Tja, nix dazu gelernt. Jaguar ist schon ein geiles Auto, vorausgesetzt er fährt. Mein letzer Fehlgriff war ein XJ40 aus England. Komplett durchgefault und mit der herrlichen Macke, dass er nach längerer Fahrt plötzlich auf 30 km/h abfiel. Großartig, wenn man eben noch schnittig mit 180 km/h an allen vorbei gezogen ist und dann in nächsten der Baustelle ohne Standstreifen mit Schritttempo vor den 38-Tonnern lang eiert. So viel kann man seinen Innenspiegel gar nicht abblenden, wie es dann hell im Auto wird. Oder: Bei Nässe gingen die Blinker auf Dauerstrom, was auch sehr sportlich aussieht. Oder: Unter Null Grad ging die Innenleuchte nicht mehr aus, so dass Du über Nacht immer die Batterie abklemmen musstest. Doch er sieht eben geil aus.
Mit dem X-Type Estate Diesel gibt es eigentlich die Eier legende Wollmichsau: Solide Ford-Mondeo-Technik, feines Design und verblüffend viel Platz im Kofferraum. Nee, nicht für Gepäck, sondern für einen Zusatztank. Unter der Verlourmatte befindet sich nämlich ein Riesen Styropor-Einsatz mit Reserverad, locker 100 verschenkte Liter.
Ein Hybrid-Auto mit Bioethanol haben wir ja schon gebaut – der Biofuel24 Civic IMA läuft übrigens schon seit 25000 km mit E85, Verbrauch 6,1 Liter – wie wäre es denn, wenn wir den ersten Öko-Jaguar bauen? Schließlich sehen die meisten Öko-Autos ja eher nach aus wie “Alles, was ich weiß, ich hab¬¥nen Grünen Ausweis”. Ein halbes Jahr haben wir gesucht.
Die Anforderung: Ein absolutes Grundmodell in Uni-British-Racing-Green. Keine Klimaautomatik, keine Fensterheber, keine elektische Sitzverstellung, kein Navi, kein doofer Regensensor, kein bescheuertes Keyless-Go, keine Automatik, keine Breitreifen. Ziel: Einen Jaguar zu bauen, der unter fünf Liter im Drittelmix fährt. Und selbst die noch mit Pflanzenöl zu 80% CO2-neutral. Aktueller (noch) Diesel-Verbrauch nach 2000 Kilometern: 8,6 L bei 210 km/h, 6,7 L bei 110-150 km/h.![]()
Und das haben wir vor: Zunächst soll uns Udo Puls den 130 PS-TDCI auf Pflanzenöl umbauen. Dafür werden Daumen dicke Leitungen installiert, ein großer Wärmetauscher und ein beheizbarer LKW-Filter. Die Styropor-Kiste kommt raus, stattdessen ein 80 Liter PÖL-Tank Marke Eigenbau mit integrierter Ölpumpe. Ein extra Tankstutzen kommt nach draußen, im Cockpit gibt es einen Umschalter und eine Temperatur- und eine zweite Tankanzeige. Gestartet wird mit Diesel, ist das PÖL 50 Grad warm, schaltet das System mit Zeitverzögerung das Diesel-System ab und die PÖL-Pumpe an. Zum Abstellen wird wieder mit Diesel gespült, damit kein kaltes Pflanzenöl die Hochdruckeinspritzung verharzen kann.
Als nächstes bekommt der Biguar, so unser Arbeitstitel einen Trabold-Feinstölfilter (313 Euro). Damit müssen wir nie wieder das Motoröl wechseln (ätsch Scheichs!). Alle 20000 Kilometer muss lediglich der Nanofilter-Einsatz getauscht werden (20 Euro).
Mit der Energiesparlichtmaschine von Manfred Sonntag, Leichtlauf-Reifen mit hohem Reifendruck, Tieferlegung (für die Stirnfläche) und einem Steuergerät durch das die Schubabschaltung viel eher einsetzt, wollen wir der Ölmühle das Sparen beibringen. Eventuell gibts noch einen größeren Ladeluftkühler für den Motor und ein längeres 5-Gang-Rad fürs Getriebe – wenn¬¥s was bringt.
