Er ist zurück. Motorsport-Recke Peter Hesseler war beim ersten Grand Prix des Jahres in Australien. Shake-Hands mit Felipe Massa (rechts im Bild), der von AUTO BILD MOTORSPORT für seine Test-Performance zum “Winter-Weltmeister” gekürt wurde, dann wurde es ernst. Ein Formel-1-Rennen ist für die Reporter harte Arbeit, selbst wenn es sie an die exotischsten Orte der Welt führt. Hier seine Eindrücke.
Melbourne. Als Stadt immer ein Hammer, selbst für einen Reporter mit etwa 200 GP auf dem Buckel. Die südaustralische Vielvölker-Metropole ist der ideale Startplatz für die Formel 1, kein zweiter Austragungsort verzaubert den Besucher mit derartigem Flair. Wo sonst gibt es schon ein Rennen in einem Park, außer in Monza. Nur dort fehlen die Wolkenkratzer drumherum.
Die Fahrer gehen vor dem Rennen zum Kite-Surfen, Jetski-Fahren, Joggen im Grünen, spielen Tennis am Pool. So gesehen wird die Formel 1 in Melbourne noch von dem sagenhaften Glamour umhüllt, der dem Grand-Prix-Sport aus den 70er Jahren anhaftet. Aber am Ende ist es das nackte Resultat, das zählt. Und da bleibt diesmal vom Saisonstart zweierlei festzuhalten.
Erstens: Ferrari ist auch ohne Schumi die Hausmacht der Formel 1. Sein Nachfolger Kimi Räikkönen fuhr von Freitagmorgen bis Sonntagnachmittag Bestzeiten mit links, Poleposition, schnellste Rennrunde, Sieg. Schönheitsfehler: ein Ausrutscher, als er drohte mangels Konkurrenz einzuschlafen. Und der Getriebedefekt, der seinen Ferrari-Partner Felipe Massa in der Qualifikation ans Ende des Feldes beförderte.
Zweitens: Der neue Star des GP-Zirkus heißt Lewis Hamilton. Erstes Rennen – Platz drei. Der letzte Neuling, der vor dem 22-jährigen Briten in seinem Debüt aufs Podest fuhr, war Jacques Villeneuve (1996). Nur: Hamilton verfügt über deutlich weniger Erfahrung mit PS-starken Monoposto. Und er war genauso gut wie Doppel-Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier wird sich steigern müssen. Denn Hamilton fährt nun mit eingebautem Motovations-Turbo.