab mit Rückenwind – bleiben wir also lieber unter 120… Ohnehin sind auch hier schon Drehzahlen von über 4000/min haarsträubend ungewohnt, ich glaube der A8 dreht da gerade mal mit erhöhtem Standgas. Die analoge Zeituhr steht auf Fünf vor Zwölf. Schon seit Dortmund. Wie symbolisch… Die Tachowelle klickert und nimmt den Kilometerzähler nicht immer mit. Aber er rollt zügig voran, und Andinho hält mir bremstechnisch den Rücken frei…
Fahn fahn fahn auf der Autobahn. Ein Klassiker von Kraftwerk, heute Oldie-Kult aus unbekannteren Seiten der Neuen Deutschen Welle, aber immer noch jünger als mein neues Auto. Mit jedem weiteren Kilometer kommt mehr Entspannung, denn er läuft und läuft und säuft. Als mich mein Autobild-Chef fernmündlich kontaktiert pendelt die Tanknadel noch im oberen Bereich, fällt aber zusehends. Den CW-Wert suchen wir vergeblich. Der zähfließende Oster-Reiseverkehr lässt das alte “Ich überhol dich – mach mal Fotos” Spielchen zu, und langsam, ganz allmählich, kommt mein Lächeln zurück. Ich glaube, ich mag dieses Auto. Es bringt mich nach Hause.
Und da ist er dann endlich, der durch Kathrin angekündigte Stau, weil irgendwo bei Vechta jemand die grandiose Idee hatte, zu Ostern die A1 einspurig zu machen! 18 Kilometer Stop-and-Go mit Kupplung und Schaltknüppel. Aua! Liegesitz rauf und runter, gucken hier, entdecken da (Sicherungen hinter einem kleinen Deckel neben den Gebläseschaltern). Die Lichtmaschine zerrt am sich gelockerten Keilriemen, der mir daraufhin wieder stinkend etwas vorsingt. Parallel zu den Schlagern der 60er aus dem Navi. Aber auch das wird am nächsten Rastplatz mit Knarre und 13er Schlüsel gerichtet (“Meinen Sie, Sie kommen mit der Möhre noch bis Ostern nach Kiel?“), und jeder Stau hat bekanntlich irgendwann ein Ende. Es dämmert. Der störrische Dimmer der Cockpitbeleuchtung geht klassisch -nicht- und macht alles dunkel. Aus meinem Taunus weiß ich noch, dass es immer eine einzige Stellung gibt, in der das Licht dann plötzlich wieder an geht. Nach nur 10 Minuten habe ich diese gefunden und erfreue mich der ganzen Pracht der Rundinstrumente.
Hallo Elbtunnel! Schön, dich zu sehen. Es ist bereits 20.00 Uhr und wir sind seit 14 Stunden unterwegs, aber lange Weile habe ich nicht. So haben meine Mama und mein Papa also den Weg in ihren Urlaub verbracht, vielleicht hier ein bisschen weniger Bremsengekloppe, dafür da ein bisschen mehr Rindfleisch aus der Dose, aber im Großen und Ganzen wird es ähnlich gewesen sein. Der KaSi hat mich sicher und unterhaltsam nach Hause gebracht. Ich steige in den Audi A8 um und fahre den müden aber glücklichen [Andinho] nach unserer Männertour zurück zu seiner Melli und seinen Kindern. WAS für ein LUXUS! Ist der Motor überhaupt an? 8 Kolben meißeln ihre Bahn in die Laufbuchsen. Huch? Schon auf 120… Mann, geht der los…
Ich habe die puristischte Art des Autofahrens erleben dürfen. Ich habe mein neues altes Auto lieb gewonnen. Dieses Auto passt mir. Es ist ein bisschen wie ich. Ehrlich, nicht mehr ganz jung, golden. Mit einem großen Herz und vielen Macken. Meine große Tochter findet es peinlich. Mona Lisa in Zürich mag weder die Form noch die Farbe, sagt aber, dass sie sich vielleicht noch überzeugen lässt. Nur meine kleine Tochter ist auf “unserer” Seite. Aber das ist eine andere Geschichte. Und es ist noch immer Fünf vor Zwölf. Ich muss jetzt mal Platz in der Garage machen…
Sandmann
23.03.08
13:34
kaiv8
Ahoi Sandmann,
und schon wieder fährt er ganz nah am Münsterland vorbei ohne mir einen Besuch abzustatten! GRUMMEL
Ich bin mal auf die weiteren Berichte zum KaSi gespannt.