Tja etwas kontraproduktiv hätte ich natürlich gerne noch eine Subtube mit fetten Lautsprechern zu meinem serienmäßigen Kassettenradio. Da habe ich überlegt, dass wir die Anlage durch Solarzellen auf dem Dach mit Strom versorgen. Ziel der Aktion: Maximaler Spaß bei so gut wie Null Umweltbelastung. Vielleicht klappts ja. Sandmann, drück mal die Daumen, dass wir nicht liegen bleiben.
28.11.07
21:16
Sandmann
Olli, ich drücke. Und nicht nur die Daumen.
Man sagt, Jaguarfahrer seien gesellige Menschen, weil sie in jedem Dorf die Leute kennen gelernt haben, von denen sie abgeschleppt wurden.
Ich hoffe sehr, du bekommst keine Katzenallergie oder Herzverfettung, weil du an keiner Pommesbude mehr vorbeikommst, ohne tanken zu wollen…
Ich bin mal auf den tatsächlichen Verbrauch deiner Salatschleuder gespannt und verbleibe mit gedrückten Daumen
Hochachtungsvoll
Der Sandmann
28.11.07
23:08
aaro » Wir bauen den Biguar
[...] Check it out! While looking through the blogosphere we stumbled on an interesting post today.Here’s a quick excerpt [IMG Ollis Öhlmühle] Tja, nix dazu gelernt. Jaguar ist schon ein geiles Auto, vorausgesetzt er fährt. Mein letzer Fehlgriff war ein XJ40 aus England. Komplett durchgefault und mit der herrlichen Macke, dass er¬†nach längerer Fahrt plötzlich auf 30 km/h abfiel. Großartig, wenn¬†man eben noch schnittig mit 180 km/h an allen¬†vorbei gezogen ist und dann in nächsten der Baustelle¬†ohne Standstreifen mit Schritttempo vor¬†den 38-Tonnern lang eiert. So viel kann man seinen Innenspiegel gar nicht abblende [...]
02.12.07
23:33
topas
Nach dem “Niemehr”-Ölwechsel erfolgt dann wahrscheinlich gleich der Motorwechsel infolge Polymerisation des Motoröls, somit wird das ganze sehr rentabel.
Meine Empfehlung: auf den Trabold verzichten und das Öl regelmäßig kontrollieren , beim kleinsten Anzeichen von Polymerisation das Öl samt “Nichtnano”(!!!)- Filter wechseln (ca 20 ‚Ǩ).
Mit dem “Wunder-Trabold” samt “Ultra-Nano”-Filter und ohne Ölwechsel wird der Motor sehr bald durch Motoröl-Polymerisation das Zeitliche segnen.
Man füttere google mit “Motoröl Polymerisation” und ziehe daraus die Schlüsse.
Ich hoffe, das war noch rechtzeitig.
Grüße
topas
03.12.07
13:08
flexenergy
Sorry Topas,
aber ich muss dir teilweise widersprechen. Auf jeden Fall ist das Problem der Polymerisation nicht zu unterschätzen. Allerdings verringert der Trabold-Filter die Ölwechselintervalle erheblich bei Pflanzelöl-Betrieb. Es liegen auch ganz konkrete Öl-Analysen und auch Referenzen vor die das deutlich bestätigen. Einige Aldi_fahrzeuge fahren seit Jahren mit Pflanzenöl und Trabold-Filter und mittlerweile schon über 10 Millionen km ohne Schäden und nahezu kein Ölwechsel. Ich finde die Idee gut und würde mir erst ein Urteil bilden wenn ich eine Technik bereits selbst getestet habe.
Ich fahre selbst seit 80.000 km ohne Ölwechsel und werde auch garantiert keine durchführen.