Rund 400 Kilometer entfernt ist unser zweites Ziel in China, die Hauptstadt Peking. Dass auch einige Lkw in dieser Richtung unterwegs sind, haben wir schon vorher gehört. Von unseren chinesischen Guides. Denn hier fahren wir nur als Konvoi. An dessen Anfang und Ende begleiten sie uns. Auf der Autobahn kommen wir zunächst gut durch. Wir fahren mitten durch Felder mit Mais und Obstplantagen. Katrin reißt mich abrupt aus der Reiseidylle: "Achtung, da kommen welche von vorne!‚Äú
Auf dem Standstreifen nähern sich drei Autos, hupend und mit Warnblinker. "Sind die völlig durch?‚Äú, schießt es mir durch den Kopf. Doch keine zehn Minuten später ist es unser Konvoi, der als Falschfahrer-Ansammlung unterwegs ist. Unsere Guides lotsen uns durch eine geöffnete Mittelplanke, um auf die entgegengesetzten Fahrspuren zu gelangen. Wenige Kilometer weiter sehen wir, warum. In Richtung Peking geht gar nichts mehr, Lkw blockieren die gesamte Autobahn.
Raus auf die Landstraße ist unsere Alternative, falsch herum über eine Auffahrt. Doch hier wird alles noch schlimmer. Auf den kleinen Straßen kesseln uns rasend schnell Laster ein. Wir kommen weder vor noch zurück. Chinesen erklären uns, dass sie schon seit drei Tagen in diesem Chaos stehen würden. Wir versuchen, uns über die Seitenstreifen langsam vorzuschieben. Zu allem Überfluss bricht dabei der Daimler Benz LA 911 BMA von Udo Ahrendt in einen Bürgersteig ein und muss mühsam geborgen werden.
Auch unser Skoda Schorsch macht plötzlich mucken, als wir versuchen, uns wieder etwas nach vorne zu schieben. Der Motor geht aus und lässt sich nicht mehr starten. Auf dem Seitenstreifen suche ich mit Rallyearzt Helmut Marczinkowski nach der Ursache. Während ich nochmals versuche zu starten, zeigen herbeigeeilte Anwohner auf die Zündspule. Dort springen Funken über. Ein Kurzschluss, verursacht durch abgelagerten Staub aus der Wüste Gobi. Einmal reinigen, schon läuft alles wieder.
Um uns aus der misslichen Lage zu befreien, organisieren die Guides einen Motorradfahrer. Über eine Seitengasse flüchten wir in eine Obstplantage. Die Wege sind holprig und eng. Doch irgendwie kommen alle in der einsetzenden Dämmerung durch. Nach einigen Kilometern erreichen wir wieder Asphalt. Es wird Nacht, bis wir in Peking sind. Doch wir haben es geschafft, sind den Staus entkommen.
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()