Der Anruf von VW kam zu einem völlig unerwarteten Thema: Man wolle meine Aufmerksamkeit auf einen Spielfilm lenken. Ich erinnerte mich: Dass Wolfsburg ganz nah an Hollywood dran ist, ist seit den Herbie-Filmen bekannt. Aber auch in “The Fast and the Furious: Tokyo Drift” kurvte ein gepimpter Touran zwischen den ganzen Japan-Boliden herum. Nun ging¬¥s um “Little Miss Sunshine”, eine Mischung zwischen Familienkomödie und Roadmovie. In einer Hauptrolle: ein gelb-weißer VW-Bus der Baureihe T2b. Fünf Exemplare wurden beim Dreh eingesetzt.
Der Film handelt von einer Familie, die in ihrem T2 von Albuquerque, New Mexico, nach Los Angeles (rund 1300 km) fährt, um der siebenjährigen Tochter die Teilnahme an einem Nachwuchs-Schönheitswettbewerb zu ermöglichen. Neben Töchterchen Olive und dem Elternpaar (gespielt von Greg Kinnear und Toni Collette) sind auch noch Olives älterer Bruder, ein Onkel und der Großvater an Bord. Jeder von ihnen hat so seine privaten Probleme, die Spanne der Marotten reicht vom selbstauferlegten Schweigegelübde über Selbstmordversuch bis zur Heroinsucht. Kein Wunder also, wenn auf dem Trip durch Amerikas Westen bald die Nerven blank liegen und den chaotischen Clan Krisen heimsuchen. Schließlich schlägt auch noch der Defektteufel beim VW-Bus heftig zu…
Schräger Humor, große Gefühle und treffende Beobachtungen der US-Gesellschaft treffen bei “Little Miss Sunshine” in gelungener Art aufeinander. Die Regisseure Jonathan Dayton und Ehefrau Valerie Faris machten bisher nur Musikvideos. Kann man angesicht dieses komischen und kurzweiligen Films kaum glauben. Auf dem diesjährigen Sundance Film Festival gab¬¥s stehende Ovationen vom Publikum. Auch mir hat er sehr gefallen.
Fazit: ein toller Film mit klasse Darstellern ?جø¬? T2-Bus inbegriffen. Danke für den Tipp, VW. Im Kino ab 30. November 2006, Länge 101 Minuten, www.little-miss-sunshine.de