Gruß Kai
23.03.08
13:42
Sandmann
Ay Kai,
jaaahhhhhh ich hab ja sogar an dich gedacht, aber wie du vielleicht nachvollziehen kannst waren wir ab einem bestimmten Stadium recht glücklich, dass er rollt und wir irgendwie Strecke machen…
Wir schaffen das schon noch. Da mache ich mir kaum Sorgen
Freut mich dass es dich freut. Aber morgen früh kommt er erstmal in die Garage, ich weiß noch nicht wie aber ich schaff das schon (die wird seit drei Jahren als Rumpelkammer, Fahrradhalle und Teilelager benutzt…).
Sandmann
23.03.08
14:04
royf
Bordwerkzeug 2Kg Hammer dabei gehabt?
irgendwie sieht das KaSi-Cockpit dem Lada-Cockpit gar nicht so unähnlich… selbst was die Beleuchtung anbelangt… bist du sicher, dass du da nen DEUTSCHEN VW hast?
23.03.08
14:42
Sandmann
Ay Roy,
ich hatte meinen kompletten schweren Werkzeugkasten an Bord, und das hatte sich ja auch als recht sinnvoll erwiesen…
Dass der VW (eigentlich ist es ja ein NSU) aus Deutschland kommt, sei wohl unbestritten. Aber du hast recht, ich denke auch immer an irgend ein anderes Auto, wenn ich die Armaturen so im Augenwinkel sehe… Allerdings weniger an Lada, mehr so an Alfa Romeo oder was aus England… Seltsam…
Sandmann
23.03.08
14:52
paradox
Tja, Sandmann. Männerautos sind halt nichts für Frauen. Kantig, eckig, golden, störrisch und für die heutige Zeit unbequem sind nicht die Ausstattungsmerkmale auf die Frauen wert legen.
Und glaube mir, deiner großen Tochter wirds auch peinlich sein wenn Papi sie mit dem KaSi von der Schule abholt. Mit so einer ollen Möhre? Nein Danke! Sonst kommt er doch immer mit der Oberklasselimo vorgefahren.
Ich find solche Autos aber toll. Scheiss auf die Weiber. Auto fahren ist geiler
23.03.08
18:35
Sandmann
Ay paradox,
der großen Tochter ist er JETZT schon peinlich. Sie hat umgehend klargestellt, dass sie mit dem NICHT von der Schule abgeholt werden will…
Die Sicherheitsmerkmale entsprechen auch noch nicht dem, was ich als fürsorgliches Fortbewegen mit Kindern bezeichnen würde, da muss ich noch dran arbeiten.
Aber trotz unbequem (bin ich glaube ich manchmal auch) und kantig möchte ich deine Ansicht nicht ganz teilen. Ich finde das Auto auch großartig, aber höre schon hier und da auf die Ansichten und Äußerungen meiner monalisahaften Herzärztin, zumal die nachvollziehbar sind.
Also KaSi fahren nicht um jeden Preis, ich bin ja froh, dass mein Schatz überhaupt so etwas wie einen Draht zu Autos entwickelt hat
Das will ich nicht aufs Spiel setzen…
Sandmann
23.03.08
21:57
kaiv8
Ahoi Sandmann,
Verständnis ist natürlich da – kein Problem!
