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EcoFuel Asia Tour: Teil 3

Dienstag, 2. Oktober 2007 um 15:08 Uhr

gasprom_orenburg_russia03.jpgKein Baum weit und breit. Nur Ödnis, Steine und ein paar verkümmerte Sträucher. Wir sind mitten in der russischen Steppe. Es ist schon dunkel. Wenn ich mich nicht auf die Straße konzentrieren müsste, würde ich gar nicht aus dem Fenster unseres Erdgas-Caddys gucken. Doch plötzlich brennt der Himmel: 20 turmhohe Erdgasfackeln lodern vor uns auf. Unser nächstes Etappenziel kündigt sich an – Orenburg. Hier befindet sich eines der größten Erdgasfelder der Welt. Orenburg wurde 1743 gegründet und war früher eine militärische Festung. Ein Außenposten des russischen Zarenreiches, direkt an der Grenze zu Asien. Heute hat die Stadt mehr als eine halbe Million Einwohner. Die Orenburger erzählen übrigens gerne, dass der Name ihrer Stadt vom deutschen Wort “Ohren” kommt: Orenburg war eine Art Lauschposten, um in die wilde Steppe hinein zu horchen. Eine Legende natürlich ‚Äì aber eine nette. Das Gasfeld von Orenburg ist ein gigantischer technischer Komplex. Ein Gewirr aus Rohren liegt wie ein Netz über dem Gelände. Eine freundliche Gazprom-Mitarbeiterin führt uns herum. Es wird zwar nicht mehr soviel Gas gefördert wie in den 80er Jahren, aber es wird noch fleißig gearbeitet. 800 Meter tief bohren die Russen nach dem Energiespender.

Und dann stehen wir endlich am Ursprung der “Sojus”-Erdgasleitung. Tausende Kilometer weit sind wir dieser Leitung in den letzten Wochen gefolgt ‚Äì in umgekehrter Richtung, von Deutschland aus. Haben die großen Verdichterstationen gesehen, die Pipeline-Baustellen, die Erdgasspeicher. Und jetzt stehen mein Fotograf und ich endlich am Beginn der Monster-Pipeline. Meine Hände liegen auf dem großen Dichtungsrad. Nur fürs Foto natürlich. Wir wollen dem Westen ja nicht das Gas abdrehen. Die Erdgastankstellen hier im hintersten Winkel Russlands sind kleine Festungen: Die Leute trauen ihren Kunden offenbar nicht über den Weg.start_of_pipeline_orenburg_.jpg Jede Zapfsäulen-Box ist mit Betonmauern ummantelt. Beim Tanken ist Selbstbedienung angesagt. Der Tankwart sitzt in seinem Kabuff hinter Panzerglas und nimmt mürrisch das Geld entgegen. Mit Erdgas fahren hier vor allem die großen Lastwagen. Die alten russischen Blech-Ungetüme haben ihre Erdgastanks hinter der Fahrerkabine auf der Ladepritsche. Unter der Haube wummern fette Achtzylinder-Motoren. Wenn man die Augen schließt, könnte es auch die Soundkulisse zu einem Truck-Stop mitten in Texas sein. An den PKW sieht man, dass Europa eigentlich weit weg ist.

near_belgorod_russia04.jpgIm westlichen Russland und in der Ukraine haben wir noch viele neue und europäische Autos gesehen. In Orenburg tummeln sich vor allem uralte Ladas. Immer wieder stehen die vergammelten Schüsseln mit einer Panne am Straßenrand. Die Fahrer versuchen, sie mit viel Hämmern und Treten wieder flott zu kriegen. Dabei stoßen sie mit der Zigarette im Mundwinkel die wildesten Flüche aus. Auch die Straßen hier kurz vor Kasachstan sind katastrophal schlecht. Manchmal hebt es unseren VW Caddy an der Hinterachse richtig hoch, und er knallt seitlich versetzt wieder auf die Piste. Bislang hatten wir aber nur eine einzige Panne ‚Äì einen Reifenplatzer. Und den haben wir uns ausgerechnet auf einem Parkplatz in Orenburg eingefangen: Ein Metallstück hatte sich in den Reifen gebohrt. Wahrscheinlich ist es von einem schrottreifen Lada abgefallen. Wir sind glücklich und zufrieden, dass unsere erste große Etappe so gut geklappt hat. Doch bis Shanghai ist es noch weit ‚Äì und unser VW Caddy Ecofuel soll dort schließlich ein Star der Erdgas-Messe “Challenge Bibendum” werden. Unsere Tour führt uns nun durch die Türkei, Israel, Ägypten, Indien, Nepal und Tibet. Wir hoffen, dass alles glatt geht, denn eins ist klar: Leichter wird der Weg jetzt nicht mehr.

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