In der Berufsschule
Irgendwann im Februar klingelt das Telefon: Mein Freund Thomas Neufeld ist dran, Berufsschullehrer aus Holzminden: “Habt Ihr Lust, vor 30 Lehrern aus der Region was über Bioethanol und Eure Ökotanke zu erzählen?” Klar, hatten wir Lust, vor allem Kai, unser FH-Student und Technik-Guru. Schließlich gab´s die Chance, die Pauker wieder zu sehen, die ihn selbst vor Jahren durch die Prüfungen gequält hatten. Und was soll ich sagen: Lehrer sind ganz normale Menschen. Quasseln im Unterricht, schlafen ein und stellen mal interessante, mal seltsame Fragen.
Erstmals konnte Kai seinen 200 PS-Golf mit Bioethanol-Umbau vorführen. Was uns immer wieder verblüfft: Kaum einer weiß, dass man tatsächlich fast jeden Benziner auf E85 umbauen kann. Laut VDA gibt es von 40 Mio. Gebrauchtwagen bloß 375.000 Autos, die kein Bioethanol vertragen. Für uns ist die E10-Diskussion natürlich ein Segen. Bislang haben sich die Autohersteller immer gedrückt, Freigaben für E85 zu geben.
Jetzt haben wir endlich von allen Herstellern Infos zusammen (die ausführlichste Tabelle hat übrigens autobild.de). E10-Freigabe heisst: Alle genannten Autos können bis zu 25% Bioethanol E85 zutanken. Schließlich sind im E85 schon 15% Super enthalten. Was Besseres hätte uns nicht passieren können. Und den Autobesitzern übrigens auch nicht. E85 kostet bloß 95-99 Cent und ist 40 Cent pro Liter billiger als Super. Wer z.B. seinen Porsche Cayenne (100 Liter-Tank) mit 75 Liter Super und 25 Liter E85 betankt, spart locker 10 Euro – einmal Eis essen mit den Kumpels.
Oder Du rüstest komplett um und sparst 40 Euro pro Tankfüllung. Unsere neue Digital-Elektronik funktioniert übrigens endlich auch für den größten Säufer, den Cayenne TurboS. Als Start-Up backen wir natürlich kleinere Brötchen. Unser neuer Mini – es hat leider wieder nur für den kleinen mit 120 PS gereicht – läuft jetzt schon 4800 Kilometer mit der Blackbox. Ohne Probleme. Laut Bordcomputer schafft der kleine auf der A2 knapp 220 km/h.
Gemessener Verbrauch zwischen 7 und 11 Liter E85. Kaum mehr als mit Benzin. Jetzt können wir endlich das Thema Kältekammer angehen. Dabei muss unser Mini bei minus 7 Grad auf Anhieb Euro5 beim Kaltstart schaffen, sonst gilt die Prüfung für die ABE als nicht bestanden. Übrigens noch eine News für meinen Freund Dyke: Wir haben letzte Woche in Berlin die Eckdaten für den Elektro-Mini (Micha hat´s auch gehört) bekommen: 140 KW je Rad, ein Radnaben-Motor wiegt 25 Kilogramm. Derzeit wird das Konzept in der Volkswagen-Chef-Etage diskutiert. Und das beste: Es soll eine Nachrüst-Möglichkeit für Pkws geben. Heisst: Benziner raus, Antriebswellen raus, Radnaben-Motoren rein. Wenn das wirklich kommt, bauen wir ganz bestimmt die erste Elektrotanke im Landkreis. Übrigens für unseren Pflanzenöl-Jaguar (die Delphi-Düsen vertragen keinen heissen Kraftstoff) gibt´s wieder Hoffnung: Die Firma eOil hat ein Konzept entwickelt, bei dem Pflanzenölmoleküle mittels Ultraschall geckrackt werden. Bislang wurde das System 600mal verkauft. Allerdings meist für Laster und Landmaschinen. Wenn´s für den Ford TDCI-Motor im Jaguar X-Type funktioniert, gehen wir das Thema sofort nochmals an.Zum Thema Nachhaltigkeit hat mir Patrick Munsch von Saab Deutschland von einer genialen Geschichte berichtet: GM Amerika hat sich seit kurzem an einem Start-Up in den USA beteiligt, die ein Verfahren entwickelt haben, bei dem aus Müll Ethanol hergestellt werden kann. Bis zu zwei Liter aus einem alten Autoreifen. ![]()

Guten Morgen, oha, sehe die Info zu dem E-Mini jetzt erst (wirklich gut versteckt in einem Berufsschul-Eintrag ;-)), danke! :-)
25kg pro Motor…das ist tüchtig. Was sagen denn die Serien-Dämpfer und Federn zu sowas? Da hätte ich doch noch so meine Bedenken (in puncto “einfach mal eben umrüsten”).
Und wie wird die Unterbringung der Akkus gelöst? Nen Raumwunder ist so ein Mini ja nun nicht gerade. Na dann bin ich ja mal sehr gespannt, ob man diesen Über-E-Mini auch wirklich mal in natura irgendwo zu sehen bekommt.
Und ob er dann wirklich so kommt wie angekündigt.
Nochmal danke fürs Feedback. :-)
Gruß aus Ostwestfalen, Dyke
Hm, komisch.Das mich die Lehrer durch die Prüfung quälen mußten wußte ich auch noch nicht. Warum haben die bloß genehmigt das ich die ein halbes Jahr eher ablegen durfte?
Immer diese rasenden Reporter mit ihren fliegenden Fingern beim Schreiben ; )
MFG!
Kai