Vielleicht kann man es sogar “etwas” als Mitleid bezeichnen. Heute würde ich mir eine solche (Tor-)tour nicht mehr zutrauen.
Das erinnert mich stark an eine Abholung eines alten Audi 100 Coupe S. Fuhr eigentlich ganz gut (ja, der Vergaser war nicht allzu perfekt eingestellt). Aber als wir den Wagen nachher hier auf der Bühne hatte, konnte ich fast durch die Schweller in den Innenraum fassen. Ich war heilfroh, dass “die Kiste” nicht irgendwo unterwegs zusammengefaltet ist!
Und das Treffen wird – irgendwann …
Kai
23.03.08
22:22
Sandmann
Ay Kai,
nun, solche Katastrophen konnte ich vor Ort ausschließen, da wir ihn dort auch schon auf der Bühne hatten.
Ich hatte vielmehr die Befürchtung, dass die LiMa die Backen dick macht, da hab ich ja ein gewissen Trauma (man erinnert sich vielleicht, das war kurz vor meiner Blogger-Zeit).
Aber alles war ja gut.
Ich komme gerade eben vom Osterfeuer bei [Andinho] wieder zurück, der KaSi läuft wirklich super. Gerade nachts hat man das Gefühl, wieder in einer anderen Zeit zu sein.
Na gut, morgen kommt er erstmal in die Garage und dann geht es in die nächsten Kapitel. Bald ist ja auch wieder V8-Sommer angesagt…
Gute Nacht zusammen
Sandmann
P.S.: Weiß jemand, woran es liegen kann, wenn beim Solex Doppelvergaser nach einer Nacht stehen kein Sprit in die Zylinder kommt? Dass man richtig pumpen muss, bevor der zündet…? Mit Choke und so…?
23.03.08
22:25
Der Jens
Eieiei, Sandmann – mir tropfen die Tränen von der Backe
Herrlich! Meinen aller herzlichsten Glückwunsch, mein vollstes Verständnis und die besten Wünsche für die Inbetriebstellung des “K”.
Ich erinnere mich da gerade an die Überführung eines VW 1303 (mag ich nicht, mir sind die 00er lieber) von Rottenburg nach Albstadt – das Autochen lief nur kurz selbstständig, dann mußte mich mein vorausfahrender Freund in meinem damaligen Kugelporsche ins Schlepp nehmen (4.Gang ließ ich nicht mehr herausnehmen). Mit Stange und ab 80Km/H der Kraft der zwei Herzen ging es dann mit gut und gern 120 Sachen voran, ab und an überholten wir sogar
Zu Hause angekommen koppelte ich die Laube ab, schob sie rückwärts in den Hof und wollte dann nach rechts ums Eck – ging nur nicht, der beifahrerseitige Lenkhebel brach in genau dem Moment aus dem Rahmen und es waren nur mehr Linkskurven und Geradeausfahrten möglich – jaaaaa manchmal muß man einfach Glück haben im Leben.
Dir weiterhin viel Glück mit dem K und bis Sa.
Grüße mir die ML
der Jens
24.03.08
09:10
Sandmann
Ay Jens,
mannmann das klingt ja Haarsträubend.
Aus dem absolut leichtsinnigen Alter bin ich aber inzwischen auch raus. Schließlich ist man als Papa nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich.
Und nach einem epischen Einlauf meiner monalisahaften Herzärztin bezüglich der Sicherheitsstandardts des K70 in der mir vorliegenden Version habe ich im Club schon Anfragen gestellt… Sitze mit Nackenstützen, selbstsichernde Gurte… auch hinten…
Du bist Samstag schon dabei? Feini!!! Wollen wir Käsefondue machen? Ich habe noch reichlich Fonduekäse. Hast Lust???
Sandmann
24.03.08
15:45
jochem.h.
