Geschrieben am 07.11.2006 von .

Wechsel bei Volkswagen

winterkorn.jpgJetzt ist es doch passiert, was Insider schon vor Monaten gemunkelt hatten: Der noch immer allmächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hat VW-Chef Bernd Pischetsrieder demontiert. Zu zögerlich, zu weich hatte der stets mega-entspannt wirkende Pischetsrieder die überfällige VW-Sanierung angepackt.

Der Neue, Martin Winterkorn von Audi, war seit langem Piechs Wunsch-Mann. Geradezu genial hatte der extreme Kosteneinsparungen durchgesetzt: der Audi Q7 wird zum größten Teil im kostengünstigen Bratislava in der Slowakei, der TT im ungarischen Györ gebaut. Gleichzeitig ließ Winterkorn seinem Chefdesigner Walter de Silva lange Leine und erreichte damit, dass Audi die Designführeschaft übernehmen konnte. Eindrucksvoll belegt in der großen Auto Bild-Leserumfrage: über 50 000 Teilnehmer wählten den Audi TT zum schönsten Auto des Jahres 2006, den Q7 zum schönsten SUV und die Studie “Shooting Brake” zum schönsten Prototypen. Wenn Winterkorn als neuer VW-Chef diese beiden Eckpfeiler des Erfolgs, kostengünstige Auslandsproduktion und Super-Design, auf VW überträgt, wird er Wolfsburg aus der Krise führen.

Meinungen zu Wechsel bei Volkswagen

  1. Am:
    09.11.06
    Um:
    12:40
    Von:
    IngoK

    Hr. Winterkorn wird einen sehr guten Job bei Volkswagen leisten, falls Hr. Piech ihn lässt.

    Volkswagens Problem ist und bleibt offenkundig Hr. Piech. Hr. Piech hat zweifelsfrei bei Porsche und Audi seinerzeit sehr gute Arbeit geleistet. Kann man das auch für seine Zeit bei VW sagen?

    Das Kerngeschäft ist zu Zeiten Hr. Piechs mit überalterten Typen und Qualitätsmängeln (Stichwort Einkaufspolitik) den Bach hinunter gegangen.

    Ein Geländewagen und ein kompakter Familien-Van kamen viel zu spät. Der Sharan baut noch auf der vorletzten Passat-Plattform und der Golf4 mit Rucksack wurde als Bora gegen den 3er von BMW positioniert.
    Der Golf4 hat kein Cabrio erhalten, sondern einen veralterten Aufguss des Golf3, weil Hr. Piech persönlich keine Cabrios mag. Also wurde ein lukratives Modell vor die Wand gefahren und das im Zeitalter des Cabrio-Booms in den 1990er Jahren. Die Preiswürdigkeit und Produktivität der Modellpalette spottet jeder Beschreibung.

    Herr Piech fährt nicht gerne Passat? O.k., dann wird der technisch anspruchsvolle Phaeton entwickelt in der Hoffnung, dass sich die Entwicklung des Audi A8 über zuvor Audi V8 und Audi 200 auch bei VW wiederholen lässt. Bis der Phaeton das laufen lernt, lässt sich die Zeit ja mit dem Passat W8 ins Büro überbrücken.

    Bentley (eine zugegeben glanzvolle unternehmerische Entscheidung) wird gekauft. Ein Pluspunkt. Bugatti? Herr Piech malt auf Papiertücher irgendwelche Strichzeichnungen eines W16 mit Mittelabtrieb und gleich werden die nächsten Milliarden verbrannt. Der geneigte Beobachter würde alleine mit dieser Geste schon dem heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats eine akute Profilneurose unterstellen, denn die Sache mit Konstruktionszeichnungen auf Servietten ist die Geste eines wirklich genialen Konstrukteurs.

    Die Konsequenzen für den Gesamtkonzern dieser Niete im Nadelstreifen muss man sich einmal vor Augen führen.

    Hr. Piech scheidet endlich als Vorstandsvorsitzender aus seiner Position und hinterlässt mit der Ausnahme Skoda eine Großbaustelle unglaublichen Ausmaßes.

    Und was passiert? Herr Piech wird in den Aufsichtsrat gewählt, wo er noch jahrelang für den Fortbestand seiner Unternehmensstrategie (wenn man sie denn so nennen mag) sorgen kann und zieht weiterhin die Fäden der Macht im Hintergrund.

    Vielleicht sollten Menschen in Deutschland doch nicht bis zum Lebensalter 67 und länger arbeiten. Hr. Piech kann es ja als Porsche-Enkel und Milliardär auch egal sein, wie hoch seine Tantiemen ausfallen. Die Interessen sind ab einer gewissen Einkommensklasse eben anderer Natur.

    Vor diesem Hintergrund wünsche ich Martin Winterkorn ein glückliches Händchen. An fachlicher Kompetenz mangelt es Herr Winterkorn nicht. Sein Durchsetzungsvermögen wird entscheidend sein.

  2. Am:
    13.11.06
    Um:
    17:40
    Von:
    Dennis

    Wer brauch Pischetsrieder es gibt ja Winterkorn! Der wird schon richten und wenn nicht dann werfen die ihn raus und geben ihm ne viel zu hohe Abfindung. Der Pischetsrieder soll eine Abfindung von 14 Mille bekommen aber im Konzern bleiben. Wo gibts denn sowas bitte?

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