Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nach monatelanger Planung ist es endlich soweit. Unsere EcoFuel Asia Tour beginnt. Montagmorgen haben wir das Brandenburger Tor hinter uns gelassen. Vorher noch großer Bahnhof, letzte Abschiedstränen und Glückwünsche. Und ab geht die Post: Zwei Männer, ein Auto, 14 Gastanks und mehr als 20.000 Kilometer vor der Brust. Mein Fotograf Franz Janusiewicz und ich haben uns diesmal etwas besonders Abgefahrenes vorgenommen. Mit einem Erdgas-Caddy geht es auf große Marathon-Tour, die uns über Russland, Indien und Shanghai bis nach Bangkok führen soll.
Der erste Stopp: ein Erdgasspeicher südlich von Berlin. Der wird für den Winter aktiviert, weil da die Nachfrage nach Erdgas gewaltig steigt. 500 Meter tief ist der Speicher in der Erde, mitten im Sandsteinflöz.
Die Leute von VNG (Verbundnetz Gas AG) sind sehr nett, haben uns alles gezeigt. Hier endet der Weg des russischen Gases. Für uns ist es erst der Anfang, denn wir fahren ja den entgegengesetzten Weg ‚Äì hin zum Ursprungsort. In Deutschland haben wir noch einmal den Wagen bis zum Anschlag voll getankt, um die beste Gasqualität mitzunehmen.
Weiter ging es durchs schöne Erzgebirge an die tschechische Grenze. In Sayda führt die Gaspipeline zum ersten Mal auf deutsches Gebiet. Wir haben uns eine Verdichter-Station angeschaut. Eine rund 1,5 Meter große Turbine verdichtet das Gas, bis ein Druck von 50 bar erreicht ist. Von diesen Stationen gibt es eine ganze Menge, damit der Gasfluss nicht ins Stocken kommt. Denn alle 100 Kilometer fällt der Druck in der Leitung um 10 bar ab.
Auch wenn die Verdichter-Station nicht gerade malerisch aussieht, spürt man hier den Hauch der Geschichte. Die Ruhrgas AG hat damals in den 70er Jahren mit der DDR-Regierung einen Vertrag abgeschlossen.
Die Pipeline teilt sich auf ‚Äì ein Teil führt direkt nach Westberlin, der andere in die damalige DDR. Die westdeutsche Pipeline war damals völlig autark, hatte eine eigene Stromversorgung. So hätten die Honecker-Jungs West-Berlin nicht das Gas abdrehen können.
Für uns geht es nun weiter Richtung Osten ‚Äì Tschechien und Slowakei können wir locker ohne Tankstopp durchqueren, unser Caddy fährt wenn es sein muss 3000 Kilometer weit. Wir freuen uns schon auf die Ukraine, denn da ist das Netz der Erdgaszapfsäulen wieder besser.
27.09.07
22:43
Autoreiseblog » Blog Archive » EcoFuel Asia Tour: Teil II - autobild.de
[...] ist nur noch eine ferne Erinnerung. Unser Erdgas-Caddy hat uns ohne Mucken nach Kapu?°any in der Slowakei gebracht. Dort war sofort Sightseeing angesagt, [...]