Jetzt habe ich mich nach deiner ankündigung so “gefreut” auf deine thermische probleme (im jahrhundertstau?)… Kühlwasser wie schnee vor der sonne verdampft, oder hast du doch noch was vergessen zu erzählen? Oder war das übel im vergleich zum rest einfach nicht mehr erwähnenswert?
Jochem
24.03.08
17:37
Sandmann
Na na Jochem,
Schadenfreude verbitte ich mir.
Ja, es stimmt, dass damals schon ein Tester vom “Stern” in einer Wolke aus eben jenem dampfenden Nass stand, vor dem sich VW immer geschützt hatte, weil es kochen und gefrieren kann.
Ja, es stimmt auch, dass meine Mama auf Nachfrage bestätigte, dass der Familien-K70 damals ständig in der Werkstatt war, weil die Kühlerschläuche kaputt waren. Und die Stoßdämpfer. Aber das kann auch an unseren regelmäßigen Reisen in die DDR gelegen haben.
Nein, dieser K70 hat eine Menge, aber keine thermischen Probleme. Die Vergaserluftzufuhr lässt sich im Motorraum noch liebevoll von Hand zwischen Sommer und Winter umschalten, der Motor wird schnell warm und hält die Temperatur wie festgemauert in der Erd. Nicht mal den roten Bereich gestreift hat er.
Na gut, draußen waren auch 2 Grad. Aber hier mache ich mir keine Sorgen.
Und mal ehrlich: Hab ich euch schon mal was verschwiegen?
Sandmann
24.03.08
20:34
gasquattro
Hallo Sandmann,
bin 3.Vorsitzender bei den K 70 Freunden und für die Vereinszeitung und die Internetseite verantwortlich. Will mich aber nicht so in den Vordergrund drängen.
Habe nun alle “K 70-Beiträge” verschlungen. Habe viel wiederentdeckt, mitgefühlt, neu erinnert, wie es damals war. Eine herrliche Zeit. Der K70, die Zeitmaschine. Habe jetzt eckige Augen.
Und kann nur sagen: Respekt! für diese Aktion. In 3 Wochen zum “guten” K70. Und dann auch noch einer von ’71!
Dabei wollte ich nur das Ranking unserer Homepage checken.
Die K70-Technik ist überschaubar. Aber es gibt ein paar Besonderheiten, wo der Spruch: “Never change a running system” paßt.
Der 75 PS ist keine Rakete. Ruckartige Gaspedalbewegungen mag er nicht. Wenn der Motor im betriebswarmen Zustand vorsichtige Drosselklappenbewegungen zufriedenstellend umsetzt, ist der Vergaser grundsätzlich O.K..
Der Start mit halbgezogenen Choke sollte bei den aktuellen Außentemp. ohne “Pumpen” gehen. Habe bisher nur einmal K70 mit Choke gefahren. Da die Drosselklappe beim Solex mit Choke nicht mitgeöffnet wird, sollte Minütlich probiert werden, den Choke ein Stücken zurückzuschieben. Motoren mit gezogenen Choke laufen gern wie ein Sack Nüsse und die Zündkerzen verrußen schnell. Daher sollte bei jeder Kurzstrecke noch ein Stückchen freie Strecke ohne Choke gefahren werden. Dies ist ein wichtiger Tipp, wenn Du mal deine “Herzärztin” fahren läßt.
Die Temp.-Anzeige im K 70 ist immer in Bewegung (im schwarzen Bereich). Wenn Du z.B. die Heizung anmachst, geht der Zeiger ein bißchen Richtung kälter zurück. Bei Stau geht er im Sommer gern in den weißen oberen Bereich, ist aber unkritisch.
Weitere Tipps und Technikdaten gern bei Gelegenheit. Dann gibt es auch paar Detail zum Gasquattro.
24.03.08
20:42
Sandmann
Ay gasquattro,
na herzlich willkommen im Blog. Es Clubt recht emsig um den K70, ich fühle mich insgesamt schon sehr gut beraten.
