Willkommen zum dritten Tag in Rhone-Alpes. Zwei Dinge vorweg: Der gestrige Blogbeitrag wurde mit jeder Menge Fotos angereichert, die Appetit auf die ausführliche Reisereportage bei autobild.de machen dürften (folgt später). Außerdem ist jetzt nachweislich der Cabrio-Sommer eingekehrt. Der machte die Fahrt zur Großen Chartreuse vorbei an beeindruckendem Felsmassiv, tiefen Schluchten und saftigen Wiesen zum echten Vergnügen ‚Äì aber bitte mit Sonnencreme und Mütze, denn der säuselnde Fahrtwind täuscht locker über die Kraft der Sonne hinweg. Mitten im Naturpark befindet sich das Kloster der Grande Chartreuse. Hektisches Treiben und vor allem Lärm sind hier Fehlanzeige, besonders innerhalb der Klostermauern. Die Karthäusermönche haben ein Schweigegelübte abgelegt, um sich voll und ganz dem Gebet zu widmen. Nur an ganz bestimmten Tagen dürfen sie miteinander reden, “dann aber auch über weltliche Dinge, zum Beispiel Fußball”, weiß Nicolas Diederichs, der das Museum der Großen Chartreuse leitet.
Diederichs ist Tourismus-Fachmann und wurde für die Öffentlichkeitsarbeit extra vom Kloster angeheuert. Mit dem Museum ist ihm das gelungen. Das außerhalb der eigentlichen Klostermauern gelegene Haus trägt den Stil des Klosters und darf auch von der Öffentlichkeit betreten werden. Exponate und Filme lassen kaum eine Frage über das bislang geheimnisvolle Leben im Kloster offen. Auch nicht über die Haupteinnahmequelle der Karthäuser, den berühmten Chartreuse-Likör. Nach altem Rezept wird er aus mehr als 100 Kräutern destilliert und sollte bei einem Besuch in Rhone-Alpes unbedingt verkostet werden. Wir kamen bei einem Picknick auf einem Hügel unweit der Klostermauer in den Genuss. Übrigens ein echter Geheimtipp: Das Museum organisiert das Picknick auf Anfrage für Besucher. Ganz ehrlich: Ein schöneres Fleckchen Erde kann ich mir dafür wirklich nicht vorstellen …