4000 raus, einer rein
Wie fühlt er sich wohl so, der Wolfsburger? In Zeiten wie diesen, meine ich, wo kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht in den Medien auftaucht, “der Wolfsburger”? Der Wolfsburger Bandarbeiter zum Beispiel: Er fühlt sich bestimmt erleichtert, jetzt, da ihm (und den Kollegen im Werk Mosel) der belgische Golf zugeschlagen wurde, was seine Auslastung über Jahre sichert und die Last, seit Anfang des Monats satte 33 statt 28,8 Stunden fürs gleiche Geld zu arbeiten zu müssen, ein bisschen schmälert. Oder der Wolfsburger Aktionär: Erstmals seit 1998 hält sich die VW-Aktie hartnäckig über der 80-Euro-Marke, nach Jahren des Dümpelns im Tal von 30 bis 40 Euro. Der Wertpapierbesitzer des Wolfsburger Konzerns fühlt sich garantiert wohl, denn (schlechte) Nachrichten wie die aus Brüssel verschaffen seinen Papieren weitere Luft.
Rund 4000 Arbeitsplätze sollen bei den Wolfsburger Genossen in Belgien wegfallen. 4000 von 5300 Stellen. Als klitzekleiner Trost bleibt den VW-Fahnen verbrennenden Betroffenen nur der Spot über das Schicksal des schnieken Klaus. Der einst sonnengottgleich auftretende Wolfsburger Betriebsratspatriarch Volkert sitzt jetzt amtlich hinter Gittern. Verdunkelungsgefahr – was für ein schöner U-Haft-Grund ob der dunklen Machenschaften, die sich der Arbeiterfürst über Jahre geleistet haben soll. Jetzt soll der 63-Jährige auch noch den Mitbeschuldigten und Kronzeugen Gebauer bedrängt haben, seine Angaben zur Rolle Volkerts in der VW-Affäre abzuschwächen. Statt dessen petzte der Ex-Personalmanager beim Staatsanwalt. Was für eine Posse.
Wer den einst mächtigen Mann (links im Bild) auf Betriebsratsversammlungen und Wolfsburger Mai-Kundgebungen erlebt hat, wie er dem VW-Vorstand den Kampf ansagte und vom ewigen “wir” der Arbeiterklasse schwadronierte (”Das lassen wir uns nicht gefallen! Wir nicht!!”), während er “was es zu beweisen gilt” laut Staatsanwaltschaft Millionen-Zuwendungen von Personalvorstand Hartz (im Bild rechts) kassierte und auf Firmenkosten Kläuschen-Klein die große Welt zeigte, der kann nur fassungslos den Kopf schütteln. Immer und immer wieder. Demontage perfekt. Wie fühlt er sich wohl, dieser Wolfsburger?

Zu diesem Artikel kann ich nur sagen: SEHR GELUNGEN. Was ich aber nicht in Ordnung finde, ist das Verhalten von VW. Einerseits ist der Standort Deutschland gestärkt worden, andererseits: für wie lange? Das Treiben von Managern wie Klaus Volkert oder Peter Hartz müssen am Ende immer die Arbeiter ausbaden. Und ich weiß, wovon ich rede. Denn bei uns ging monatelang die Angst um, weil keiner mehr wusste, ob das Werk geschlossen wird oder Leute entlassen werden, weil diese Spitzenmanager Firmengelder veruntreuen mussten. Gruß aus Baunatal (edited by admin.).
Abzug der Golf-Produktion aus Brüssel, um die Werke in Deutschland besser auszulasten? Da frage ich mich, wie lange die Wartezeit beim Golf künftig sein wird. Denn jetzt ist es schon über ein Vierteljahr, bis ich endlich meinen GTI bekomme. Ganz abgesehen davon, dass ich eigentlich auf die Edition 30 spitz war, aber VW es ja bei diesem Sondermodell nicht einmal in die Reihe gebracht hat, dass man den Jubiläums-GTI auch im Jubiläumsjahr erhalten kann.