Ich bin den KaSi nun 5 Tage jeden Tag gefahren, und ich habe mich an einige Eigenheiten sehr schnell gewöhnt. Die hakelige Schaltung, das mäßige Leistungsniveau, die derbe Geräuschkulisse – all das finde ich inzwischen klasse, es gibt einem ein bisschen das Gefühl zurück, das Auto zu FAHREN und nicht die Elektronik die Entscheidungen treffen zu lassen.
Der Vergaser mag vielleicht okay sein, aber es kommt halt am Anfang kein Sprit an, deshalb muss man so lange orgeln. Mal gucken, ob der wieder die Leitung zurück läuft oder die Schwimmerkammer leerläuft, ich will mal schauen. Bei warmem Motor hat man kaum den Schlüssel gedreht und das Triebwerk schnurrt. Klasse.
Gern lasse ich mir weitere Tipps geben und brauche ohnehin alle Kontakte, die ich kriegen kann. Vielen Dank für dein Angebot!
Wir lesen uns
Sandmann
P.S.: GasQuattro…? Hab ich doch auch… du auch???
24.03.08
20:53
sascha
Hey Sandmann!
Zu allererst: Glückwunsch zum “neuen” Gefährten
Wenn ich deine Geschichten so lese bekomme ich richtig Lust auch mal sowas mitzuerleben
als ich mit meinem Kumpel meinen V8 abgeholt habe ging es weniger spannend zu. alles lief glatt. Alle 12 Zylinder (4 im Fiesta und 8 im Audi) liefen wunderbar.
Würd ihn gerne mal sehen deinen K70 L
Wolltest du damit nicht sogar auf das Treffen an Vatertag kommen?
24.03.08
21:29
Sandmann
Ay Sascha,
danke, danke
Tja, das ist der Nachteil an den Audis, sie sind in den allermeisten Fällen eher unspektakulär… obwohl… ich seh mich schon wieder mit dem V8 am Straßenrand
Nein, nach Legan werde ich wohl mit dem KaSi nicht kommen. Zum einen, weil ich dann wieder ein Kurzzeitkennzeichen kaufen müsste (er hat ja weder TÜV noch irgendwas), zum anderen, weil er schon sehr bald von Örg geschweißt werden soll. Und deshalb werde ich in den nächsten Wochen innen alles rausreißen, Sitze, Teppiche, alles was brennen kann…
Nicht so vorzeigbar
Da wird’s dann wohl wieder der gute alte V8 werden…
Sandmann
24.03.08
22:19
sascha
Ach komm!
Colakiste als Sitz rein und los. Und damit die Polizei nichts sagt klebst du die Kiste mit Klebeband am Boden fest.
Nein, schon klar
24.03.08
23:23
gasquattro
Ay Sandmann,
So’n 71ziger ist halt noch mit viel NSU-Genen versehen: Schaltung, Geräusche, weiche? Sitze und so.
Wäre bei deinem nicht die 1. Benzinpumpe die nach 37 Jahren nur sehr wenig pumpt, aber über Nacht den Sprit im Schlauch zum Vergaser zurücklaufen läßt. Läßt sich mit abgenommenen Schlauch am Vergaser schnell feststellen, ob Sprit da ist, die Pumpe gut ist. Vorsichtig! Wenn die Pumpe gut ist, spritzt es!
Die Schwimmerkammer sollte eigentlich über Nacht gefüllt bleiben, (trocknet gern im Sommer innerhalb von 3 Wochen leer) oder sie läuft tatsächlich über eine verschlissene Beschleunigerpumpe langsam leer. Den Vergaser sollte man solange es geht in Ruhe lassen. Daran haben sich schon einige Experten “verhoben”.
