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NASCAR-Charger: Donnern im Oldtimer-Wald

Mittwoch, 30. Mai 2007 um 12:06 Uhr

oly_dodge_charger.jpgOldtimer-Rennen auf dem¬†Nürburgring. Das klingt langweilig? Nach glitzernden Museums-Karossen, mit denen Gentleman-Fahrer zaghaft um die Kurven schwuchteln? Dann sollten Sie einmal Christoph Schwartz kennenlernen. Und sein Auto: sieben Liter Hubraum, 595 PS. Dazu ein V8-Donnern, das durch Mark und Bein geht. Mit einem 1974er Dodge Charger aus der¬†amerikanischen NASCAR-Serie¬†mischt er die europäische Classic-Racing-Szene auf. Wenn der knapp zwei Meter breite Chrom-Kühlergrill auf den Geraden¬†im Rückspiegel auftaucht, müssen sich Porsche 935 und RSR, BMW 3.5 CSL oder Ferrari BBLM bei den Rennen der Classic Endurance Serie (CER)¬†warm anziehen.

Das Biest hat Kraft ohne Ende. Aber trotzdem fährt es dem Feld nicht auf und davon: “Ich musste schon auf die Bremse treten, da flogen die Porsche 935 noch mit Vollgas an mir vorbei!”, schildert Fahrer¬†Robin Donovan seine Eindrücke vom historischen Grand Prix 2006¬†in Le Mans. “Allerdings habe ich auf der langen Mulsanne-Geraden locker einen Ferrari geschnappt und war noch lange nicht am Anschlag.” Ein Kampf zwischen zwei Welten. Genauer: zwischen purer amerikanischer Kraft und europäischer Fahrwerkskunst. Zusammen mit Dick Pierson und Christoph steuerte Robin den Charger auf Platz 34 von 55.

oly_dodge_charger2.jpgDer Auftritt in Le Mans¬†war ein Comeback. Oder besser gesagt: Die späte Erfüllung einer Mission, die vor 30 Jahren begann. Hershel McGriff¬†war in den 1960er Jahren ein erfolgreicher NASCAR-Fahrer, gewann zahlreiche Rennen. 1976 trat er mit seinem Sohn Doug bei den 24 Stunden von Daytona an, dem bekanntesten Langstreckenrennen der USA ‚Äì und einem der wenigen, das nicht¬†in einem Oval gefahren wurde. Das Team startete mit jenem Dodge Charger, den Hershel in der NASCAR fuhr. Prompt sprang der dritte Platz in der Klasse heraus. Und damit eine Einladung¬†nach Le Mans: Durch die Folgen der Ölkrise bekamen die Veranstalter in Europa das Starterfeld nicht voll. Spontan erlaubten sie, dass US-Fahrzeuge beim 1976er Rennen¬† mitfahren durften.

Die Mission blieb erfolglos. Trotz der finanziellen Unterstützung von “Olympia Beer”, deren Aufkleber das Auto von Christoph heute noch trägt. Obwohl das McGriff-Team 344 km/h Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden und eine respektable Qualifikationszeit verbuchen konnte, war ihr Rennen nach der dritten Runde beendet. Schuld¬†hatte das europäische Benzin. Die zu niedrige Oktanzahl, die die Zündwilligkeit bestimmt, sorgte in dem HEMI-V8 des Charger für Fehlzündungen ‚Äì mit durchlöcherten Kolben musste die Mannschaft einpacken.

Das kurze Gastspiel fand wenig¬†Beachtung, wäre fast in Vergessenheit geraten. Bis Christoph Schwartz¬†Jahrzehnte später¬†den Dodge Charger auf einem Foto von 1976 in der Boxengasse von Le Mans entdeckte. ¬†Er recherchierte weiter, fand im Internet mehr und mehr Details. Schließlich knüpfte er Kontakt zu Dick Pierson ‚Äì er war Mitglied im damaligen McGriff-Team. Der Stein kam ins Rollen. Pierson stöberte in den USA einen originalen NASCAR-Charger auf. Von da an war klar: Das Auto musste zurück nach Le Mans, zum historischen Grand Prix.

oly_dodge_charger3.jpgIn diesem Jahr fahren Christoph und Dick gemeinsam¬†einige Rennen der CER. Als nächstes steht der Nürburgring auf dem Plan. Im Rahmen des 1000-Kilometer-Rennens der Le Mans-Serie starten die beiden¬†am 29. und 30. Juni auf dem Grand-Prix-Kurs durch. Und werden mit Sicherheit ausreichend oktanhaltiges Benzin dabei haben.

Mehr Infos zum Olympia Dodge Charger gibt es unter: olympia-charger.com

Ein Kommentar zu “NASCAR-Charger: Donnern im Oldtimer-Wald”


  1. » Auto Bild entdeckt den Olympia Charger schrieb am 4. Juni 2007 um 08:02

    [...] Es hat ein wenig gedauert, aber nun hat auch die Auto Bild in ihrem Blog den Olympia Charger entdeckt. Ihr kennt den Oly Express auch noch nicht? Na dann mal schnell Ich kenne Christoph Schwartz – den Mann, der dem Projekt Leben eingehaucht hat – von dr-mustang. Er hat die Initiative ergriffen und wollte einen Dodge Charger zurück nach Le Mans, zum 24 Stunden Rennen, bringen. Zurück? Ja, genau – denn der Oly Express war bereits 1976 beim Rennen in Le Mans dabei. Christoph recherchierte, nahm Kontakt mit ehemaligen Team-Mitgliedern auf und sie alle arbeiteten hart daran, einen 1974er NASCAR-Charger nach Le Mans zu bringen. Letztes Jahr war es dann soweit, mit HEMI-Power ging der Dodge Charger in Le Mans an den Start. In diesem Jahr geht es weiter. So fährt das Team einige Rennen der Classic Endurance Racing und ist auch bei den 1000 km auf dem Nürburgring (30. Juni / 1. Juli) zu sehen. Ach, ganz vergessen: Hier noch der Artikel bei der Auto Bild… [...]



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