Volle Hütte beim Italiener
Samstagmittag, Highnoon in Hamburg, beste Zeit für einen zweiten Cappuccino. Am 27. Januar gab es den bundesweit gratis. Beim Alfa-Romeo-Händler. War es darum so voll? Unweit des Café-Automaten die eigentliche Attraktion: der neue Spider. Einer in Schwarz, einer in Rot. Mehr Reinsetzer hatte der scharze, vermutlich weil das Dach auf war. “Ein Alfa muss rot sein”, grantelt Kollege Eickmann, der sinnierend auf das Preisschild starrt (”Dafür gibt es am Stadtrand von Wien eine Zweizimmerwohnung”): 41.680 Euro soll dieses “Exclusive”-Stück kosten. 38.675 Euro, wenn man bar zahlt. Das hat an diesem Morgen hier zwar keiner, wohl aber bestellt. Liefertermin: April.
“Wieso erst April?” Der Graumelierte kann es nicht fassen. Sitzt da Mentholzigarette rauchend zwischen junger Frau und kleiner Tochter, vor sich der Verkäufer, hinter sich der offene Spider, und der Italo-Dealer will erst im April einen rausrücken!? Für 249 Euro im Monat kann man den Schönling haben, eine Anzahlung von 9990 Euro vorausgesetzt. Wer monatlich 150 Euro drauflegt, kann ab 6900 Euro losfahren. 36 Monate lang. 10.000 km weit im Jahr.
In Hamburg wird man ihn oft sehen, den schönen Italiener. Parken im Großraum des Alfa-Händlers war an diesem Tag fast unmöglich. Alles verrammelt mit Fremdmarken, fast alles teure Geräte. G-Modell, 6er BMW, Porsche 911. Wer mit sowas bei Alfa vorfährt, will nicht nur Cappuccino.