Oder, ganz simpel, die Zündkontakte sind so runter, das daher die Orgelei kommt. Mit neuen Kontakten kann man nicht viel falsch machen. Habe noch paar zu Hause rumfliegen, da ich auf Transistorzündung umgestiegen bin. Welchen Verteilertyp ist im “goldenen” eingebaut? Bosch oder “Duselier”(=Franz-Schrott, Tschuldigung)
Ich fahre einen org. Audi Coupe Quattro Typ 85, Bauj. 12/84 mit mit dem geilen 5E Sauger und Gasanlage mit wenig “krawall”, aber das ist eine andere Geschichte.
Gasquattro
24.03.08
23:42
Sandmann
Ay gasquattro,
ich werde nach deinen Tipps mal bei etwas besseren Temperaturen auf Fehlersuche gehen. An en Vergaser trau ich mich ohnehin noch nicht ran, erst einmal werde ich alle anderen Fehlerquellen prüfen.
Kappe und Finger sehen allerdings noch ganz gut aus, Kerzen sind neu…
Auch die Filter in der Pumpe werde ich mal sauber machen… Das lässt sich ja alles recht simpel eingrenzen
Ohne Diagnosegerät und so…
Sandmann
25.03.08
13:19
Sorcerer
Ai Sandmann,
da hast du dir ja schnell deinen wünsch erfüllt. Ich hoffe er wird dich immer gut begleiten und sicher ans Ziel bringen.
Aber das mit dem Autobahnfahren ohne Bremse kommt mir irgendwie bekannt vor. Als mein Kumpel und ich uns auf den Rückweg vom schönen Kühlungsborn an der Ostsee in Richtung OWL machten viel mir ein komisches schleifgeräusch auf. Es waren die schief abgelaufenen Bremsklötze die das schöne Metall auf Metall Geräusche erzeugten.
Ab da hies es dann 300km Autobahn ohne bremsen zu bewältigen, was bis auf 5 mal antippen auch geklappt hat
Gruß,
Marcel
25.03.08
14:14
Sandmann
Ay sorcerer,
da war ich aber besser. Ich habe die 430 Kilometer Dortmund – Kiel bis auf einen “Aussetzer” komplett mit der Handbremse bedienen können
Ist alles eine Frage der Gewöhnung, Def Leppart hat ja auch einen Schlagzeuger mit nur einem Arm…
Beste Grüße nach OWL (ist das Ost Westfalen Lippe…?)
Sandmann
25.03.08
16:24
ralfk
Neee, dass ist wohl Ost Westfalen Lippe! Komme da auch wech.
Grüße
Ralf
25.03.08
17:12
Sandmann
Ach so.
Und ich dachte schon, dass wäre Ost Westfalen Lippe.
Sandmann
25.03.08
21:31
ralfk
…das war jetzt nicht fair.
Grüße
Ralf
26.03.08
17:13
Sandmann
Nicht böse sein.
Komm lieber am Samstag und / oder Sonntag auch nach Altingen und lass uns ein Bierchen trinken… Oder zwei…
Auf die goldenen Autos.
Gruß nach OWL
Sandmann
27.03.08
07:59
ralfk
Hallo Sandmann,
vor hatte ich das schon immer mal. Diesen Sonntag klappt es aber leider nicht. Vielleicht lass ich mich am Vatertag mal blicken. An meinem Wrack könnte man bestimmt auch stundenlang rumschrauben.
Allein fehlt mir immer die Zeit und der Mut nicht noch mehr kaputt zu machen.
Viele Grüße
Ralf
05.04.08
13:01
Autowunsch »
[...] dies zentral gesteuert von einem Server aus kontrollieren und definieren. Wird ein SUS eingesetzt (kostenlos), kann man sämliche Updates kontrolliert verteilen: Es geschieht nur das, was der Admin will. Auch die [...]
05.04.08
21:17
Sandmann
Also manchmal finde ich es gruselig, welche Seiten ihre Robots hier auf die Suche schicken und wie viel Grunge einen Link auf meine Blogs legt…
Sandmann